Für Eschenz gibt es nur eine Richtung: Vorwärts – Darin sind sich die vier Kandidierenden für die zwei Gemeinderatssitze und das Präsidium einig

Drei Männer und eine Frau stellen sich in Eschenz zur Wahl. Während Linda Signer das Präsidium übernehmen will, kandidieren Norman Hild, Erich Studer und Fabian Tschalèr für die beiden freien Gemeinderatssitze. Am Mittwoch haben sich alle den Fragen der Stimmberechtigten gestellt.

Rahel Haag
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Sie wollen in Eschenz ein politisches Amt übernehmen: Linda Signer, Norman Hild, Erich Studer und Fabian Tschalèr.

Sie wollen in Eschenz ein politisches Amt übernehmen: Linda Signer, Norman Hild, Erich Studer und Fabian Tschalèr.

Bild: Donato Caspari

Vor der Tür zur alten Turnhalle in Eschenz steht am Mittwochabend eine Handvoll Menschen herum. Sie machen einen etwas ratlosen Eindruck. «Also dänn», sagt ein Mann schliesslich. «Tschüss mitenand.» Eigentlich hatte er an der Podiumsdiskussion mit den vier Kandidierenden für den Gemeinderat und das Gemeindepräsidium teilnehmen wollen. Doch aufgrund der Coronapandemie ist die Platzzahl beschränkt – und die 80 Stühle sind bereits besetzt.

Da drei der vier Kandidierenden parteilos sind, will Marcel Weber, Moderator und Präsident der örtlichen SVP, wissen, wo sie sich in der politischen Landschaft sehen. Linda Signer (parteilos), die sich als Einzige für das Gemeindepräsidium zur Wahl stellt, sagt: «Eine gute Mischung macht’s.» Sie sei freiheitsliebend und lege Wert auf Selbstverantwortung. Gleichzeitig liege ihr die Ökologie am Herzen.

«Mir ist Nachhaltigkeit wichtig», sagt Erich Studer (parteilos), der für den Gemeinderat kandidiert. Der Projektleiter Bau fügt hinzu:

«Ich bin aber nicht generell grün.»

Es gehe ihm darum, dass die heute gefällten Entscheidungen auch für die Zukunft «verhebed».

Sein Konkurrent Fabian Tschalèr (parteilos) bezeichnet sich als Mitte-rechts. «Ich habe aber für alle Parteien ein offenes Ohr.» Norman Hild (SVP) schmunzelt, bevor er zu einer Antwort ansetzt. «Ich bin nicht nur Rechts», sagt der 41-jährige Landwirt, «sondern auch kompromissbereit.»

«Als Politiker kann man nicht der Vatertyp sein»

Nach wenigen Fragen spielt Weber den Ball dem Publikum zu. Eine Frau möchte wissen, worauf es den Kandidierenden bei ihrem Führungsstil ankommt. Signer sagt, dass sie keinen diktatorischen Ansatz verfolge, sondern gemeinsam an einem Strang ziehen wolle. Hild ist diesbezüglich etwas anderer Meinung:

«In der Politik kann man nicht der väterliche Typ sein.»

Wer führe, sage auch, wie es gemacht werde.

«In dieser Sache bin ich der Teamplayer», sagt der 40-jährige Studer, der zehn Jahre lang in der Nati A Handball gespielt hat. Tschalèr, der den Werkhof in Stein am Rhein leitet, ist es wichtig, dass in einem Team jeder seinen Beitrag leisten kann.

«Ich würde jedem ein bisschen freie Hand lassen.»

«Ich will mich nicht damit belasten»

Auch die turbulente Vorgeschichte mit den zahlreichen Rücktritten in Verwaltung und Exekutive kommt an diesem Abend zur Sprache. Ein Mann fragt, ob die Kandidierenden diese Ereignisse aufklären oder weiter totschweigen wollen. In diesem Punkt sind sich alle einig: Es soll vorwärtsgehen und nicht zurückgeschaut werden.

Der 40-jährige Tschalèr sagt, er wolle keinen Schuldigen suchen. Studer fragt sich derweil, ob die Nachfolger überhaupt den Antrieb haben sollten, die Sachlage aufzuklären. Hild würde sich zuerst einarbeiten wollen. «Man kann die Sache immer noch anschauen», sagt er. Die 41-jährige Signer stellt klar:

«Ich will mich nicht damit belasten, sondern frohen Mutes vorwärtsgehen.»

Die Kandidatin für das Gemeindepräsidium lebt erst seit anderthalb Jahren in Eschenz. «Man weiss nicht viel über Sie», sagt eine Zuhörerin, «ausser dass Ihre Kinder nicht hier zur Schule gehen.» Was sie denn tue, um der Bevölkerung näher zu kommen? «Meine jüngste Tochter hat unterdessen nach Eschenz gewechselt», sagt Unternehmerin Signer. Dadurch habe sie viele Leute kennen gelernt, was sie sehr schätze. Auch auf der Strasse komme sie mit vielen Leuten ins Gespräch. «Ich freue mich immer, wenn jemand auf mich zukommt.» Sie lächelt.

Hinweis: Am 27. September wählen die Eschenzer Stimmberechtigten einerseits zwei Personen in den Gemeinderat und andererseits eine ins Gemeindepräsidium. Ein allfälliger zweiter Wahlgang fände am 8. November statt.

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