Kommentar

Frauenfelder Wahlfälschung: Der letzte Sitz gehört der GLP

Es gibt für den Grossen Rat keinen Grund mehr, den umstrittenen Frauenfelder Parlamentssitz noch nicht zu bestätigen.

Thomas Wunderlin
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Bild: Donato Caspari

Hinter den Ungereimtheiten der Grossratswahlen in Frauenfeld steckt eine Wahlfälschung. Der Generalstaatsanwalt präsentiert dieses Zwischenergebnis rechtzeitig auf die konstituierende Sitzung des neugewählten Grossen Rats. Dafür hat er ein Lob verdient.

Haffter ist auf sein Wort zu behaften: Jetzt ist es klar, dass der umstrittene 32. Sitz des Bezirks Frauenfeld den Grünliberalen zusteht. Der Grosse Rat kann darüber entscheiden, ohne zu wissen, wer der Wahlfälscher und seine Motive waren. Eine Nachwahl erübrigt sich. Der Wählerwillen ist ermittelt.

Zum Zwischenergebnis gehört auch die Erkenntnis, dass die Staatskanzlei und das Frauenfelder Wahlbüro in der Affäre nicht geglänzt haben. Beiden hätten die unplausibeln Wahlresultate auffallen müssen. Parteien sollten bei Wahlen darauf vertrauen können, dass sie Wahlfälschungen nicht selber aufzudecken haben. Bei der Staatskanzlei dürfte die Vakanz nach dem Tod von Staatsschreiber Rainer Gonzenbach mitgespielt haben. Was in der Stadt Frauenfeld alles falsch gelaufen ist, dazu könnten die weiteren Ermittlungen Aufschluss geben.

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