Für einen Anbau gen Süden: Der Ausbau der Primarschule Warth-Weiningen wird konkreter

Die Schule Warth-Weiningen bringt Ende Juni einen Planungskredit für die Schulraumerweiterung an die Urne.

Evi Biedermann
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Die Container auf dem Schulareal dienen ab dem kommenden Schuljahr als Provisorium.

Die Container auf dem Schulareal dienen ab dem kommenden Schuljahr als Provisorium.

(Bild: Evi Biedermann)
Pius Krähemann Präsident Primarschulgemeinde Warth-Weiningen

Pius Krähemann Präsident Primarschulgemeinde Warth-Weiningen

(Bild: ZVG)

Statt gegen Nordwesten soll der Ausbau nun gegen Südosten erfolgen. Man habe die Stimmen an der Herbstversammlung gehört und sich deren Botschaft zu Herzen genommen, schreibt Schulpräsident Pius Krähemann in der Botschaft zur Urnenabstimmung vom 21.Juni. Im Herbst hatten sich einige Versammlungsteilnehmer gegen einen Anbau an der Westfassade ausgesprochen, weil die von der Schulbehörde favorisierte Variante einen Landabtausch mit einem einheimischen Grundbesitzer vorsah.

Nun soll eine andere Variante zum Zug kommen. Diese sieht einen Anbau auf bestehendem Boden an der Südostseite vor. Mit einem Doppelkindergarten und eigenem Aussenbereich im Erdgeschoss sowie zwei Klassenzimmern mit einem Gruppenraum im Obergeschoss. Geplant ist auch ein Lift. Am 21.Juni werden die Stimmbürger an die Urne gebeten, um – nebst der Rechnung 2019 – über einen Planungskredit von 120000 Franken für die Schulhauserweiterung zu befinden.

Baupläne betreffen auch das Hauswartehepaar

Was sogleich auffällt: Der Anbau umfasst auch den Bereich der Hauswartwohnung. Diese müsste aufgehoben und zurückgebaut werden, heisst es im Text. «Wir bedauern das sehr», sagt Schulpräsident Krähemann auf Anfrage. Man habe beim Entscheid «das Beste für die Schule und deren Kinder» in den Fokus gestellt. Teil dieser Schule ist auch die Hauswartfamilie. Markus und Gabriella Bächer wohnen und arbeiten seit 15 Jahren auf dem Schulhausareal.

Die Information von der Schulbehörde habe sie aus heiterem Himmel getroffen, sagt der 51-jährige Hauswart. «Man hat uns vor die vollendeten Tatsachen gestellt.» Die Familie hat nun ein Jahr Zeit, eine neue Bleibe zu suchen. Der beantragte Kredit von 120000 Franken umfasst die Planung des Erweiterungsbaus bis zur Baueingabe. Der Betrag ist ein vorgezogener Teil der Gesamtleistung, deren geschätzte Kosten mit 3,3 Millionen Franken beziffert werden.

Den Baukredit dafür will die Schulbehörde bereits im Herbst 2020 zur Abstimmung bringen. «Dann hoffentlich wie gewohnt wieder im Rahmen einer Schulgemeindeversammlung», sagt Pius Krähemann. Gebaut wird aber jetzt schon auf dem Schulareal. Bis zu den Sommerferien wird dort ein Schulprovisorium entstehen. Ab dem Schuljahr 2020/21 wird im neuen Container unterrichtet. Ab dann werden zwei zusätzliche Klassen gebildet und somit sechs Klassenzüge geführt. Zur Zeit besuchen 118 Mädchen und Buben die Primarschule von Warth-Weiningen.

Sprudelnde Steuerzuflüsse in der Schulrechnung

Die Rechnung 2019 schliesst mit einem satten Plus von 436'271 Franken ab. Rechnet man den budgetierten Verlust von 48'500 Franken dazu, ergibt das ein um 484'771 Franken besseres Resultat. Dem Gesamtaufwand von rund 2,7 Millionen Franken steht ein Gesamtertrag von rund 3,1 Millionen Franken gegenüber. Die Schulgemeinde hat knapp 600'000 Franken mehr Steuern eingenommen als erwartet.

Die Kehrseite der Medaille: Die Abgabe an den kantonalen Finanzausgleich fiel mit 890'000 Franken um 266'000 Franken höher aus als erwartet. Die Verwendung des Gewinns wird den Stimmbürgern wie folgt vorgeschlagen: 195'000 Franken fliessen in den Erneuerungsfonds, 241'271 Franken werden dem Eigenkapital zugewiesen, das sich dadurch auf rund 2,8 Millionen Franken erhöht. (bie)