Für mehr Sicherheit rund um die Kaserne Auenfeld in Frauenfeld

Die Armee saniert und vergrössert die Kaserne Auenfeld in der Thurgauer Kantonshauptstadt. Dafür baut sie sich ihre eigene Zufahrt zur Baustelle. Mit einem möglichen Kreisel an der Kreuzung West-/Thurstrasse hat das Vorhaben aber nichts zu tun.

Samuel Koch
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Zwischen Thurbrücke und Kaserne Auenfeld entsteht ein provisorischer Abbieger in die nördliche Militärstrasse (rechts). (Bild: Andrea Stalder)

Zwischen Thurbrücke und Kaserne Auenfeld entsteht ein provisorischer Abbieger in die nördliche Militärstrasse (rechts). (Bild: Andrea Stalder)

Emsiges Treiben herrscht auf dem Waffenplatz nicht nur wegen der Armee-Angehörigen, die übers Gelände robben oder mit ihren Schusswaffen üben. Seit einiger Zeit herrscht auch Betrieb rund ums Restaurant Kanönli: einerseits beim Bau des neuen Rechenzentrums Campus für sensible Daten der Bundesverwaltung, andererseits bei der Sanierung und dem Ausbau der Kaserne Auenfeld. Letzteres betrifft nun auch den gewöhnlichen Verkehrsteilnehmer, der sonst nicht auf den Strassen des Waffenplatzes unterwegs ist.

Denn die Armasuisse als VBS-Immobilienverwalterin errichtet sich nordwestlich des Waffenplatzes in Richtung Thurbrücke einen Verkehrsknoten für eine eigene Baustellenzufahrt Nord über die Militärstrasse. «Die Baustellenzufahrt erfolgt von Norden, damit der militärische Verkehr auf dem Waffenplatz nicht beeinträchtigt und somit das Unfallrisiko minimiert wird», erläutert Margrit Schwaller, Kommunikationsverantwortliche bei Armasuisse.

Zwar handelt es sich um ein Projekt der Armasuisse. Weil es sich bei der Weststrasse jedoch um eine Kantonsstrasse handelt, hat das kantonale Tiefbauamt vorgeschrieben, dass es für die Baustellenzufahrt eine Einspurstrecke benötigt, wie Leiter Strassenbau Marc Rudolf erläutert. «Für den Ausbau der Kaserne gibt es für die nächsten zehn Jahre eine provisorische Baustellenzufahrt», meint er.

Einige schützenswerte Bäume gefällt

Die zahlreichen Lastwagen, die auch Baumaterialien aus Richtung Warth-Weiningen antransportieren, fahren von der Thurbrücke herkommend über einen Linksabbieger in die Militärstrasse ein, die als Kiesstrasse noch einen provisorischen Asphalt erfährt. «Primär geht es darum, den Verkehrsknoten sicherer zu machen, den täglich gegen 10'000 Fahrzeuge benutzen», meint Rudolf. Auf der Weststrasse gilt Tempo 80, da könne es rasch zu gefährlichen Situationen kommen, wenn ein Lastwagen plötzlich abbremse. Läuft alles nach Plan der Armasuisse, bleibt die Baustelle, die mit einer Lichtsignalanlage entschärft wird, bis Mitte Dezember.

Erste Bauetappe für 112 Millionen Franken läuft seit Mitte August

Das Frauenfelder Kasernenareal Auenfeld soll bis 2027 in vier Bauetappen für insgesamt 271 Millionen Franken saniert und ausgebaut werden. Während der ersten Etappe, deren Kosten von 112 Millionen Franken gemäss Immobilienbotschaft des Bundes bewilligt sind, sind ein Ersatzneubau des Verpflegungszentrums und die Umleitung von Werkleitungen vorgesehen. Der Baubeginn ist Mitte August erfolgt, wie Armasuisse-Sprecherin Margrit Schwaller sagt. «Bis Ende Jahr werden Vorbereitungsarbeiten ausgeführt, so dass die eigentlichen Bauarbeiten anfangs 2019 termingerecht beginnen können», sagt sie. Die Kosten für die Baustellenzufahrt seien in den Gesamtkosten der ersten Etappe enthalten, erläutert sie. Die Kaserne soll nach dem Komplettausbau neu 1700 Armeeangehörigen Platz bieten, heute sind es 700. Ob die Stadtkaserne im Zentrum bis voraussichtlich 2021 definitiv freigespielt ist, konnte Schwaller nicht sagen. (sko)

Ebenso für mehr Sicherheit sorgt die Rodung von über einem Dutzend Bäumen. Der Stadtrat hat entschieden, den Wallnussbaum und die 15 betroffenen Eschen, die teils von der Eschenwelke befallen sind, aus dem Schutzplan Natur- und Kulturobjekte zu entfernen. Im Sinne einer Interessenabwägung zugunsten der Verkehrssicherheit hätten die Bäume gefällt werden dürfen. Der Stadtrat schreibt aber auch: «Der Ersatz der gefällten Bäume hat umgehend nach der Wiederherstellung der Weststrasse nach der rund zehnjährigen Bauzeit zu erfolgen.»

Noch keine Planung betreffend Kreisel

Für das Tiefbauamt hat die Baustelleneinfahrt des Bundes auch eine temporeduzierende Wirkung auf die Verkehrsteilnehmer auf der Weststrasse im Allgemeinen. «Dadurch verbessert sich auch die Situation rund um die Kreuzung West-/Thurstrasse», meint Marc Rudolf. Für diesen viel befahrenen Knotenpunkt ist in naher Zukunft ein Kreisel vorgesehen. «Dieser Knotenpunkt ist im Programm des Kantons drin», sagt Rudolf. In planerischer Hinsicht sei diesbezüglich aber noch nichts unternommen worden. Frühestens in den Jahren 2020/21 sei dort mit dem Bau eines Kreisel zu rechnen.

FRAUENFELD: Quereinsteiger sind selten

Oberst Reto Brunschweiler ist seit Juni 2017 Schulkommandant in der Kaserne Auenfeld. Bis jetzt hatten er und seine Mitarbeiter unter anderem mit der Weiterentwicklung der Armee alle Hände voll zu tun.
Christian Ruh