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Auftakt zu einer Turnierserie in Fantasy-Welten: Frauenfeld ist neue Hochburg des Sammelkartenspiels «Magic The Gathering»

Das braucht ein wenig Hirnschmalz: Am Sonntagabend ging das erste einer Reihe von Turnieren des Sammelkartenspiels «Magic The Gathering» im Be-You-Café in Frauenfeld zu Ende. Hinter den Spieltagen steht der Frauenfelder Jan Bau.

Manuela Olgiati
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Zwei konzentrierte Spieler im Duell.

Zwei konzentrierte Spieler im Duell.

Bild: Manuela Olgiati

Ein Spiel für kluge Köpfe. Männer zwischen 18 und 50 sitzen am Sonntagnachmittag an Zweiertischen und spielen Karten. Sie sprechen ruhig miteinander. Teilnehmer, die bereits ausgeschieden sind, versammeln sich um einzelne Tische und diskutieren. Immer wieder sind englische Begriffe zu hören. Schiedsrichter Felix Tribelhorn kennt die Kartensets, die in der Grösse herkömmlichen Spielkarten ähneln und farbige Fabelwesen mit englischen Texten zeigen. Das ist das Fantasy-Sammelkartenspiel «Magic The Gathering».

Am «Magic»-Turnier im Be-You-Café.

Am «Magic»-Turnier im Be-You-Café.

Bild: Manuela Olgiati

Bei «Magic The Gathering» übernehmen zwei oder mehr Spieler die Rollen von sich duellierenden Zauberern. Beim Sammelkartenspiel, das von den amerikanischen Spieleentwicklern Richard Garfield und Mike Elliot 1993 ins Leben gerufen wurde, handelt es sich um ein beliebtes Spiel für alle Generationen, das man weltweit spielt. «Magic» erinnert an Fantasy-Filme und bietet von Orcs, Rittern, Magiern bis hin zu Kobolden eigentlich fast alles, was man in diesem Kontext als genretypisch bezeichnen könnte. Eben Fabelwesen in verschiedenen Welten.

Fabelfiguren haben verschiedene Farben und Charakter

Jedes Wesen in der «Magic»-Welt lässt sich mit Farben charakterisieren. Jede Farbe symbolisiert bestimmte Philosophien, Spielweisen, Ansätze, aber auch Vorstellungen, wie ein Problem zu lösen ist. «‹Magic› spielen viele zu zweit oder mit mehreren Spielern», sagt Jan Bau, der Organisator dieses Spieltages. Bau hat im September 2020 sein Start-up Games & Events Frauenfeld gegründet.

Jan Bau, Turnierorganisator.

Jan Bau, Turnierorganisator.

Bild: Manuela Olgiati
«Weil ich dieses Kartenspiel sehr mag, habe ich eine Community in Frauenfeld gegründet.»

Es brauche etwas Hirnschmalz, sagt Bau. Er selber ist in der Top-8-Runde mit seinem Gegenspieler bereits über eine Stunde in das Kartenspiel vertieft. «Es ist sehr komplex», sagt einer der Teilnehmer, der in einer früheren Runde ausgeschieden ist. Gespielt werden acht Runden, und es scheiden immer mehr Spieler aus. Am Schluss spielen nur noch zwei Spieler. Immer geht es darum, den Gegner erfolgreich anzugreifen, bis das Gegenüber im Spiel keine Lebensenergie mehr hat. Dann hat man die Partie gewonnen.

Statt Videospiel bevorzugen «Magic»-Fans den sozialen Kontakt

«Magic The Gathering» gibt es auch als Videospiel. «Doch wir schätzen den sozialen Kontakt», sagen die Teilnehmer. «Das Spiel ist kurzweilig und bereitet Spass», sagt Michael Staub aus Frauenfeld. Er hat es durch Kollegen kennen gelernt. Spiele interessieren ihn so, dass Staub im September ein Studium in Game-Design an der ZHAW aufnehmen wird.

Während eines «Magic»-Duells.

Während eines «Magic»-Duells.

Bild: Manuela Olgiati

Kennt ein Teilnehmer die Strategie seines Gegenübers, kann ein Spiel sehr bald beendet sein. Mit dem Gewinnen und Verlieren nehmen es die Frauenfelder Teilnehmer sportlich. An diesem Turnier gibt es Preise in Form von Booster, das sind Kartensets. Jeder Teilnehmer hat am Anfang eine kleine Teilnahmegebühr bezahlt.

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