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Für den Thurgau hat das neue Geburtshaus in St.Gallen keine Priorität

Das neue Geburtshaus in St.Gallen hat auch Frauen aus dem Kanton Thurgau als Zielpublikum. Dieser sieht aktuell aber keine Versorgungslücke und will erst bei der generellen Überarbeitung der Spitalliste prüfen, ob er die Institution aufnimmt.
Larissa Flammer
Ein Neugeborenes im Spital Triemli in Zürich. (Bild: Gaetan Bally/KEY)

Ein Neugeborenes im Spital Triemli in Zürich. (Bild: Gaetan Bally/KEY)

Im Geburtshaus St.Gallen, das am 1. April eröffnet, haben sich auch schon Thurgauerinnen angemeldet. «Frauen aus der gesamten Ostschweiz, also auch aus den angrenzenden Kantonen, gehören zu unserem Zielpublikum», sagt Hebamme Sabine Kurz vom Geburtshausteam auf Anfrage.

Aus diesem Grund hat die Institution auch im Thurgau und den beiden Appenzell den Antrag gestellt, auf die Spitalliste aufgenommen zu werden. Der Listenplatz sei zwingend für das finanzielle Überleben des Vorhabens.

Das Thurgauer Amt für Gesundheit hat den Antrag erhalten. Die stellvertretende Amtschefin Susanna Schuppisser sagt:

«Wir haben darauf verwiesen, dass er im Rahmen der generellen Überarbeitung der Spitalliste geprüft wird.»

Der Zeitpunkt dafür sei noch unbestimmt. «Wir reden von der Spitalplanung 202X.»

Auch Appenzell Ausserrhoden wird voraussichtlich bei der generellen Überarbeitung entscheiden, heisst es auf Anfrage. Im Kanton Appenzell Innerrhoden weiss man noch nicht, wann der Antrag behandelt wird. Departementssekretär Mathias Cajochen sagt: «Wir warten ab, bis das Geburtshaus auf der St.Galler Spitalliste ist.» Die St.Galler Regierung wird voraussichtlich Ende März entscheiden.

Es gilt die freie Spitalwahl

Wie Susanna Schuppisser ausführt, sieht der Kanton Thurgau aktuell keine Versorgungslücken im Bereich der Geburtsbegleitung. In den Kantonsspitälern Frauenfeld und Münsterlingen sei vor mehreren Jahren die von Hebammen geleitete Geburt eingeführt worden. «Dieses Angebot hat sich bewährt.»

Die stellvertretende Thurgauer Amtschefin weist aber auch auf die freie Spitalwahl hin.

«Frauen aus dem Thurgau können sich entscheiden, nach St.Gallen zu gehen.»

Die Grundversicherung und der Kanton bezahlen für die Entbindung auch ausserhalb des Wohnkantons. Gebe es dann bei der Geburt aber Komplikationen, könne es sein, dass die zusätzlichen Kosten zu Lasten der Zusatzversicherung oder eben der Frau selber gehen. Susanna Schuppisser sagt: «Daher sollten sich Schwangere umfassend informieren.»

Sogar vom Bodensee zur Geburt ins Zürcher Oberland

Heute schon berufen sich Thurgauerinnen auf die freie Spitalwahl und gebären ihre Kinder zum Beispiel im Geburtshaus Zürcher Oberland in Bäretswil (südwestlich des Hörnli). Auch dieses steht nicht auf der Thurgauer Spitalliste. Bea Angehrn Okpara, die Vorsitzende der Geschäftsleitung, sagt aber:

«Wir spüren sehr viel Wohlwollen von den Kantonen Thurgau und St.Gallen.»

Die Rechnungen des Geburtshauses würden ohne Probleme bezahlt, schliesslich seien sie deutlich günstiger als die der Kliniken. Im vergangenen Jahr gebar sogar eine Frau aus Rorschach ihr Kind im Geburtshaus Zürich Oberland. Bea Angehrn Okpara sagt: «Die Frauen sind sich bewusst, dass sich der weite Weg lohnt.» Sie freut sich, wenn künftig eine Frau in den Wehen in St.Gallen ein Angebot findet und keine so lange Fahrt mehr auf sich nehmen muss.

Geburten in Spitälern ziehen unnötige Verletzungen mit sich

Die Vorsitzende der Geschäftsleitung betont die Wichtigkeit von Geburtshäusern: «Im Kanton Zürich kommt jedes zweite Kind durch eine operative Entbindung auf die Welt, es gibt nur noch fünf Prozent natürliche Geburten.» Die Frauen würden jahrelang Krankenkassenprämien zahlen, während der Geburt im Spital dann aber keine 1:1-Betreuung erhalten.

«Zudem fehlen die nötigen individuellen Zeitfenster oder das Fachwissen über die natürlichen Abläufe.» Das führe zu vielen unnötigen Verletzungen – Kaiserschnitt, Dammschnitt – und traumatischen Geburtsverläufen. Bea Angehrn Okpara weist darauf hin, dass Hebammen Fachexpertinnen sind, die einen Bachelor-Abschluss haben. «Das ist vielen Frauen nicht bewusst, weshalb sie immer gleich zum Arzt gehen.»

Auch aus diesem Grund eröffnet das Geburtshaus Zürcher Oberland im März eine neue Praxis in Winterthur, wo Schwangerschaftsvorsorge, Kurse und individuelle Betreuungen angeboten werden.

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