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Glosse

Füdlitätsch für Hörhauser Pizzaiolo

In seiner elften Staffel reiste Restauranttester Daniel Bumann in den Thurgau zu Emiliano, der in Hörhausen ein Ristorante führt. Sämtliche Tipps und Tricks des Spitzenkochs brachten nichts, weshalb er kurzerhand zu härteren Mitteln griff.
Samuel Koch
Restauranttester Bumann vor dem Eingang zum Ristorante Pizzeria Don Camillo in Hörhausen. (Bild: PD/3Plus)

Restauranttester Bumann vor dem Eingang zum Ristorante Pizzeria Don Camillo in Hörhausen. (Bild: PD/3Plus)

27 Jahre als selbstständiger Gastronom, knapp zehn Jahre als Restauranttester unterwegs: Spitzenkoch Daniel Bumann war etwa Träger von 18 Gault-Millau-Punkten und gehört definitiv zum Olymp der Schweizer Köche. Unzählige Beizer schweizweit hat er nach turbulenten Zeiten mit Tipps und Tricks vor den Fernsehkameras des Privatsenders 3Plus erfolgreich wieder auf die richtige Spur gebracht. Die teils herzzerreissenden Schicksale bei «Bumann – der Restauranttester» verfolgen wöchentlich tausende vor den Bildschirmen.

Stur, dickköpfig und uneinsichtig

Hingegen ohne Erfolg blieb zuletzt ein Besuch im Thurgau für die elfte Staffel, als Bumann im Ristorante Pizzeria Don Camillo in Hörhausen der schieren Verzweiflung nahe gekommen ist. Stur, dickköpfig und uneinsichtig: Mit diesen Attributen lässt sich die Attitüde von Gastgeber Emiliano zusammenfassen. «Niemand ist so verrückt wie Emiliano», resümierte der Abruzze immerhin selbstkritisch, der das «Don Camillo» vor drei Jahren übernommen hatte.

Immerhin: Kochen kann er, attestierte Bumann. «Der Geschmack deiner Tortelli ist eine Explosion, grandios», warf er mit Superlativen um sich. Organisatorisch und von der Einstellung her geizte er hingegen nicht mit Tadel und aufrüttelnden Kommentaren. «Deine Gäste und du, ihr wollt nicht das Gleiche», kritisierte Bumann. Einerseits wolle er seinen Gästen die Italianità aufzwingen. «Du kannst deine Besucher nicht italienisch erziehen», monierte Bumann. «Ich kann Pizza machen, ein Mittagsmenu anbieten oder abends für den Turnverein offen lassen, aber ich will nicht», konterte der Gastgeber unnachgiebig. Andererseits will Emiliano sein Ristorante nach seinem Gusto führen. Seine hilfsbereite und arbeitswütende Angestellte vernachlässigt er trotz mehrfachen Mahnfingers von Bumann.

Bis aufs Wetter und Bumanns Outfit hat sich nichts verändert

Bumann probiert alles – vergebens. Da helfen Emiliano nicht einmal Füdlitätsch mit der eigenen Pizzaschaufel vor laufenden Kameras. Selbst bei einem Besuch Bumanns im «Don Camillo» Wochen später bleiben die Erkenntnisse: Verändert hat sich zwar das Wetter und des Restauranttesters Outfit. Und bei Emiliano? – Nichts.

Ebenso wenig bringt die übertriebene und boulevardeske Berichterstattung eines Massenmediums, wonach Emiliano sein Ristorante nur dank einer Ausnahmebewilligung betreiben könne und diese ihm umgehend abzunehmen sei. Man kann bekanntlich niemanden zu seinem Glück zwingen, auch nicht einen sturen, dickköpfigen, uneinsichtigen Abruzzen.

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