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Frauenfelder Stadtratskandidaten diskutieren nach Dokumentarfilm über Stadtentwicklung

Der erste Teil einer Filmreihe im Cinema Luna in Frauenfeld widmete sich der Frage, wie neues Leben in Stadtzentren gebracht werden kann. Danach äusserten sich auch die Stadtratskandidaten zu ihren Visionen.
Samuel Koch
Die sieben Stadtratskandidaten beantworten im Cinema Luna die Fragen von Moderator Gian-Marco Jenatsch (4. v. l.). (Bild: Samuel Koch)

Die sieben Stadtratskandidaten beantworten im Cinema Luna die Fragen von Moderator Gian-Marco Jenatsch (4. v. l.). (Bild: Samuel Koch)

Frauenfeld ist nicht New York, die Bangladeschs Hauptstadt Dhaka oder die am stärksten wachsende chinesische Metropole Changquing. Trotzdem stellten am Montagabend im Cinema Luna über 80 Besucherinnen und Besucher einen Bezug vom Film «The Human Scale» auf die Entwicklung Frauenfelds her.

Im 83 Minuten dauernden Dokumentarfilm erklärten Fachkräfte um den dänischen Architekten und Städteplaner Jan Gehl, wie sie mit gezielter Planung die Beziehung zwischen verbauter Umwelt und Lebensqualität ihrer Bewohner verbessern können. So wollen sie Grossstädte vor der Überflutung durch Autos bewahren, Platz für Fussgänger und Velofahrer schaffen sowie öffentliche Plätze zurückerobern.

Stadtentlastung, Bahnhof Plus, Innenstadtaufwertung

Stadtentwicklung schreiben sich auch die sieben Kandidatinnen und Kandidaten der bevorstehenden Stadtratswahlen auf die Fahne. Gian-Marco Jenatsch, Dozent am Institut Urban Landscape an der ZHAW und Geschäftsleitungsmitglied des hiesigen Architektenbüros Staufer & Hasler, versuchte in die Thematik einzuführen und «es auf die Stadt herunterzubrechen». Zur Sprache kamen etwa die zentrumsnahe Stadtentlastung, Bahnhof Plus oder die Innenstadtaufwertung.

Die Verfechterin einer komplett autofreien Altstadt ist Barbara Dätwyler (SP). «Dann kommt Leben ins Zentrum», meinte sie. Etwas schwierig zu beheben sieht sie das «Chuddelmuddel» auf dem Bahnhofplatz, der als ÖV-Drehscheibe kaum noch fussgängerfreundlicher gestaltet werden könne. Elsbeth Aepli (CVP) pflichtete Dätwyler bei und ergänzte:

«Wir müssen mit dem Ausbau der Begegnungszone etwas wagen.»

Visionäre Ideen hegte Stefan Leuthold (GLP) mit einer Baumallee anstelle der Wiler-Bähnli-Gleise auf dem Bahnhofplatz. «Wir sollten die Begegnungszone vergrössern und klar definieren, wer wann in die Altstadt fahren darf», sagte er.

Vergleich zu Marktgasse in Winterthur

Trotz möglicher Schwierigkeiten fürs Gewerbe in der Altstadt würde Johannes Eiholzer (CH) die Parkplätze aufheben und die Altstadt mit Leben füllen. «Langfristig würde der Umsatz steigen», glaubt er. Ebenfalls eine Chance sieht er am Bahnhof. Er ergänzte:

«Wir müssen den ÖV bündeln, denn der Bahnhof ist unsere Visitenkarte.»

Für eine Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden in der Altstadt hingegen sind Fabrizio Hugentobler (FDP), Andreas Elliker (SVP) und Roland Wyss (EVP). «Für eine autofreie Innenstadt wie etwa die Marktgasse in Winterthur sind wir zu klein», sagte Hugentobler. Elliker schenkte dem jetzigen Stadtrat dank des Mobilitätskonzepts sein Vertrauen. Als wichtig erachtet er, dass «es für den Finanzhaushalt verträglich ist». Und Wyss forderte mehr Toleranz, «von allen Seiten».

Tempo-40-Regime statt Tunnel

Schwerpunkte hat die Stadt zwar die richtigen gesetzt, meinte Hugentobler: «Mir fehlt aber das Wohnen.» Wyss und Leuthold wollen die Quartiere besser einbeziehen. «Beim Bauen sollte grundsätzlich mehr Qualität statt Quantität zählen», sagte letzterer. Eiholzer ergänzte, dass Frauenfeld mit dezentralen Zentren anonymes Leben verhindern soll. Elliker bemängelte das fehlende Gesamtkonzept:

«Stadtentwicklung muss man gesamthaft anschauen.»

Als bereits mitwirkende Stadträtin wies Aepli darauf hin, dass es für Umsetzungen von Visionen schliesslich auch Mehrheiten beim Stimmvolk benötige, wie etwa bei der zentrumsnahen Stadtentlastung.

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