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Das Mitsommerfest in Frauenfeld: Ganz viel Zauber und ein Wolkenbruch

Rund 30'000 Besucher über die drei Tage, eine riesige Vielfalt an Kultur und Kulinarik sowie ein verfrühter, wetterbedingter Festabbruch am Samstagabend: Das war das erste Mitsommerfest.
Mathias Frei
Ein Farbenspiel am Mitsommerfest: Riesenseifenblasen im Botanischen Garten. (Bild: Donato Caspari)

Ein Farbenspiel am Mitsommerfest: Riesenseifenblasen im Botanischen Garten. (Bild: Donato Caspari)

Ja, das war Frauenfeld. Obwohl man es immer noch nicht so ganz glauben mag. Alles ist so anders. Drei Tage Mitsommerfest haben die Stadt und ihre Menschen wundersam verwandelt. Die Leute haben auch am Sonntag noch dieses Strahlen auf dem Gesicht. Und es sind immer noch viele – dem verfrühten Festabbruch am Samstagabend zum Trotz sind sie am Sonntag nochmals ans Fest gekommen.

(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
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(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
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(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
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(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
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(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
(Bild: Donato Caspari)(Bild: Donato Caspari)
Eröffnung des Mitsommerfestes am Freitagabend. (Bilder: Andrea Stalder)Eröffnung des Mitsommerfestes am Freitagabend. (Bilder: Andrea Stalder)
Das OK an der Tafel.Das OK an der Tafel.
Stadtpräsident Anders Stokholm geht ebenfalls ans Mitsommerfest.Stadtpräsident Anders Stokholm geht ebenfalls ans Mitsommerfest.
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Das Stadtfest Frauenfeld

«Jetzt hemmer das au no gseh», meint eine ältere Besucherin am Freitagabend vor der Bühne im Botanischen Garten. Eben ist noch thailändische Tanzfolklore zu sehen gewesen. Nun steht der zweifache Poetry-Slam-Schweizer-Meister Christoph Simon auf der Bühne. Es gibt so viel zu sehen, nicht nur Tanz und Literatur, es gibt so viel zu essen und zu trinken. Kurz hat man das Gefühl, diese Vielfalt setze einen unter Druck. Aber man muss nicht alles sehen, man darf.

Die YB-Wurst des Ostens und viele bekannte Gesichter

«Einfach mal ausbrechen», fordert Bühnendichter Simon auf. Einfach mal sich treiben lassen im Fest. Tout Frauenfeld ist auf den Beinen. Alle paar Minuten trifft man Bekannte, ein «hoi» und «es guets Fescht no» zum Abschied. Christoph Simons Geschichten sind Liebes- und Kapitulationserklärung an den Alltag in einem. Jetzt gehe er vielleicht noch eine Frauenfelder Bürgerwurst essen, meint der Berner nach seinem Auftritt. «Die YB-Wurst des Ostens», lacht er.

«Extrem wenig Abfall für ein Fest dieser Grösse»

Laut Mitteilung der Veranstalter waren am Freitagabend 8000 Besucher am Mitsommerfest. «Am Samstag bevölkerten zwischen 12000 und 15000 Personen das Festgelände, und am Familiensonntag waren rund 10000 Personen am Fest.» Zum ersten Mal an einem Frauenfelder Stadtfest wurde ein Mehrwegsystem für Becher und Teller eingesetzt. «Es wurde extrem wenig Abfall produziert für ein Fest von dieser Grösse», bilanziert Martina Dumelin, Geschäftsstellenleiterin des Mitsommerfestes. «Überhaupt war das Fest sehr friedlich ausgefallen.» Über die gesamte Festdauer habe es weder Polizei- noch Feuerwehrmeldungen zum Fest zu verzeichnen gegeben, und die Samariter mussten keine einzige Spitaleinlieferung veranlassen. Die wetterbedingte Evakuation des Geländes am Samstagabend «lief sehr zügig und ruhig ab». Die Zusammenarbeit zwischen OK, Blaulichtorganisationen und Zivilschutz habe hervorragend funktioniert, heisst es weiter. (ma)

Sonntagmittag sind schon 600 dieser Bechtelis-Würste in der Festbeiz der Bürgergesellschaften über den Tresen gegangen. Die Würste habe man vom vorletzten Bechtelistag aufgetaut, meint Konstabler-Obmann Christian Wälchli – und korrigiert ganz schnell: «Seich, die sind natürlich ganz frisch von Dober.» Die Reihen sind voll. Denn am Original-Rednerpult aus dem Rathaus steht Kabarettist Thomas Götz als Kantons- und Nationalrat Arnold Schnyder. Da kriegt jeder sein Fett ab. Stapi Stockholm sei das nordische Tief nach Sonnenkönig Bachofner und Verwaltungsratmandate-Champ Parolari. Das Volk lacht. Um die Ecke bauen die kleinen Festbesucher mit Lego-Klötzli um die Wette. Und dann steht da ja noch diese seltsame Telefonkabine. Mit «Teledisko» ist sie angeschrieben. An allen drei Tagen blitzt und raucht es drin. Und nach dreieinhalb Minuten kommen drei oder sogar vier Personen wieder verschwitzt raus.

Freitagabend ist es schwül, mit viel Besuchern bis spät in die Nacht. Samstag ist es noch schwüler, mit noch mehr Besuchern. Aber dann kommt der Festabbruch. Um 20.15 Uhr hätte eine Balkanjazz-Kapelle auf der Konviktbühne spielen sollen. Stattdessen kündigt die Moderatorin das Festende an. Der Himmel ist schwarz. Fünf Minuten später beginnt es zu winden und zu regnen. Die Festbeizli schliessen. Die Besucher verteilen sich auf die Restaurants und Bars. Die Lokale sind so voll, das könnte auch der Bechtelistag im Sommer sein. Der Entscheid der Veranstalter ist richtig – obwohl es noch eine ganz lange und schöne zweite Festnacht unter freiem Himmel hätte geben können.

Zu den Temperaturen passt das Raclette mit Brot von den Frauenfelder Quartiervereinen wie «d’Fuscht ufs Aug». Aber es schmeckt. Gegenüber bei den Wasserballern kann man mit dem Depotbecher ein Tor erzielen. Das gespendete Depot gehe an die Junioren. Überhaupt: eine tolle Idee mit dem Depot und dem Mehrweg-Geschirr. Abfall ist kaum zu sehen. Ein paar Meter entfernt ist der Gauklerplatz. Immer wieder bilden sich Menschentrauben um die Darbietungen, sei es bei süffigem Swing-Jazz oder heissen Bachata-Einlagen einer Tanzschule. Richtung Lunapark hinter dem Regierungsgebäude gibt es einen Stand mit Zitronen-Granita: fein, eiskalt und erfrischend.

Der lange Tisch am Mitsommerfest. (Bild: Donato Caspari)

Der lange Tisch am Mitsommerfest. (Bild: Donato Caspari)

Höchste Thurgauer und dröhnender Hip-Hop

Bei den Autoscootern trifft man am Freitagabend einen alt Grossratspräsidenten und einen ehemals höchsten Frauenfelder. Die beiden scheinen auf dem Sprung zu sein. Man ruft ihnen nach: «Nöd z’wild. Eu kennt mä denn in Frauenfeld.» Sie winken ab. Ein paar Meter entfernt, beim «Arco’s», dröhnt Hip-Hop aus den Boxen. Ältere Damen wippen zu den Beats. Nach dem Stadtorchester auf der Konviktbühne zum Festauftakt gibt’s gleichenorts ein paar Stunden später im Kaff-Zelt Drum’n’Bass auf die Ohren. Bereits am Freitag um 21 Uhr habe man erstmals Biernachschub ordern müssen, erfährt man bei der Terrassenbar der Unihockeyaner.

Fussgängerzone und neuer Stadtpräsident

Vor dem Regierungsgebäude sind Wünsche für Frauenfeld in weisser Farbe auf die Strasse gemalt. «Glück für alle», «eine klimafreundliche Stadt», «verkehrsfrei» oder «ein neuer Stadtpräsident» liest man da zum Beispiel. Das ist das erste «Café des Visions» zum Auftakt des Stadtlabors. Ab kommender Woche ist das Café dann bis Mitte August in den Frauenfelder Quartieren anzutreffen. Beim Projekt der Frauenfelder Stadtentwicklung geht es darum, die Zukunft des Stadtraums mitzugestalten und neu zu denken. Zur Beteiligung der Festbesucher sagt Sabina Ruff vom Amt für Stadtentwicklung und Standortförderung am Samstagabend: «Ich bin total überwältigt.» Eine Glücksammelstelle hat der Verein Bibliothek der Kulturen eingerichtet. Im Zelt vor der Kantonsbibliothek liest man auf Zetteln «innere Weite» oder auch «eine Sitzbank im richtigen Moment». Das gesammelte Glück soll später publiziert werden, etwa in Form eines Buches. (ma)

Irgendwann geht die Weihnachtsbeleuchtung an auf der Promenade – mitten im Sommer am Mitsommerfest. Und es macht einfach einen furchtbar stimmungsvollen Eindruck. Dazu der Blumenschmuck auf der langen Tafel, an der man auch am Sonntag noch nach freien Plätzen suchen muss. «Ein schönes Fest», denkt man sich. Und dass es unbedingt nach einer Wiederholung schreit, in drei oder spätestens fünf Jahren.

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