Frauenfelder Stadtrat strebt Modellregion für E-Mobilität an

Der Stadtrat setzt sich für die Umstellung auf Elektromobilität ein. Das schreibt er in einer Beantwortung einer Interpellation aus dem Gemeinderat. 

Samuel Koch
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Eine Ladekupplung einer Stromtankstelle ist an einem Elektroauto angeschlossen.

Eine Ladekupplung einer Stromtankstelle ist an einem Elektroauto angeschlossen.

(Bild: Keystone/Christian Beutler)

Als «grundsätzlich förderungswürdig». So beurteilt der Stadtrat den Umstieg von fossilen Treibstoffen hin zur Elektromobilität. Das geht aus der Beantwortung auf die Interpellation von Irina Meyer mit dem Titel «Modellregion Elektromobilität Frauenfeld» hervor, welche 13 Gemeinderäte mitunterzeichneten.

Irina Meyer, Gemeinderätin GLP und Interpellantin.

Irina Meyer, Gemeinderätin GLP und Interpellantin.

(Bild: PD)

Die GLP-Gemeinderätin richtete Fragen an den Stadtrat, ob er bereit wäre, mit der Unterstützung der Abteilung Energie des Kantons Thurgau und des Bundesamtes für Energie analog zur Stadt Kreuzlingen das Projekt einer E-Mobilität-Modellregion zu lancieren.

Der Frauenfelder Stadtrat erachtet eine CO2-freie und energieeffiziente Mobilität als möglich. Er schreibt in seiner Beantwortung:

«Dafür müssen intelligente Stromnetze, erneuerbare Energien und Elektromobilität kombiniert und an die Bedürfnisse von Unternehmen und privaten Haushalten angepasst werden.»

Denn Elektromobilität sei mit einer Vielzahl von positiven Aspekten verbunden, die sich vom Einsatz herkömmlicher Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotoren unterschieden. «Die E-Mobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien ist aus Sicht des Stadtrates eine vielversprechende Alternative, um Mineralölimporte zu verringern und Energie zu sparen», teilt der Stadtrat mit.

Enge Zusammenarbeit mit kantonaler Energiebehörde

Eine Umsetzung erfordere jedoch entsprechende Hardware wie Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, stationäre Stromspeicher sowie Software zur Steuerung der Ladevorgänge. In Schweizer Städten seien Smart-City-Ansätze bisher kaum erprobt. Das hat laut Stadtrat vor allem mit zögerlichen Investitionen Privater wegen strengerer Renditekriterien zu tun.

In Frauenfeld jedoch hätten erste Abklärungen mit dem Kanton ergeben, dass «die Stadt sich grundsätzlich als Modellregion ‹Thurgau Elektrisch› eignen würde». Eine enge Zusammenarbeit mit dem Kanton hinsichtlich E-Mobilität erachtet der Stadtrat als sinnvoll und beauftragt die Energiefachstelle, mit den Werkbetrieben die nötigen Schritte zu tätigen.

Ein ganzer Strauss an Massnahmen

Die Stadt trägt seit 2003 das Label Energiestadt. Zudem wurde sie im Oktober 2014 mit dem «European Energy Award Gold» ausgezeichnet. Nicht nur deshalb hat die städtische Arbeitsgruppe Energie das energiepolitische Programm für die Zeit bis 2022 erarbeitet, welches der Stadtrat im vergangenen Jahr zur Kenntnis genommen und Massnahmen beschlossen hat. Demnach besteht «in einzelnen Bereichen nach wie vor Potenzial für weitere Verbesserungen».

So sollen weitere E-Ladestationen wie jene auf dem Marktplatz oder an der Schlossmühlestrasse evaluiert werden. Zudem sollen gleichzeitig Begleitveranstaltungen zum Thema E-Mobilität organisiert werden. Bezüglich Neuausschreibung für den Betrieb des Stadtbusses prüft die Stadt energieeffiziente Antriebsarten.

Die von Irina Meyer erwähnte Überarbeitung des städtischen Reglements über den Fonds für erneuerbare Energien und Energieeffizienz will die Stadt in der laufenden Legislatur überarbeiten. Mit der Beschaffung der elektrischen Strassenwischmaschine jedoch sei mit monetärer Unterstützung aus dem Fonds bereits eine Investition getätigt worden. 

Die E-Mobilität kommt ins Rollen

Der Thurgau will eine Modellregion für Elektromobilität werden. Der Grundlagenbericht wurde im Grossen Rat positiv aufgenommen. Vereinzelt gab es aber auch Kritik an der Ökobilanz von Elektrofahrzeugen.
Christian Kamm