Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Beim Eschliker Migrationstreff entstehen neue Bekanntschaften

Die Gemeinde engagiert sich vielseitig im Bereich Integration. Eine Erfolgsgeschichte ist dabei der wöchentliche Migrationstreff, bei dem die Teilnehmer aus verschiedenen Kulturkreisen neue Kontakte knüpfen.
Roman Scherrer
Am einen Tisch legen die Teilnehmer des Migrationstreffs fleissig «Uno»-Karten ab. (Bilder: Reto Martin)

Am einen Tisch legen die Teilnehmer des Migrationstreffs fleissig «Uno»-Karten ab. (Bilder: Reto Martin)

Eigentlich schliesst die Eschliker Bibliothek am Dienstag jeweils um 17 Uhr. Rund eine Stunde später trudeln aber noch Leute ein und versammeln sich um zwei Tische, auf denen Früchte, Backwaren und Getränke bereitstehen. Jeder, der neu dazustösst, grüsst alle Anwesenden freundlich per Händedruck und mit Vornamen.

Nach einer Stunde haben sich 27 Personen in der Bibliothek eingefunden. Alle nehmen sie am wöchentlichen Migrationstreff teil, der von der Gemeinde organisiert ist. Wie der Name des Treffs vermuten lässt, bilden die Teilnehmer eine bunt gemischte Gruppe. Sie stammen aus Afghanistan, Eritrea, Indien, Italien, Russland. Auch Einheimische sind dabei. «Es sind jeweils zu je einem Drittel Asylsuchende, Leute mit Migrationshintergrund und Einheimische», erklärt Isabelle Denzler, Gemeinderätin im Ressort Soziales und Gesundheit.

Aus Themencafé entstanden

Sabine Dietz ist eine von drei Frauen, die den Migrationstreff mit viel freiwilligem Engagement durchführen. Schon länger unterrichtet sie auch Schulkinder in Deutsch als Zweitsprache. Bei dieser Tätigkeit ist ihr ein Anliegen aufgekommen, das speziell die Frauen unter den Migranten betrifft. «Sie sind meistens nur zu Hause», sagt Dietz.

Diesen Punkt hat sie mit Gemeinderätin Isabelle Denzler besprochen, woraufhin die Gemeinde das sogenannte Themencafé eingeführt hat. Dieses bietet den Migrantinnen die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und die Schweizer Kultur besser kennen zu lernen. «Wir wollten dann auch etwas für die Männer anbieten», sagt Denzler. Als eine Massnahme zum 20-Jahr-Jubiläum der Politischen Gemeinde ist 2017 der Migrationstreff als Pilotprojekt aus der Traufe gehoben worden. Und Ende des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat entschieden, den Migrationstreff weiterzuführen.

Kostengünstige Massnahme

«Es ist eine lässige Sache», sagt Isabelle Denzler. «Zudem ist der Treff sehr kostengünstig. Und er stärkt die Dorfgemeinschaft, was sich der Gemeinderat sowieso zum Ziel gesetzt hat.» Die Gemeinde bietet so – mit den eigenen Deutschkursen – ein ganzes Paket an Integrationsmassnahmen. Sabine Dietz lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde:

«Wir sind ihr dankbar, dass sie uns ermöglicht, den Migrationstreff durchzuführen.»

Der Treff ist ein Erfolg, denn hier werden wertvolle Kontakte geknüpft. So kommt es etwa, dass Einheimische mit Asylsuchenden Lernfahrten mit dem Auto durchführen oder den Migranten bei administrativen Dingen helfen, beispielsweise den Brief einer Amtsstelle zu erklären. Auf der anderen Seite hat der Treff zum Beispiel schon dazu gedient, dass Asylsuchende eine Arbeit gefunden haben. Und einige von ihnen haben sich an einem Treff bereit erklärt, der Schule beim Aufbau des neuen Spielplatzes zu helfen.

Migrantinnen spielen mit Einheimischen «Stadt, Land, Fluss» und lernen so die deutsche Sprache besser kennen.

Migrantinnen spielen mit Einheimischen «Stadt, Land, Fluss» und lernen so die deutsche Sprache besser kennen.

Spiele sind beliebt

Der Migrationstreff ist aber viel mehr als Arbeitsvermittlung. Ein Grossteil der Integration erfolgt über Spiele. Dabei macht mit, wer Lust hat. Am einen Tisch werden fleissig Karten des beliebten «Uno»-Spiels abgelegt. Die Spieler witzeln dabei gerne, der Humor kommt nicht zu kurz. Mehrere Frauen lernen am zweiten Tisch durch «Stadt, Land, Fluss» die deutsche Sprache spielerisch besser kennen. Als eine Frucht gesucht wird, die mit «U» beginnt, kommen auch jene ins Grübeln, die Deutsch als Muttersprache haben.

Sabine Dietz zeigt ein Buch. Es ist sozusagen ein Tagebuch, in dem sich die Teilnehmer jedes Treffs jeweils mit Namen eintragen. Auch Bilder sind darin zu sehen, von speziellen Veranstaltungen des Migrationstreffs – einem Raclette- oder Grillabends etwa. «Bald wird es Marroni geben», sagt Sabine Dietz lächelnd. Auf einer Seite des Buchs hat, bezeichnend für die Dankbarkeit der Migranten, eine Frau ihre Grussworte hinterlassen, die offensichtlich aus der Gemeinde weggezogen ist. «Liebes Eschlikon», steht dort auf Englisch. «Es war eine wunderbare Erfahrung. Ich liebe all die netten Menschen, die ich fast jeden Dienstag in der Bibliothek getroffen habe.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.