Hauseigentümerverband
Gallus Müller hinterlässt erstarkten HEV Thurgau: Nun übernimmt das SVP-Führungsduo Mühlemann/Schmid

Der Hauseigentümerverband Thurgau hat nach 17 Jahren einen neuen Präsidenten gewählt: SVP-Kantonsrat Stefan Mühlemann folgt auf Mitte-Kantonsrat Gallus Müller. Neuer Vizepräsident ist der Weinfelder Jurist und Kantonsrat Pascal Schmid, der ebenfalls SVP-Mitglied ist.

Judith Schuck
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Das neue Führungsduo: SVP-Kantonsrat und Gastronom Stefan Mühlemann (rechts) und Jurist und SVP-Kantonsrat Pascal Schmid.

Das neue Führungsduo: SVP-Kantonsrat und Gastronom Stefan Mühlemann (rechts) und Jurist und SVP-Kantonsrat Pascal Schmid.

Bild: Judith Schuck

Der abtretende Präsident des Hauseigentümerverbands (HEV) Thurgau, Gallus Müller (Die Mitte), verlas am Donnerstag gleich zwei Jahresberichte an der Delegiertenversammlung in Wigoltingen. Coronabedingt war die DV 2020 ausgefallen.

Der Kanton Thurgau habe die achtgrösste Eigentümerquote schweizweit und zähle knapp 21'000 HEV-Mitglieder – mit steigender Tendenz. Dennoch könnten es bei 36,7 Prozent Mitgliedern, auf Eigentümer gerechnet, noch mehr sein, findet er. Für einen besseren Auftritt des Verbands ist bereits eine Pressestelle mit einem Kommunikationsbeauftragten eingerichtet worden.

«Thurgau bewegt sich in einem stabilen Umfeld»

Der scheidende HEV-Thurgau-Präsident Gallus Müller.

Der scheidende HEV-Thurgau-Präsident Gallus Müller.

Bild: Donato Caspari

Was das Nein zum CO2-Gesetz betrifft, gibt sich der Präsident nicht zufrieden: «Das könnte für uns teurer werden als der CO2-Ausstieg, gerade auch auf spätere Generationen hin betrachtet.»

Die Wohnbautätigkeit im Thurgau sei auf gutem Niveau geblieben. Durch Corona habe sich der Trend, aufs Land zu ziehen, noch verstärkt. Auch wenn der Leerwohnungsstand im Kanton der fünfthöchste im Land sei, sieht Gallus Müller das nicht als problematisch an. Die Mieten könnten sich nach oben hin anpassen, es drohe aber keine Immobilienblase.

«Der Thurgau bewegt sich in einem recht stabilen Umfeld.»

Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Wechsel im Vorstand. Nach 17 Jahren legte Gallus Müller sein Amt nieder. Er will Platz für Jüngere machen. Sein Vizepräsident Werner Fleischmann dankte ihm für die gute Zusammenarbeit. Seit Müller 2004 das Amt antrat, habe er den Verband in vielen Bereichen professionalisiert. Unter anderem habe er ein kantonales Kompetenzzentrum angestossen, ebenso den Strategie- und Leitbildprozess sowie den Schritt zur Digitalisierung mit attraktivem Onlineauftritt und die Social-Media-Präsenz.

Dank seiner Vertretung im Grossen Rat habe dieser den HEV als grössten Verband im Thurgau zu respektieren gelernt. Eine Funktion als Grossrat sei für den künftigen Präsidenten wiederum wichtig, da der HEV viele politische Themen behandele.

Führung kommt nun ganz in die Hand der SVP

Müllers Nachfolge tritt Stefan Mühlemann aus dem Hinterthurgau an. Der SVP-Kantonsrat ist Gastronomie-Geschäftsleiter und Mitinhaber des Restaurant Sternen in Frauenfeld. Er durchlief eine klassische Gastronomieausbildung und absolvierte später ein Diplom in Hotelmanagement. Er sei ein positiv denkender Mensch, der spüre, wo der Schuh drückt. Seinen Themenschwerpunkt sieht er in der Verbindung von Gewerbe, Wirtschaft und Politik. Was den HEV betrifft, möchte er starke, selbstständige Sektionen fördern.

Bedenken wegen SVP-Einfluss

Auch Vizepräsident Werner Fleischmann trat zurück, nach sechs Jahren im Amt. Im Vorstand ist er bereits seit 26 Jahren. Müller betonte, wie sehr er als Präsident von dessen wertvoller Arbeit profitiert habe. «Mir warst du eine sehr grosse Stütze.» Seinen Posten bekleidet künftig der 44-jährige Jurist Pascal Schmid, Kantonsrat und Vorstand der SVP Weinfelden. Beide wurden einstimmig gewählt. Allerdings äusserten zwei Delegierte aus der Sektion Hinterthurgau Bedenken, dass der HEV Thurgau sehr stark von SVP-Mitgliedern geleitet werde. Der Vorstand solle ein Auge darauf haben, ob es dadurch künftig Bewegungen bei den Mitgliederzahlen gebe.

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