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Gärtner verteilen rund 100 Insektenbuffets im ganzen Thurgau

Im ganzen Kanton dürfen die Thurgauer Gärtner ihre Biodiversitätsboxen ausliefern – an Gemeinden, Firmen und Privatpersonen. Die Nahrungsquellen für Insekten sollen auch die Bevölkerung sensibilisieren.
Larissa Flammer
Vize-Gemeindepräsident Enrico Kämpf hilft Viktor Gschwend bei der Anlieferung der Biodiversitätsboxen. (Bild: Larissa Flammer)

Vize-Gemeindepräsident Enrico Kämpf hilft Viktor Gschwend bei der Anlieferung der Biodiversitätsboxen. (Bild: Larissa Flammer)

Rund 100 Biodiversitätsboxen sind bei Jardin Suisse Thurgau schon bestellt worden. Viktor Gschwend, der Präsident des Unternehmerverbands der Gärtner, zeigt sich zuversichtlich: «120 bis 150 werden es dieses Jahr schon sein.» Bestellungen werden bis Ende Frühling entgegen genommen.

Das Zusammenbauen und Bepflanzen der Boxen machen die Gärtner in Fronarbeit. Auch das Anliefern. Kürzlich waren Gschwend und Verbandssekretär Stefan Zöllig mit fünf Boxen in Münchwilen. Vize-Gemeindepräsident Enrico Kämpf, der die Insektenbuffets bestellt hatte, half beim Abladen tatkräftig mit.

Jede Box wiegt 700 Kilogramm und ist auf einem Quadratmeter Fläche mit verschiedenen einheimischen Pflanzen bestückt. Einige sind noch unter der Erde und werden erst im Juli oder August blühen. Der Verbandspräsident sagt:

«So soll es sein. Die Insekten brauchen den ganzen Sommer über Futter.»

Aktion wird es im nächsten Jahr wieder geben

Firmen und viele Gemeinden, aber auch Schulen und Privatpersonen haben Biodiversitätsboxen bestellt. Sie können für eine Saison ausgeliehen werden, im Herbst werden sie wieder abgeholt. «Wir wissen nicht, wie das Holz dann aussieht», sagt Gschwend. Im nächsten Jahr gibt es die Aktion aber sicher wieder.

Die Boxen sollen nicht nur Insektenbuffet sein, sondern auch die Bevölkerung sensibilisieren. Eine Tafel erklärt den Sinn der Aktion und weist auf das ganze Projekt der Thurgauer Gärtner sowie die «Mission B» hin.

Das Projekt

Das Biodiversitätsprojekt von Jardin Suisse Thurgau besteht aus drei Teilen: Die Aufwertung des Botanischen Gartens in Frauenfeld, die Insektenbuffets im ganzen Kanton sowie eine Broschüre über 50 einheimische Wildstauden, welche die Thurgauer Gärtner ziehen und verkaufen. Die Biodiversitätsboxen sind zudem Teil der nationalen SRG-Mitmachaktion «Mission B» und dort auch im Trailer zu sehen.

Münchwilen macht auf langjähriges Engagement aufmerksam

Damit möglichst viele Personen auf die Boxen aufmerksam werden, sind die Gärtner froh um prominente Plätze wie vor der Verwaltung in Münchwilen. Vize-Gemeindepräsident Enrico Kämpf ist dort für das Ressort Umwelt zuständig. Er ist ebenfalls Gärtner und sagt:

«Die Biodiversität ist daher mein Beruf und mein Auftrag in der Gemeinde.»

Seit er 2003 in den Gemeinderat gewählt wurde, habe er viele Projekte zu Gunsten der Artenvielfalt umgesetzt. Dazu gehören die Renaturierung des Feutschenbachs, des Krebsbachs oder des Bodenlosen Weihers. Kämpf erzählt: «Beim Rosentaler Weiher leben jetzt sogar wieder Biber und Eisvögel.» Auch im Siedlungsgebiet hat Münchwilen schon einiges getan. Zum Beispiel stehen an fast jeder Strasse in der Gemeinde Bäume.

Die Biodiversitätsboxen in Münchwilen. (Bild: Larissa Flammer)

Die Biodiversitätsboxen in Münchwilen. (Bild: Larissa Flammer)

Der Vize-Gemeindepräsident sagt: «Wir sind stille Macher.» Die Projekte seien bisher bewusst abseits der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit umgesetzt worden. Das Verständnis hätte gefehlt, so die Befürchtung. Indem die Gemeinde nun fünf Biodiversitätskästen prominent platziert, will sie der Bevölkerung das Thema näherbringen und das eigene Engagement aufzeigen. Kämpf sagt:

«Jetzt ist die Akzeptanz da, Artenvielfalt ist zurzeit ein grosses Thema.»

Münchwilen will die Kästen im nächsten Jahr wieder mieten und weitere Behörden dazu motivieren mitzumachen.

Hinweis: Mehr Informationen zum Biodiversitätsprojekt hier.
Das Projekt «MissionB» von SRF.

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