Frauenwelt in Frauenfeld
«Vielfalt der Frauenleben sichtbar machen»: Warum Monika Mathis durch die Gassen der Innenstadt führt

Den Frauenleben in Frauenfeld auf der Spur: Monika Mathis führt seit drei Jahren für Regio Frauenfeld Freizeit & Tourismus durch die Frauenwelt in Frauenfeld. Am Samstag findet dazu erstmals eine öffentliche Führung statt.

Claudia Koch
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Monika Mathis, Leiterin Stadtführung «Frauenwelt in Frauenfeld».

Monika Mathis, Leiterin Stadtführung «Frauenwelt in Frauenfeld».

Bild: Claudia Koch

Warum soll man an einer expliziten Frauen-Führung teilnehmen?

Monika Mathis: Der Name Frauenfeld verpflichtet! Schon beim Frauenfelder Stadtwappen, dem Fräuli mit dem Leuli, wissen viele nicht, um welche Frau es sich dabei handelt. Es gibt aber noch viel mehr weibliche Persönlichkeiten der letzten 200 Jahre in Frauenfeld zu entdecken, die lange verborgen blieben.

In welchen Gebieten haben sich diese Frauen hervorgetan?

Da viele Frauen nicht studieren durften, setzten sie ihre Ideen und Talente in anderen Bereichen ein, wie etwa in der Bildung oder in der Kunst. Einige leisteten auch über die Kantonsgrenze hinweg Pionierarbeit.

Können Sie dazu Beispiele nennen?

Olga Mötteli leitete landesweit als erste Frau ein naturwissenschaftliches Museum. Oder Hanna Brack, die als erste Lehrerin an der Mädchensekundarschule unterrichtete und die weibliche Berufsberatung präsidierte. Oder die Malerin Martha Haffter, die in Paris Malerei studierte und schon zu Lebzeiten Ausstellungen hatte. Nicht zu vergessen Ursula Brunner und die Bananenfrauen, die als Wegbereiterinnen für den Fairen Handel in der Schweiz gelten.

Was beeindruckt Sie an diesen Frauen?

Frauen hatten früher zu dienen und zu gefallen. Dabei gab es viele Frauen, die sich gegen den gesellschaftlichen Druck gestellt haben und ihren eigenen Weg gegangen sind. Mir ist es deshalb wichtig, die Vielfalt der Frauenleben und den gesellschaftlichen Kontext sichtbar zu machen.

Ist das 50-Jahr-Jubiläum des Wahl- und Stimmrechts der Frauen ebenfalls ein Thema der Führung?

Leider ist die Zeit dafür zu knapp. Ich verweise jedoch gerne auf die aktuelle Ausstellung der Frauenzentrale Thurgau und des Thurgauer Frauenarchivs mit Porträts von acht Thurgauer Pionierinnen. Diese hängen noch bis zu den Sommerferien in ausgewählten Schaufenstern.

Die öffentliche Führung «Frauenwelt in Frauenfeld» findet am 26. Juni von 13.30 bis 14.45 Uhr statt. Treffpunkt ist beim Bahnhof. Eine Anmeldung bei Regio Frauenfeld Freizeit & Tourismus ist bis Freitag, 25. Juni, 12 Uhr möglich.