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Freiwillige finden 43 keltische Silbermünzen im Tägermoos

In der Kabinettausstellung des Thurgauer Museums für Archäologie ist zur Zeit der keltische Münzschatz von Tägerwilen zu sehen. Drei Freiwillige haben eine Münze nach der anderen im ehemaligen Sumpfland gefunden.
Larissa Flammer
Die keltischen Silbermünzen aus dem Tägermoos sind der Kabinettausstellung im Museum für Archäologie zu sehen. (Bilder: Donato Caspari)

Die keltischen Silbermünzen aus dem Tägermoos sind der Kabinettausstellung im Museum für Archäologie zu sehen. (Bilder: Donato Caspari)

Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. (Bild: Donato Caspari)

Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. (Bild: Donato Caspari)

Der Boden im Museum für Archäologie ist ganz mit einem Foto von umgepflügtem Boden bedeckt. «Unsere Kollegen vom Naturmuseum sind nicht ganz so naturverbunden, dass wir den Boden mit echter Erde auslegen konnten», sagt Kantonsarchäologe Hansjörg Brem mit einem Lachen. Die Erde ist für die aktuelle Kabinettausstellung in Frauenfeld wichtig. Die 43 keltischen Silbermünzen, die den Kern der Ausstellung bilden, wurden in der Erde des Tägermoos entdeckt.

Die Münzen bestehen tatsächlich hauptsächlich aus Silber, auch wenn sie nicht so aussehen. Sie haben auch nicht die typische Form heutiger Geldstücke. «Bei der ersten Münze dachten wir zuerst, es sei ein Bierdeckel. Erst als ich sie zu Hause mit der Lupe untersucht habe, sah ich die Prägung», erzählt Franco Formica. Er ist einer der drei Finder des Schatzes. «Mein grösster Fund bisher.»

Formica ist kein Archäologe. Er ist gelernter Maler, der ein Interesse an Geschichte hat. Viele Freiwillige gehen im Thurgau für das Amt für Archäologie auf die Suche nach Relikten. Behalten dürfen sie die Stücke nicht, auch Finderlohn gibt es keinen. Trotzdem hat der Kantonsarchäologe fast zu viele Interessenten. «Es sind vor allem technikaffine Leute», sagt Brem. Sie müssen sich an die Richtlinien halten, erhalten eine schriftliche Bewilligung und eine Instruktion.

Finder Franco Formica. (Bild: Donato Caspari)

Finder Franco Formica. (Bild: Donato Caspari)

«Ich habe meine Bewilligung seit drei Jahren», sagt Formica. Im Herbst und im Frühling ist er jeweils mit einem oder zwei Kollegen mehrere Wochenenden am Stück auf der Suche. Als Hilfsmittel verwenden sie Metalldetektoren. Es braucht etwas Übung um zu wissen, wann sich das Ausgraben lohnt. «Anfänger holen oft einfach nur Nägel raus», erzählt der 52-jährige Weinfelder. Dass er jetzt einen tollen Fund gemacht hat, hält ihn nicht von weiteren Suchaktionen ab.

«Wir wollen wieder so einen Volltreffer. Jetzt erst recht.»

Auf dem Stadtgebiet von Konstanz gab es früher eine grössere keltische Siedlung, wie Brem weiss. Die gefundenen Münzen stammen aus der Zeit um 100 vor Christus. Es ist wahrscheinlich, dass sie an Ort und Stelle verloren oder vergraben worden sind. Sie sind alle vom gleichen Typ – mit einem Kopf auf der Vorderseite und einem Pferde-Doppelgespann mit Wagen und Lenker auf der Rückseite. Warum sie verstreut gefunden worden sind, ist unklar.

Die ausgestellten keltischen Silbermünzen. (Bild: Donato Caspari)

Die ausgestellten keltischen Silbermünzen. (Bild: Donato Caspari)

Einen grossen Geldwert haben die Silbermünzen nicht. Es ist jedoch archäologisch sehr wertvoll, dass der Kanton dank der Finder genau über den Fundort und die Umstände Bescheid weiss und die Münzen untersuchen kann. Brem sagt, dass zum Beispiel in Deutschland viele Fundstätten regelrecht illegal geplündert werden. Der Irrglaube, mit alten Gegenständen das grosse Geld machen zu können, habe sich hartnäckig gehalten. Deshalb gibt es viele keltische Münzen zu Schrottpreisen im Internet zu kaufen. Der Kantonsarchäologe sagt: «Wir sind dankbar, dass wir mit engagierten Freiwilligen zusammenarbeiten dürfen.» In Gebieten, wo Grabungen nicht gezielt durchgeführt werden können, sind sie sogar unverzichtbar.

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