Frühlingsgefühle: Der Februar ist im Thurgau zu warm

Auf den kalten Januar folgt ein frühlingshafter Februar – im Thurgau bis zu drei Grad wärmer als der Durchschnitt. Auch das Ende des Monats soll zu warm ausfallen. Der Pollenflug ist jedoch noch schwach ausgeprägt.

Dinah Hauser
Merken
Drucken
Teilen
Auch in Weinfelden sitzen die Leute wieder vermehrt zum Essen im Freien. (Bild: Andrea Stalder)

Auch in Weinfelden sitzen die Leute wieder vermehrt zum Essen im Freien. (Bild: Andrea Stalder)

Strahlend blauer Himmel und Frühlingsgefühle: So sieht derzeit der Februar im Thurgau aus. Dies ganz im Gegensatz zum letzten Jahr: Damals glich der Thurgau dieser Tage eher einer Tiefkühltruhe mit Werten bis in den zweistelligen Minusbereich.

Für die jetzige Wetterlage war erst das Hoch Dorit verantwortlich. Dieses ist nun bereits über die Schweiz hinweggezogen. Urs Graf, Meteorologe bei Meteo Schweiz, sagt:

«Nun kommt das nächste Hoch namens Erika vom Atlantik her.»

Im Thurgau und allgemein im Flachland sei es an einzelnen Tagen im Februar im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt bis zu drei Grad wärmer gewesen. «Somit war es im Schnitt seit Anfang des Monats bis zu 1,5 Grad zu warm», sagt Graf. Da sich im Mittelland noch Kaltluftseen hielten, seien die hohen Temperaturen dort weniger ausgeprägt als in den Bergen. An einzelnen Tagen sei es in höheren Lagen bis zu elf Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. «Im Mittel war dort der Februar bisher bis zu 3,5 Grad wärmer», sagt Graf.

Stephan Bader, Klimatologe am selben Institut, bestätigt die Werte. In Salen-Reutenen war es im Mittel im Februar 1,8 Grad warm. Die Messstation in Tänikon verzeichnet den tiefsten Durchschnittswert von 1,1 Grad.

Februar geht zu warm zu Ende

Wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickelt, ist für Graf bereits jetzt relativ klar abzusehen:

«Im ähnlichen Stil wie bisher; im Thurgau also leicht wärmer als der Durchschnitt der vergangenen Jahre.»

Vieles deute darauf hin, dass der Februar im Mittelland zu warm, in den Berglagen sogar deutlich zu warm zu Ende gehe.

Stephan Bader rechnet mit einem Monatsüberschuss von bis zu 2,2 Grad im vergleich zum Durchschnittswert im Flachland. Die zehn mildesten Februarmonate waren gemäss Bader an den drei Messstationen im Thurgau im Durchschnitt mindestens drei Grad warm. «Damit liegt der Februar 2019 nicht unter den 20 mildesten Februarmonaten seit Messbeginn 1864.»

Somit stelle weder der aktuelle Monat noch der Winter bezüglich Wärme etwas besonderes dar. «Allerdings fehlt noch ein Drittel des Monats Februar, was bis zum Monatsende durchaus zu Änderungen in den Datenwerten führen kann», hält Bader fest.

Pollen kommen leicht verspätet

In Münsterlingen steht auch eine der 14 Pollenmessstationen der Schweiz. Laut Regula Gehrig, wissenschaftliche Mitarbeiterin Klima bei Meteo Schweiz, gab es bis zum Sonntag höchstens schwache Belastungen durch Hasel- und Erlenpollen. Gehrig sagt:

«Die Pollenkonzentrationen nehmen jedoch in diesen Tagen zu, so dass mässig bis starke Belastungen zu erwarten sind.»

Im Mittel würden in Münsterlingen am 2. Februar mässige Konzentrationen der Haselpollen gemessen und ab dem 14. Februar träten starke Belastungen auf. «Der aktuelle Stand der Pollensaison entspricht also etwa dem Mittel und ist sogar ganz leicht verspätet», sagt Gehrig.

Kein Niederschlag in der nächsten Woche

Laut Meteorologe Urs Graf ist wohl für mindestens die nächsten zehn Tage nicht mit Niederschlag zu rechnen. Zudem komme gegen Ende dieser Woche eine Bisenströmung hinzu. «Mit einigen Hochnebelfeldern über dem Mittelland kann es sein, dass es am Wochenende nicht mehr so sonnig wird, wie es in den letzten Tagen war», prognostiziert Graf.