Freizeit
Und dann ging die Venus beim Wald unter: Dorfverein Mammern organisiert kräftezehrende, aber eindrückliche Nachtwanderung zur Hochwacht

Pandemiebedingt mit exakt 50 Personen ging es am Samstagabend mit dem Dorfverein Mammern hinauf bis zur Hochwacht. Nebst Kulinarik stand der Blick zum Himmel im Fokus.

Margrith Pfister-Kübler
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Vorstandsmitglied und Organisator Stefan Weber verteilt brennende Fackeln für den Nachhauseweg.

Vorstandsmitglied und Organisator Stefan Weber verteilt brennende Fackeln für den Nachhauseweg.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Dieses Pünktli über dem Wald ist die Venus», erklärte Steinbildhauer Edi Stäheli den Buben, Mädchen und den Erwachsenen. «Die Venus ist das Pünktli unter der Mondsichel», sagte er weiter, während sich auf der Hochwacht oberhalb Klingenzell so gegen 23 Uhr mit Blick zum Hohenklingen alle um zwei Teleskope drängelten. Nach einer coronabedingten Pause hat der Dorfverein Mammern die traditionelle Wandernacht am Samstagabend wieder aufleben lassen.

Immer wieder hat Vorstandsmitglied Stefan Weber beim Ausgangspunkt am Bahnhof Mammern um 20 Uhr gezählt, damit die pandemiebedingte Anzahl von 50 nicht überschritten wird. Genau 50, davon über die Hälfte Kinder. Diese familienfreundliche Wandernacht ist gefragt. Und immer wieder erfreut der Verein mit neuen Ideen und einem frischen Umgang mit dem Vertrauten der Region.

Pflanzenkunde unter den Kindern

Die Wanderung führte über das steile urig-romantische «Tüüftobel». Da wurde das Wissen rund um den Wald aufgefrischt, später auf dem Weg nach Klingenzell zum Restaurant Klingenzellerhof testeten die Kinder, wer besser Bescheid weiss über die Getreidearten und was sonst so alles wächst. Hunger und Durst machten sich bemerkbar. Ziel: «Klingenzellerhof». Alles war bestens organisiert. Wirtin Nadine Splettstösser sagte:

Nadine Splettstösser, Wirtin «Klingenzellerhof».

Nadine Splettstösser, Wirtin «Klingenzellerhof».

Bild: PD
«Wir sind so froh, dass wir wieder Gäste bewirten dürfen.»

«Pommes und Wienerli», jubelten die Kinder. Das bestellte Essen war auf die Kinderwünsche abgestimmt. Die Stimmung auf der Terrasse war beglückend, der durch Corona geraubte Freiheitsdrang bekam Aufwind.

Der Marsch im Dunkeln zur Hochwacht, dem Aussichtspunkt über Mammern mit Bunker, bildete einen weiteren Höhepunkt. Dort war alles vorbereitet fürs Sternegucken durch Steinbildhauer Edi Stäheli. Er wurde mit Fragen gelöchert. Alle wollten die Venus unter der Mondsichel sehen. «Cool, cool!» Und plötzlich ging die Venus unter dort beim Wald.

Steinbildhauer und Hobbyastronom Edi Stäheli öffnet den Kindern mit seinem Teleskop das Tor zu den Sternen und dem Mond.

Steinbildhauer und Hobbyastronom Edi Stäheli öffnet den Kindern mit seinem Teleskop das Tor zu den Sternen und dem Mond.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Weitblick zu den Lichtern auf der Reichenau

Das Sterne- und Mondgucken fesselte alle. Einzige Konkurrenz: Das exklusive Kuchenbuffet beim Bunker und der Feuerstelle. Lupenreine Freude rundum. Einige Buben kletterten auf den Bunker, liessen die Beine baumeln und genossen den Weitblick zu den Lichtern bis zur Insel Reichenau. Instinktsicher hatte Stefan Weber für den Heimweg Fackeln organisiert, persönlich entzündete und überreichte er jede einzelne Fackel. Um die Stimmung war es gut bestellt auch auf dem Fussmarsch wieder hinunter durch den Wald und die Störenbergstrasse ins Dorf Mammern.

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