Für mehr Sicherheit in der Wasserversorgung baut Diessenhofen eine Leitung nach Schlatt.

Nach der Sanierung und technischen Erneuerung der beiden Reservoirs auf dem Buechberg folgt nun der Bau der Leitung ins Schlattertal.

Stefan Hilzinger
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Bauleiter Frank Muggli und Stadtpräsident Markus Birk im erneuerten Reservoir Buechberg II. Unten rechts ist eine der neu eingebauten Drucktüren zu den Wasserkammern zu erkennen.

Bauleiter Frank Muggli und Stadtpräsident Markus Birk im erneuerten Reservoir Buechberg II. Unten rechts ist eine der neu eingebauten Drucktüren zu den Wasserkammern zu erkennen.

(Bild: Andrea Stalder)

In rund zwei Jahren dürfte es so weit sein: Dann sind die beiden Wasserversorgungen von Schlatt und Diessenhofen zusammengeschlossen. Diesen Zeithorizont nennt Ingenieur Frank Muggli an einem Ortstermin am Dienstag auf dem Buech­berg, der Anhöhe zwischen den beiden Gemeinden. Dort sind Handwerker gerade dabei, die zwei Reservoirs auf Vordermann zu bringen. Die Wasserspeicher – einer datiert aus dem Jahr 1896, der andere aus dem Jahr 1965 – lässt die Gemeinde grundlegend sanieren und die Technik erneuern.

Der Zugang zum mehr als 120jährigen ersten Reservoir auf dem Buechberg. Weil die bauliche Substanz gut im Stand ist, kann es die Gemeinde weiter nutzen.

Der Zugang zum mehr als 120jährigen ersten Reservoir auf dem Buechberg. Weil die bauliche Substanz gut im Stand ist, kann es die Gemeinde weiter nutzen. 

(Bild: Andrea Stalder)

Die Arbeiten sind demnächst abgeschlossen. Die beiden Kammern im neueren Reservoir sind bereits wieder gefüllt. Die neuen Drucktüren gewähren durch ein Bullauge einen Blick ins Innere. «Das ist nun Stand der Technik», sagt Ingenieur Muggli, der als Bauleiter fungiert. Die alten Einstiege von oben sind zubetoniert.

Investitionen von rund einer Million Franken.

«Die Sanierung ist die erste Etappe des aktuellen Ausbaus der Diessenhofer Wasserversorgung», sagt Stadtpräsident Markus Birk. Als zweite Etappe folgt später der Bau der Verbindung zwischen den Reservoirs im Buech­berg und der Schlatter Wasserversorgung. Rund eine Million Franken soll die Sache insgesamt kosten. Die Stimmbürger haben die Kredite an Gemeindeversammlungen im Jahr 2017 und 2018 bewilligt.

Sanierung und Zusammenschluss mit Schlatt sollen die Diessenhofer Wasserversorgung sicherer in Notzeiten machen, wie der Stadtpräsident erklärt. Das Rheinstädtchen bezieht 40 Prozent seines Wassers aus acht Quellen im Kohlfirst und die übrigen 60 Prozent aus zwei Grundwasserfassungen.

Anbindung an den Kundelfingerhof ist kein Thema mehr

Fällt etwa eine Grundwasserfassung aus oder stimmt die Qualität des Quellwassers nicht mehr (was auch schon vorkam), so kann Diessenhofen den durchschnittlichen täglichen Bedarf von 1300 Kubikmetern (1,3 Millionen Liter) nicht mehr selbst decken. Doch genau das schreibt der Kanton den Gemeinden vor.

Hinweis auf die Hygiene im Innern des Reservoirs.

Hinweis auf die Hygiene im Innern des Reservoirs.

Andrea Stalder

Im Falle eines Falles wird Diessenhofen auf Schlatter Wasser zugreifen können – und Schlatt auch auf Diessenhofer Wasser. Wegen der komplexen Hydrologie werden dazu zwei Leitungen gezogen: In einer fliesst Schlatter Wasser ins Reservoir Buechberg, durch die zweite pumpt Diessenhofen nötigenfalls Wasser nach Schlatt. Weil die Gemeinden nun direkt zusammenspannen, ist die für Diessenhofen einst diskutierte Anbindung an die Quellen des Kundelfingerhofs kein Thema mehr.

Wasserqualität eher ein Problem als Wassermenge

Mit dem Bau der Leitungen sind künftig die Wasserversorgungen aller drei Unterthurgauer Gemeinden zusammengeschlossen. Schon seit längerem kann Diessenhofen nötigenfalls auch Wasser aus Basadingen-Schlattingen beziehen. Für Stadtpräsident Birk stellt dabei nicht in erster Linie Trockenheit die künftige Herausforderung dar. Birk:

«Diessenhofen hatte weder im Hitzesommer 2003 noch im vergangenen Sommer zu wenig Wasser.»

Vielmehr gehe es darum, reagieren zu können, sollte die Qualität des Grund- oder Quellwassers nicht mehr genügen. Birk erwähnt hier die aktuelle Problematik mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Aber auch simple technische Ursachen können dazu führen, dass die Versorgung mit Wasser kurzzeitig kritisch wird. So weiss Ingenieur Muggli von einem Blitzschlag, der vor Jahren in Basadingen das Pumpwerk ausser Gefecht setzte.

Wasser marsch für Kundelfingerhof in Diessenhofen

Um die Wasserversorgung auch in Notsituationen sicherstellen zu können, will die Stadt Diessenhofen eine Leitung zum Kundelfingerhof bauen und das Reservoir Buechberg sanieren. Kostenpunkt: Rund eine Million Franken.
Rahel Haag