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Frauenfelder Sozialeinrichtung Murghof feiert ihren 30. Geburtstag

Nach drei Jahren Planung und fünf Millionen Franken an Investitionen feiern die Murghof-Werkstätten in Frauenfeld Neueröffnung. Im Innern gibt es allerhand Handarbeit.
Stefan Hilzinger
Murghof-Geschäftsführer Rupert Summerauer und Präsident Christian Herrmann schauen sich Werkstücke an. (Bilder: Donato Caspari)

Murghof-Geschäftsführer Rupert Summerauer und Präsident Christian Herrmann schauen sich Werkstücke an. (Bilder: Donato Caspari)

Es ging ums Dableiben oder nicht. Damals vor gut drei Jahren, als einer der Mieter die alte Gerberei-Liegenschaft in Frauenfelder verliess. «Wir mussten uns die Frage stellen: Konzentrieren wir unsere Geschäftsfelder nun hier in der Gerbi oder suchen wir einen neuen, passenden Standort?», sagt Murghof-Präsident Christian Herrmann. Und der Murghof setzte alles auf eine Karte.

Am Donnerstagabend nun weiht Hermman mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft die neuen Werkstätten in der einstigen Gerberei Kappeler ein. Rund fünf Millionen Franken haben der Vermieter, die Familien-AG der Kappeler-Erben, und der Mieter, der Verein Murghof, in die Erneuerung der Räumlichkeiten an der Baliere gesteckt.

Mit der Einweihung begeht der Murghof auch sein 30-Jahr-Jubiläum. Eigentlich war der runde Geburtstag schon vor einem Jahr, doch wegen des Umbaus und des Umzugs der Abteilung Produktion von der Laubgasse 57 in die Gerbi habe man entschieden, das Fest erst in diesem Jahr auszurichten. Die Bevölkerung ist nun am Samstag von 10 bis 15 Uhr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Ort

Die 170 Murghof-Mitarbeitenden mit einer IV-Rente und die 50 Angestellte für Betreuung und Verwaltung arbeiten nun alle an einem Ort. «Das hat die Abläufe deutlich vereinfacht», sagt Geschäftsführer Rupert Summerauer auf einem Rundgang. Die Mitarbeiter spedieren täglich rund 1000 Pakete mit Supermagneten (beispielsweise Kühlschrankmagnete) in die Schweiz und in die EU. Seit dem Umbau werden die Sendungen auf der gleichen Etage zusammengestellt und verpackt. Das steigere auch die Produktivität, sagt Summerauer.

Balierefest am Freitag

Die Fachgeschäfte rund um den Balieresteg laden am Freitag zum traditionellen Balierefest ein. Laut Veranstalter mit «feinem Essen und leckeren Getränken in toller Atmosphäre.» Dazu gibt es Americana Country Blues Folk von den Asphalt Cowboys, mit Sänger Ronnie Stutz (Frauenfeld) und Gitarrist Paul Buono (Nashville Tennessee). Als Gast am Bass und der Akustikgitarre dabei ist Michi Siegenthaler (ex Barkin Birds). Das Fest beginnt um 17 Uhr und dauert bis 22 Uhr. (red)

«Wir müssen mit unseren Dienstleistungen für die Industrie im freien Markt bestehen», sagt er. Daher geniesse Qualitätssicherung oberste Priorität. So prüfen Mitarbeiter jeden versandbereiten Karton mit einem Metallstab auf Magnetismus. «Die Pakete dürfen nicht magnetisch sein, sonst bleiben sie bei DHL in der Sortieranlage hängen», sagt Summerauer.

Die Verpackungsstrasse für die Sendungen mit Supermagneten.

Die Verpackungsstrasse für die Sendungen mit Supermagneten.

Einen Stock höher setzen Murghof-Mitarbeiter Gummidichtungen in kleine, runde Werkstücke der Frauenfelder Firma Serto ein – «Gfätterlibüez», könnte man wenig charmant meinen. Doch Murghof-Präsident Christian Herrmann entgegnet:

«Wir haben uns mit zuverlässiger und termingerechter Handarbeit unsere Nische erarbeitet.»

Die zighundert Teile lagern in grünen Kunststoffboxen. «Kontrolliert» steht auf einem Zettel.

Blick ins helle Innere einer Murghof-Werkstatt.

Blick ins helle Innere einer Murghof-Werkstatt.

Neue WCs, neue Umkleide und eine Cafeteria

Von den total fünf Millionen hat der Verein Murghof 2,7 Millionen Franken investiert, etwa in neue WC-Anlagen, Garderoben, oder Brandschutztüren. Der im März überraschend verstorbene Architekt Tiziano Salzmann vom Frauenfelder Architekturbüros Innoraum hatte den Umbau geplant. Zum Tag der offenen Tür sollte auch die schicke, neue Cafeteria fertig werden. Architekt Joël Introvigne kümmert sich um die letzten Details.

«Wir konnten diese Summe nur investieren, weil der Kanton als Auftraggeber grünes Licht gegeben hat, und weil wir mit dem Vermieter einen 30-jährigen Vertrag abschliessen konnten», sagt Herrmann. «Mit Vorkaufsrecht», schiebt Geschäftsführer Summerauer nach.

Hinter der Gründung des Vereins Murghof stand vor 31 Jahren die junge Wirtschaftskammer. Jetzt nimmt die Sozialfirma Kurs auf mindestens weitere 30 Jahre.

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