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Für eine neue Lebensader durch Stettfurt

Ende November befinden die Stimmbürger über einen 2,45-Millionen-Kredit für die Sanierung der Stettfurter Hauptstrasse. Nebst dem monetären gibt es im Dorf auch einen moralisch-ethischen Entscheid zu treffen.
Samuel Koch
Kantonsingenieur Andy Heller, Gemeindepräsident Markus Bürgi, Gemeinderat Rainer Borcherding und der stellvertretende Kantonsingenieur Benedikt Eberle unterhalten sich über die Sanierungspläne für die Hauptstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Kantonsingenieur Andy Heller, Gemeindepräsident Markus Bürgi, Gemeinderat Rainer Borcherding und der stellvertretende Kantonsingenieur Benedikt Eberle unterhalten sich über die Sanierungspläne für die Hauptstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Viel und oft ist schon über die Sanierungs- und Aufwertungspläne entlang der Hauptstrasse gesprochen worden. Jetzt konkretisieren sie sich und werden so greifbar, dass die Stettfurter Stimmbürger am 25. November an die Urne gebeten werden, um über einen Kredit in Höhe von 2,45 Millionen Franken abzustimmen. «Wir empfinden es als den richtigen Zeitpunkt, dass sich nun die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheiden», meint Gemeindepräsident Markus Bürgi.

Zwar umfassen die neu geplanten Werkleitungen den grösseren Anteil der Kosten. Weil diese nicht sichtbar sind, wird ihnen jedoch etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Definitiv sichtbar bei einem Ja des Stimmvolkes dürften die Veränderungen an und um die rund 700-Meter-lange-Hauptstrasse durchs 1200-Seelen-Dorf am Fusse des Immenberg werden. «Es handelt sich um eine neue Lebensader als Verbindung zwischen den Siedlungen», sagt Rainer Borcherding, Gemeinderat und zuständig für das Strassenwesen. Die jetzigen Pläne resultierten in Zusammenhang mit dem Richtplan Zentrum, den die Gemeinde im vergangenen Jahr erstmals vorgestellt hatte. Damit soll verbindlich festgelegt werden, wie, wo und wofür im Zentrum gebaut werden soll. «Das Thema heisst auch bei uns innere Verdichtung», sagt Gemeindepräsident Markus Bürgi.

Paradebeispiel für frühzeitige Planung

Aktuell im Fokus des Betriebs- und Gestaltungskonzepts stünden aber die Sanierung und Aufwertung der Hauptstrasse, die wegen der Zuständigkeit schon seit Jahren mit dem Kanton abgesprochen sind. «Die Gemeinde Stettfurt ist für uns ein gutes Beispiel, wie die Planung frühzeitig vorangetrieben wurde», sagt Kantonsingenieur Andy Heller. Das sei zwar mit Aufwand verbunden, ergänzt sein Stellvertreter Benedikt Eberle, lohne sich aber gerade im ländlichen Gebiet, «nicht aus planerischer, sondern aus finanzieller Sicht». Trotz Ausnahmeregelung bei der Frauenfelder Unterführung auf der Rheinstrasse unter den SBB-Geleisen hindurch, schliessen Heller und Eberle Tempo 30 auf Thurgauer Kantonsstrassen kategorisch aus.

«Es gibt genügend Massnahmen für eine Verkehrsberuhigung»

sagt Gemeindepräsident Bürgi. Die heute noch an mehreren Stellen unterschiedlich breite Strasse, die im Schnitt täglich rund 2600 Fahrzeuge befahren, soll möglichst vereinheitlicht werden. Die Bushaltestellen werden so ausgebaut und versetzt, dass sie einerseits sicherer und behindertengerecht, andererseits mit einem Unterstand versehen sind. Zudem sollen drei Parkplätze aufgehoben und vereinzelt Bäume gepflanzt werden. Ebenso wollen Gemeinde und Kanton beidseits die Dorfeinfahrt begrünen. Zudem ist geplant, die beiden Tempo-50-Tafeln jeweils weiter dorfauswärts aufzustellen. Definitiv wegkommt am östlichen Dorfeingang die Verkehrsinsel. «Sie steht zu weit im Dorf drin, so dass man zu spät bremst», sagt Gemeinderat Borcherding. Zudem schränke sie die Übersicht ein.

Als Kernstück soll nördlich der Strasse ein durchgehendes Trottoir für Sicherheit sorgen. Einziger Haken: Dass dies gelingt, benötigt es nicht nur ein Ja der Stimmbürger der Politischen Gemeinde, sondern auch derjenigen der Kirchgemeinde. Denn für ein Trottoir an der engsten Stelle im Dorf müsste die Friedhofmauer um zirka zwei Meter nach Norden versetzt werden. «Das ist ein entscheidender Punkt, und wir sind mit der Kirchenvorsteherschaft schon länger im Gespräch», sagt Bürgi.

Grundsätzliche Zustimmung bei Kirchbürgern spürbar

Wann die Abstimmung der Kirchgemeinde über die Bühne geht, ist im Moment noch offen, sagt auch der Präsident der Kirchenvorsteherschaft Bruno Winkler. Grundsätzlich spüre er Zustimmung bei den Kirchbürgern. Es gehe nun aber alles ein wenig schnell, ohne dass mit betroffenen Angehörigen gesprochen worden sei. Deshalb erhofft er sich weitere Gespräche und detailliertere Informationen. Einig sind sich Winkler und Bürgi, dass eine Versetzung der ohnehin sanierungsbedürftigen Mauer aus moralisch-ethischen Gründen mit der grösstmöglichen Rücksichtnahme der Totenruhe zu erfolgen hat.

Gemeinde und Kanton jedenfalls hoffen zweimal auf einen positiven Entscheid und geben sich zuversichtlich. Denn sollte das durchgehende Trottoir nicht realisiert werden, fehle das Medaillon des Projekts. Einen kompletten Übungsabbruch steht aber nicht zur Debatte. Lehne die Kirchgemeinde den Landerwerb ab, zöge man die Sanierung und die Aufwertung der Hauptstrasse trotzdem durch. Läuft alles nach dem Gusto von Gemeinde und Kanton, dürften die Bauarbeiten im Jahr 2020 beginnen.

«Wir wollten die Kosten für die detaillierte Planung wie Bauphasen oder Umleitungen bewusst tief halten»

meint Gemeindepräsident Markus Bürgi. Zuerst soll das Volk entscheiden, ob und in welcher Form diese überhaupt angegangen werden sollen. Ehe die Wahllokale öffnen, informiert die Gemeinde die Stimmbürger nochmals an einem Infoabend Ende Oktober.

Infoveranstaltung zur Hauptstrassensanierung, Do, 25. Oktober 2018, 19.30 Uhr im Tscharnerhaus.

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