Fussballer unterstützen Aadorfer Volleyballerinnen

Gelebte Solidarität zweier Dorfvereine: Am Sonntagnachmittag besuchten Mitglieder der SCA-Supportervereinigung ein Heimspiel des VBC Aadorf, der dabei nichts anbrennen liess.

Kurt Lichtensteiger
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Supporterpräsident Charly Meichtry, VBC-Präsidentin Sonja Mathis, Eventverantwortliche Sandy Wirth und SCA-Präsident Hans-Jörg Schaub.

Supporterpräsident Charly Meichtry, VBC-Präsidentin Sonja Mathis, Eventverantwortliche Sandy Wirth und SCA-Präsident Hans-Jörg Schaub.

Das erste Saisonheimspiel in der Nationalliga B zwischen den Volleyballerinnen aus Aadorf und G&B Scuola Volley endete für die Gastgeber mit einem glatten 3:0-Sieg. Die etwas ersatzgeschwächten Tessinerinnen mussten sich schon nach einer Stunde der Übermacht beugen. Zum Wohlgefallen der 35 SCA-Supporter, die coronabedingt nicht auf der Tribüne, sondern in der Halle – fast hautnah am Puls des Geschehens – Platz nehmen durften.

Jeder Punktgewinn, ob nach einem Smash oder einem erfolgreichen Abwehrversuch, wurde mit den Klatschpappen quittiert. Die lautstarke Anteilnahme war verständlich, schliesslich bestehen zwischen den beiden Aadorfer Vereinen, dem Sportclub und dem VBC Aadorf, seit Jahren enge personelle Verbindungen. Mehrere frühere Aktivfussballer gehören nämlich heute zum Staff des VBC Aadorf.

«Diese vorbildlich gepflegten Kontakte haben uns bewogen, in der Planung der jährlichen Sportanlässe dem VBC Aadorf den Vorzug zu geben», sagte SCA-Supporterpräsident Charly Meichtry. «Mit dem Matchbesuch sollen auch dessen Erfolge gebührend honoriert werden. In der derzeitig delikaten Lage war dieser Entscheid sowieso naheliegend, denn wer weiss schon, was für Einschränkungen noch dazu kommen.»
Weder eine Carfahrt noch eine ÖV-Benutzung müssten für den Besuch ins Auge gefasst werden. Komme dazu, dass man auf einige geplante Vereinsanlässe verzichten musste, so die Rückrunden- und Saisonstart-Apéros sowie den jährlichen Frühlingsanlass. «Mit den freigewordenen Mitteln unterstützen wir nun den VBC Aadorf mit einem namhaften Betrag.» Eine noble Geste, die dem rührigen Volleyballclub und letztjährigem Aufstiegsanwärter bestimmt gelegen kommen dürfte.

30-jährige Erfolgsgeschichte

«Zur Förderung der Juniorenabteilung und der sportlichen Bestrebungen des SC Aadorf», wie es in den Statuten heisst, wurde die SCA-Supportervereinigung anfangs 1991 gegründet. Damalige Initianten waren vor allem Geschäftsleute aus Aadorf und Umgebung, namentlich der Gründerpräsident René Currat und die Mitglieder Hans Schär, Kurt Krämer, Mike Stutz, Heinz Ochsner, Ruedi Michel und Rolf Bänziger.
In den Anfängen gehörten dem erlauchten Kreis 28 Firmen und vier Privatpersonen an. Heute ist die Mitgliedschaft auf deren 81 angewachsen, nämlich 27 Firmen, 26 Privatpersonen und 28 SCA-Mitglieder. Engagierter Präsident ist seit dem Jahr 2007 der Aadorfer mit Walliserblut Charly Meichtry.

Die sieben Gründungsmitglieder Hans Schär, Kurt Krämer, Mike Stutz, René Currat, Heinz Ochsner, Ruedi Michel und Rolf Bänziger.

Die sieben Gründungsmitglieder Hans Schär, Kurt Krämer, Mike Stutz, René Currat, Heinz Ochsner, Ruedi Michel und Rolf Bänziger.

(Bild: ZVG)

An der Ausrichtung hat sich nicht Wesentliches geändert: Die Mitglieder pflegen die Geselligkeit und den gegenseitigen Austausch über die sportlichen Belange hinaus. Jährlich finden zwei Hauptanlässe statt, nämlich der Besuch einer kulturellen Veranstaltung, wie zuletzt den Superzehnkampf im Hallenstadion oder die Sirnacher Operette, Theater, Zirkus und Musical. Im sportlichen Bereich dominierten Fussball, Eishockey, Schwingen, Curling, Golf und Reisen. Abgeschlossen werden diese Veranstaltungen jeweils mit einem gemeinsamen Nachtessen. Dazu kommen jährlich zwei Apéros in der Pergola des SCA-Clubhauses.
Bemerkenswert ist indessen die finanzielle Unterstützung: Jährlich kann der Sportclub auf einen beachtlichen Beitrag zählen, der zur Hauptsache der Juniorenabteilung zugute kommt, aber auch für Spielmaterial und die Infrastruktur wie Plätze, Clubhaus und Pergola verwendet wird. Der sonntägliche Matchbesuch mit einem vorgängigen Apéro und einem anschliessenden Nachtessen reiht sich wiederum nahtlos in die 30-jährige Geschichte der SCA-Supporterveinigung ein.