Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Frauenfelder Stadtrat will Land für Busterminal an Privatunternehmen verkaufen

Der Stadtrat plant, eines seiner Grundstücke im Westen der Stadt Frauenfeld für 5,7 Millionen Franken an einen Reiseveranstalter zu verkaufen. Für eigene Zwecke sei das Land zu klein. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.
Samuel Koch
Die Visualisierung mit Blick von Westen her zeigt die Ausmasse des geplanten Twerenbold-Projekts. (Bild: PD/Architektur Strut)

Die Visualisierung mit Blick von Westen her zeigt die Ausmasse des geplanten Twerenbold-Projekts. (Bild: PD/Architektur Strut)

Über drei Jahrzehnte Eigentum reichen. Jetzt plant der Stadtrat, das rund 9500 Quadratmeter grosse Grundstück an der Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse zu verkaufen. Von der Bank geschätzter Kaufpreis: 5,7 Millionen Franken. Geplanter Abnehmer: die Twerenbold Service AG. Dieses Verkaufsgeschäft legt der Stadtrat als Antrag dem Gemeinderat vor, der in den nächsten Monaten darüber befinden wird.

«Die Stadt hat das Grundstück 1987 bei einem Tauschhandel mit der Primarschulgemeinde im Zusammenhang mit der Schulanlage Oberwiesen erworben.» Frauenfelder Stadtrat in seiner Botschaft

«Die Stadt hat das Grundstück 1987 bei einem Tauschhandel mit der Primarschulgemeinde im Zusammenhang mit der Schulanlage Oberwiesen erworben», schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft. Seit rund zehn Jahren hegt der Stadtrat das Ziel, die beiden Grundstücke gemeinsam zu entwickeln. Für eigene Zwecke sei dasjenige der Stadt, das sich fast hälftig aus Gewerbezone sowie Mischzone aus Wohnen und Gewerbe zusammensetzt, jedoch zu klein, um etwa den Werkhof, das Feuerwehr- oder das Stadtbusdepot dorthin zu verlagern. «Die Schule verkauft ihr Grundstück jedoch nur gegen Realersatz», teilt der Stadtrat mit. Diesen habe die Stadt für das Land der Primarschule westlich ihrer Parzelle nicht bieten können.

Baurechtsvertrag ist nie in Frage gekommen

Mit einem für den Stadtrat interessanten Projekt ist Ende 2015 der Reiseveranstalter Twerenbold auf die Stadt zugekommen. In der Gemischtzone sollen ein Betriebsgebäude für Büroflächen, eine Car-Einstellhalle mit Reiseterminal sowie eine Waschanlage entstehen, daneben entsprechend Wohnungen – alles im Minergie-Standard. Zudem plant der potenzielle Käufer eine Tiefgarage für Kunden, Mieter und Angestellte. «Das Bürogebäude soll Platz für bis zu hundert Beschäftigte bieten», schreibt der Stadtrat. Mittels öffentlich ausgeschriebenen Architekturwettbewerb, welches das Winterthurer Atelier Strut für sich entschied, sei grosser Wert auf «eine sorgfältig gestaltete Architektur und den einprägsamen Ausdruck der Gebäude» gelegt worden.

Der Stadtrat glaubt zweifelsfrei, dass die Überbauung zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt gemäss Reglement über die Bodenpolitik beiträgt. Ebenso berücksichtigt wird das Reglement über die Förderung von preisgünstigem Wohnraum. «Auch Twerenbold plant preisgünstige, sozial gut durchmischte Wohnungen im Kurzdorf», teilt der Stadtrat mit, der gleichzeitig den möglichen Baurechtsvertrag mit der Heimstätten-Genossenschaft Winterthur (HGW) bei der Sonnenhofstrasse erwähnt, worüber der Gemeinderat ebenso wie das jetzige Verkaufsgeschäft entscheiden wird. Einen Baurechtsvertrag wie bei der HGW ist für den Stadtrat bei Twerenbold jedoch nie in Frage gekommen: erstens wegen der strategischen Lage, zweitens wegen des Risikos durch schwankende Zinseinnahmen und drittens wegen Desinteresse vom Gewerbe für Baurechtsverträge.

Twerenbold investiert bis zu 30 Millionen Franken

Nebst der Anzahlung eines Zehntels des Verkaufspreises sicherte sich die Stadt – wie bei allen Landverkäufen – ein fünfjähriges Rückkaufs- und ein zehnjähriges Vorkaufsrecht. Bedingung dafür ist die mehrheitliche Zustimmung des Stadtparlaments, ehe das Geschäft dem fakultativen Referendum untersteht. Für die Stadt resultiert dann ein Gewinn von 2,9 Millionen Franken.

«Konkrete Zahlen sowie genaue Angaben zu Wohnungen und Arbeitsplätzen ergeben sich erst bei der Detailplanung, nachdem die Stadt dem Landverkauf zugestimmt hat.» Karim Twerenbold, Geschäfsführer.

Ein Ja des Gemeinderates vorausgesetzt investiert die Twerenbold Service AG insgesamt zwischen 20 und 30 Millionen Franken am Standort Frauenfeld. «Konkrete Zahlen sowie genaue Angaben zu Wohnungen und Arbeitsplätzen ergeben sich erst bei der Detailplanung, nachdem die Stadt dem Landverkauf zugestimmt hat», sagt Geschäftsfrüher Karim Twerenbold. Eigene Busterminals betreibt seine Firma bisher in Baden oder Burgdorf. «Auch Gäste in der Ostschweiz sollen künftig Reisebeginn und -ende mit eigenem Busterminal mit 16 Bus- und 200 Parkplätzen stressfrei erleben können», erläutert Twerenbold. Für das Reisebüro Mittelthurgau mit Sitz in Weinfelden ändert sich mit diesen Investitionen nichts.

Am Anfang waren sechs Pferde und eine Kutsche

Die Twerenbold-Gruppe setzt sich aus den vier Reiseveranstaltern Twerenbold Reisen, Vögele Reisen, Imbach Reisen und dem Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten zusammen. Letztere ist in Weinfelden domiziliert und gehört seit 2002 zur Twerenbold-Gruppe. Deren Hauptsitz liegt im aargauischen Baden. Seine Gründung fand Twerenbold im Jahre 1895 im benachbarten Ennetbaden, als Gründer Jakob Twerenbold mit sechs Pferden und einer Kutsche den Grundstein für das heutige Unternehmen legte, das mittlerweile in der vierten Generation geführt wird, rund 300 Vollzeitstellen führt und einen jährlichen Umsatz von rund 150 Millionen Franken erzielt. Alleine Twerenbold Reisen führt mit 33 Luxusbussen, 29 Reisebussen, zwei Doppeldecker-Bussen, zwei Oldtimer-Bussen und drei Sprintern Reisen in über 20 Länder weltweit durch. Die Flotte des Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten umfasst gemäss der jüngsten Medieninformation neun Flussschiffe, die in ganz Europa unterwegs sind. (sko)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.