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Frauenfelder Stadtparlament erhöht den Einsatz zugunsten einer attraktiven Altstadt

Der Gemeinderat sagt mit deutlichem Mehr Ja zu einer halben Millionen Franken für die Aufwertung der Innenstadt. Eine Brandrede seitens der SVP bleibt selbst bei bürgerlichen Parlamentarier ohne Resonanz.
Stefan Hilzinger
Der Gemeinderat an seiner zweiten Sitzung der neuen Legislatur, an der es unter anderem um die Aufwertung der Innenstadt ging. (Bild: Andrea Stalder)

Der Gemeinderat an seiner zweiten Sitzung der neuen Legislatur, an der es unter anderem um die Aufwertung der Innenstadt ging. (Bild: Andrea Stalder)

  • Der Frauenfelder Gemeinderat bewilligt mit 27 Ja- und 7 Nein-Stimmen den Kredit über 470'000 Franken für die Weiterentwicklung der Innenstadt für die nächsten vier Jahre.
  • Die IG Frauenfelder Innenstadt IG FIT und der Kanton steuern total 300000 Franken bei.
  • Mit 26 Ja-Stimmen gegen 7 Nein sagt der Gemeinderat ja zur Schaffung einer Koordinationsstelle im Amt für Stadtentwicklung und Standortförderung (35%).
  • Derzeit läuft bereits das Stadtlabor «Café des Visions» in den Quartieren. Hier will der Stadtrat Wünsche und Anregungen der Bevölkerung abholen. www.cafe-des-visions.ch
  • Das Entwicklungsprojekt ist in drei Teilschritte aufgeteilt. Themen sind etwa Kundenorientierung und -bindung, die Digitalisierung sowie Fragen zur Nutzung des Strassenraums. (hil)

Skepsis bei vielen - Ablehnung bei der SVP

«Gut gemeint», «wenig Konkretes», «‹All-in-Einsatz› wie beim Glücksspiel». Vorbehaltlos stellte sich am Mittwochabend keine Gemeinderatsfraktion hinter den Antrag des Stadtrates, für die Attraktivierung und Entwicklung der Innenstadt nochmals knapp eine halbe Million Franken in die Finger zu nehmen.

Schon in der Eintretensdebatte zeichnete sich zwar ein klares Ja ab, doch die Aber waren deutlich hörbar. Gar nichts von dem Vorhaben wissen wollte die Mehrheit der SVP/EDU-Fraktion, deren Sprecher Thomas Gemperle in seinen Voten deutlich wurde:

«Das ist alles schlicht utopisch.»

Thomas Gemperle, SVP-Gemeinderat (Bild: PD)

Thomas Gemperle, SVP-Gemeinderat (Bild: PD)

Es sei nicht Aufgabe das Stadtrates Detaillisten fit zu machen für die Zukunft. Er kritisierte den seiner Meinung nach allzu erzieherischen Ansatz. Dafür seien die Detaillisten selbst und ihre Organisationen zuständig. Die Ergebnisse der bisherigen Innenstadtentwicklungen seien dürftig. Die in der Botschaft erwähnte «angestrebte grosse Wirkung» sei nicht existent. «Wir plädieren dafür, die Übung abzubrechen», sagte Gemperle. «Hören wir auf, in diesem Amt Gelder wirkungslos zu verschwenden.» Stadtpräsident Anders Stokholm konterte:

«Sie argumentieren in gewohnt einseitiger Weise, weil Sie nicht hinschauen, was alles passiert ist. Und schauen Sie sich einmal die Leerstände in St. Gallen an.»

Obwohl in der Kreditbotschaft noch vieles vage ist, hat sich eine klare Mehrheit hinter den Stadtrat gestellt. «Eines der schönsten Ergebnisse der bisherigen Innenstadtentwicklung war das Mittsommerfest vor zwei Wochen», sagte CVP/EVP-Sprecher Stefan Geiges. «Genau so wollen wir die Innenstadt sehen: attraktiv und belebt.» Das sei auch gut fürs Gewerbe. Er bemängelte, dass der Aspekt Verkehr ausgeblendet werde. «Ohne eine Entlastung bringt alles nichts.»

«Die Chancen auf eine Gewinn stehen gut»

Für Gemeinderat Sandro Erné hat der Kredit etwas von einem Geldeinsatz beim Pokern. «Doch die Chancen für einen Gewinn stehen gut», sagte er als Sprecher der FDP-Fraktion. Die jährlichen Mittel würden sich in etwas auf der Höhe der Vorjahre bewegen. Gut sei, dass sich nun auch der Kanton und die IG Frauenfelder Innenstadt stärker engagierten. Und weiter:

«Es ist allerdings nicht Aufgabe der Stadt, die Detaillisten zu retten.»

Aber die Stadt müsse für gute Rahmenbedingungen sorgen, etwa in dem sie das Miteinander fördere. «So kann letztlich ein ‹Full House› herausschauen.»

«Wenig Konkretes in der Botschaft»

Félicie Haueter, SP-Gemeinderätin (Bild: PD)

Félicie Haueter, SP-Gemeinderätin (Bild: PD)

Für Elio Bohner von der Fraktion CH/Grüne/GLP hat die Botschaft zur Innenstadtentwicklung etwas Verheissungsvolles. «Wir haben grosses Vertrauen in neuen Kräfte im Amt für Stadtentwicklung und Standortförderung», sagte er. Es gehe aber nicht allein um die Zukunft der Detaillisten. Alle Interessengruppen müssten eingebunden werden. Grundsätzlich positiv gesonnen war auch Félicie Haueter von der SP «auch wenn der Text der Botschaft wenig Konkretes enthält», und man jetzt konkrete Handlungen sehen wolle.

«Obwohl die Parkplatzfrage hier nicht diskutiert wird: Ein Parkleitsystem ist unserer Meinung nach eine Überlegung wert.»

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