EHC Frauenfeld: Erfolgstrainer Schüepp wechselt zum EC Wil

Mit den Ambitionen werden auch die Anforderungen grösser. Im Hinblick auf den anvisierten Aufstieg in die MySports League strukturiert sich der EHC Frauenfeld um. Das hat Auswirkungen auf den Trainerstab.

Matthias Hafen
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Trainer Kevin Schüepp (Mitte) verlässt den EHC Frauenfeld Ende Saison.

Trainer Kevin Schüepp (Mitte) verlässt den EHC Frauenfeld Ende Saison.

Reto Martin (Frauenfeld, 27. November 2019)

Die Wege von Erfolgstrainer Kevin Schüepp und dem EHC Frauenfeld trennen sich Ende Saison. Am Dienstag gab der 1.-Liga-Qualifikationssieger bekannt, dass Schüepp und dessen Assistent Ivo Frischknecht in der Saison 2020/21 eine neue Herausforderung annehmen werden. Wo, wurde nicht kommuniziert. Zumindest im Fall von Schüepp wird die Karriere bei Frauenfelds Ligakonkurrent Wil weitergehen, wo der bisherige Trainer Andy Ritsch eine neue Funktion übernehmen wird.

Dass es zwischen Schüepp und Frauenfeld zu einer Trennung kommt, hat mit den neuen Ambitionen der Kantonshauptstädter zu tun. Mit der Unterstützung des HC Thurgau will der EHC Frauenfeld so bald wie möglich in die My Sports League aufsteigen und dort das Partnerteam für den Swiss-League-Club aus Weinfelden bilden. Um dieses Ziel zu erreichen, strukturiert Frauenfeld sein Umfeld um.

Am liebsten ein Halbprofi als Headcoach

Unter anderem wurde das Stellenprofil des Trainers neu definiert. «Ideal wäre ein Halbprofi als Headcoach in der My Sports League», sagt Frauenfelds Sportchef Michael Roth. «Einer, der beim EHC Frauenfeld angestellt ist und dem Team für diverse Aufgaben zur Verfügung steht.» Schüepp war aus diesem Kreis nicht von vornherein ausgeschlossen. Doch der aktuelle Trainer, der eine gute und fordernde Anstellung als Key Account Manager bei Oerlikon Balzers hat, entschied sich für seinen Hauptberuf und gegen eine neue sportliche Herausforderung mit hohem Zeitaufwand und Schleudersitz-Feeling.

Die Trennung erfolgt in gutem Einvernehmen. Deshalb wird Schüepp den EHC Frauenfeld auch noch ins anstehende 1.-Liga-Playoff führen und im Idealfall bereits den Aufsteig realisieren. Derweil schaut sich der Club nach einem neuen Cheftrainer um. «Er muss primär gut mit jungen Talenten arbeiten können, sollte aber auch ein gemischtes Teamgefüge mit Routiniers führen können», sagt Sportchef Roth.

Die Teamsprache bleibt Schweizerdeutsch

Der Neue müsse nicht zwingend Profi-Erfahrung aufweisen oder ausschliesslich im Aktivbereich gearbeitet haben. «Kann sein, dass jemand bei uns seine erste Chance bekommt auf diesem Niveau», sagt Roth. Bezüglich Nationalität wolle man sich bewusst nicht festlegen. Aber: «Es ist zwingend, dass unser Trainer Schweizerdeutsch versteht. Das ist unsere Teamsprache.» Nebst Roth sind auch Martin Büsser und Thomas Müller in die Trainersuche involviert. Beide verantworten beim HC Thurgau die sportlichen Geschicke.

Der EHC Frauenfeld muss aufsteigen

Im Thurgauer Eishockey kommt es zu einem ambitionierten und wegweisenden Projekt. Der 1.-Liga-Club Frauenfeld peilt in Kooperation mit dem HC Thurgau einen Platz in der MySports League an - am liebsten schon diese Saison.
Matthias Hafen