Frauenfelder Sonnmatt-Quartier findet erneut Gehör zum kontroversen Twerenbold-Reiseterminal

Die Stadt hat Anwohner des geplanten Twerenbold-Reiseterminals zu einem weiteren Austausch eingeladen.

Samuel Koch
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Die Visualisierung zeigt die Dimensionen des geplanten Reiseterminals samt Wohnüberbauung entlang der Schaffhauserstrasse (Pappelallee) mit Sicht aus Westen. (Bild: PD/Architektur Strut)

Die Visualisierung zeigt die Dimensionen des geplanten Reiseterminals samt Wohnüberbauung entlang der Schaffhauserstrasse (Pappelallee) mit Sicht aus Westen. (Bild: PD/Architektur Strut)

Kommunikation fördert gegenseitiges Verständnis. Diese Chance wollte sich die Stadt nicht nehmen lassen und hat am Montagabend die Anwohner des geplanten Busterminals des Reiseveranstalters Twerenbold im Sonnmatt-Quartier an einer weiteren Anhörung informiert. Einzige Bedingung der Veranstaltung: Im Vergleich zur ersten, hitzigen Debatte im Sommer waren am Montag im Begegnungszentrum Viva im Kurzdorf nur Anwohner eingeladen.

«Das war von Anfang an so geplant, damit sich die Gäste freier fühlen», sagt Stadtpräsident Anders Stokholm. Die Firma Twerenbold plant im Westen Frauenfelds ein Betriebsgebäude mit Büros, eine Car-Einstellhalle und eine Wohnüberbauung. Für den Landverkauf der rund 9500 Quadratmeter grossen Parzelle war im Frühling die Zustimmung des Volkes notwendig. Knapp 55 Prozent sagten Ja.

Anwohnerschaft wünschte nicht-öffentlichen Anlass

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Nebst Stadtpräsident Stokholm und Stadtrat Andreas Elliker wohnten der Veranstaltung am Montagabend auch Twerenbold-Inhaber Karim Twerenbold und dessen Architekt Christian Kratzer bei. Klar habe es auch kritische Voten gegeben, berichtet Stokholm,

«aber es war ein guter, offener und konstruktiver Austausch».

Während rund anderthalb Stunden hätten die zwölf anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner ihre Anliegen direkt eingebracht. Ohne weiter ins Detail gehen zu wollen, seien die altbekannten Themen wie Lärm und Verkehr aufs Tapet gekommen. Er meint:

«Wir haben alle Anliegen aufgenommen und prüfen nun, ob und wie sie umsetzbar sind.»

Seitens der Bauherrschaft Twerenbold lässt der zuständige Kommunikationsverantwortliche einzig verlauten, dass es sich um ein Treffen in «angenehmer und guter Atmosphäre» gehandelt hat. Ansonsten bleibt man wortkarg und verweist auf Aussagen von Stadtpräsident Anders Stokholm. «Dieses Vorgehen entspricht insbesondere auch dem Wunsch der Anwohnerschaft», heisst es weiter.

Unterlagen liegen beim Kanton

Unabhängig davon sind während der öffentlichen Auflage des Vorentscheids beim städtischen Amt für Hochbau und Stadtplanung zwei Einsprachen eingegangen. Zum Inhalt der Einsprachen will sich Stadtbaumeister Christof Helbling nicht äussern, weil die Stadt als Verfahrensbeteiligte mittlerweile alle Unterlagen ans kantonale Departement für Bau und Umwelt weiterleiten musste. Die Stadt sei trotz des Ja bei der Abstimmung nach wie vor Eigentümerin des Grundstücks im «Sonnmatt».

Laut Helbling änderten sich Eigentumsverhältnisse üblicherweise erst nach Erteilung einer Baubewilligung. Zu einem möglichen Zeitplan möchte sich niemand äussern. Zunächst müssten die zwei Einsprachen bereinigt werden, ehe das zweite, detaillierte Baugesuch überhaupt erst zur öffentlichen Auflage kommt.