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Frauenfelder Stadtratswahlen: CH setzt auf Überraschungsmann Johannes Eiholzer

Fast zeitgleich wie die SVP hat die Gruppierung Chrampfe & Hirne (CH) ihre Nomination für die bevorstehenden Stadtratswahlen Frauenfeld bekannt gegeben. Wider Erwarten kandidiert der 28-jährige Johannes Eiholzer.
Samuel Koch
Stadtratskandidat der Gruppierung Chrampfe & Hirne Johannes Eiholzer. (Bild: PD)

Stadtratskandidat der Gruppierung Chrampfe & Hirne Johannes Eiholzer. (Bild: PD)

Die drittstärkste Partei in Frauenfeld verblüfft mit ihrer Nomination für die Stadtratswahlen im Februar. Chrampfe & Hirne (CH) schickt Johannes Eiholzer ins Rennen um einen Sitz in der Exekutive, wie die ausserordentliche Quartalsversammlung am Montagabend laut CH-Mitteilung einstimmig entschieden hat. Mehrere Varianten, darunter eine mit Gemeinderat und Fraktionspräsident Heinrich Christ seien zwar von der parteiinternen Findungskommission als mögliche Nominationen vorgeschlagen worden. Schliesslich kamen diese aber allesamt nicht zustande, erläutert CH-Parteipräsident Charles Landert.

Verzicht auf Gemeinderatssitz vor zwei Jahren

CH hält derzeit sieben Sitze im Gemeinderat und zielt darauf, den Sitz des scheidenden Stadtrates Urs Müller zu halten. Mit Johannes Eiholzer schlägt CH nun ihrer Wählerschaft «einen Kandidaten mit wachem Blick auf die technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen» vor. Das Mitglied der CH-Kerngruppe und der Arbeitsgruppe Stadtkaserne stehe für ehrliche, transparente Politik und einen auf Lösung bedachten Dialog mit der Bevölkerung. Weil Eiholzer seit 2016 für das städtische Amt für Kultur arbeitet, verzichtete er vor zwei Jahren wegen Unvereinbarkeit als erster Ersatzkandidat auf ein Nachrücken ins Stadtparlament, trotz 1201 Stimmen.

Der 28-Jährige Eiholzer ist in Frauenfeld aufgewachsen und hat an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Betriebsökonomie studiert. Derzeit absolviert er berufsbegleitend das Masterstudium mit Vertiefung Public und Nonprofit-Management. Nebenberuflich engagiert er sich seit Jahren für kulturelle und soziale Angelegenheiten in der Stadt, so etwa als Betreiber der Kulturarbeit für Frauenfeld (Kaff) oder als Mitorganisator des Freiluftfestivals Out in the Green Garden. Zudem ist Eiholzer in Musikkreisen bekannt als Leadsänger der lokalen Rockband Franky Four Fingers.

Einsatz für die junge Generation

Eiholzer will in Frauenfeld etwas bewegen. «Ich möchte die Chance packen und die Verantwortung übernehmen», sagt er. Er bezeichnet sich selbst als lösungsorientiert mit klaren Vorstellungen, der sich stark für das Gemeinwohl interessiert und sich empathisch in andere Leute versetzen kann. Zudem möchte er als Stimme der jungen Generation im Stadtrat Einsitz nehmen, weil diese die Folgen der politischen Entscheide am stärksten spüre.

«Junge sind in der Politik sowieso massiv untervertreten»

meint Johannes Eiholzer. Mit einem bestimmten Departement liebäugelt er indes nicht, denn «alle sind spannend». Für Frauenfeld als Agglomeration im Grossraum Zürich beurteilt er Bodenpolitik, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und öffentlichen Plätzen sowie Mobilität als die dringendsten Themen. Fehlende Politerfahrung will er mit derjenigen bei der Verwaltung wettmachen. Er habe das Geschehen im Gemeinderat immer aktiv beobachtet. Und: «Die anderen Kandidaten haben ja auch keine Exekutiverfahrungen.»

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