Frauenfelder Kulturfonds ist Steigbügel für Kunst und Musik

Seit 2003 führt die Stadt Frauenfeld einen Kulturfonds. Aus diesem Kässeli gibt es Anschubfinanzierungen für grössere Projekte. Auch das Freiluftfestival «Musig i dä Stadt» am ersten Septemberwochenende erhält für die kulturelle Belebung der Altstadt einen Beitrag.

Mathias Frei
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Freuen sich auf «Musig i dä Stadt»: der städtische Kulturbeauftragte Christof Stillhard, Stefan Rutishauser und Mike Surer vom Veranstalterverein sowie Stadtpräsident Anders Stokholm. (Bild: Mathias Frei)

Freuen sich auf «Musig i dä Stadt»: der städtische Kulturbeauftragte Christof Stillhard, Stefan Rutishauser und Mike Surer vom Veranstalterverein sowie Stadtpräsident Anders Stokholm. (Bild: Mathias Frei)

Das Blues-Festival, das Cinema Luna, die Theaterwerkstatt Gleis 5, die Bildhauerwoche oder das Bücherfestival: Dem Kulturfonds sei Dank, gibt es diese Veranstaltungen und konnten diese Kulturorte grössere Projekte realisieren. Für sie alle war das städtische Kässeli gewissermassen der Steigbügel. Beim Altstadtfestival «Musig i dä Stadt» ist das nicht anders. «Für uns sind die Konzerte auf dem Bankplatz jedes Jahr aufs Neue ein Nullsummenspiel», sagt Mike Surer vom Veranstalterverein. Auch heuer wartet das OK um Surer, Stefan Rutishauser und Marco Kern wieder mit einem bunten Musikprogramm auf. Von Brassband-Hip-Hop über Rock Noir bis Hirschschnauzdisco und Jazz-Electro. Zudem sind die legendären Frauenfelder Ohrwurm-Rocker von Dow Jones an ihrem einzigem Revivalkonzert zu hören. Und für die kleinen Besucher spielen Marius und die Jagdkapelle.

Eintritt zahlt man keinen für die Konzerte. Ein niederschwelliger Zugang im Sinne von nicht zu hohen Eintrittspreisen ist der Stadt bei ihrer Kulturförderung wichtig. «Aber auf die Kollekte sind wir angewiesen», sagt OK-Mitglied Stefan Rutishauser. Sie seien zwar jeweils auf Sponsorensuche, «aber das ist schwierig». Stadtpräsident Stokholm bestätigt die Feststellung der Festivalmacher. So darf wohl behauptet werden: ohne Kulturfonds kein «Musig i dä Stadt».

Neuerliche Aufstockung des Fonds ist noch nicht dringlich

Ein Festival wie «Musig i dä Stadt» sei ganz im Sinne der Stadt, sagt der städtische Kulturbeauftragte Christof Stillhard. Und Stokholm meint: «Es ist ein Dauerthema, dass man genügend Mittel zur Verfügung hat, um vielfältige Kultur zu fördern.» Der Kulturfonds ist dabei eines von drei Förderinstrumenten – nebst den einmaligen und den wiederkehrenden Beiträgen. 2003 wurde der Fonds mit einer Million aus verschiedenen Legaten und Steuermitteln eröffnet. Die Idee war damals, dass sich der Fonds mittels Zinsen refinanziert. Die Situation auf dem Finanzmarkt verunmöglichte aber dieses Vorhaben. Als der Fonds 2014 noch knapp über der definierten Untergrenze von 600000 Franken war, stockte der Stadtrat wieder mit 300000 Franken aus Legaten auf. Derzeit ist das Kässeli mit 790000 Franken gefüllt. «Eine neuerliche Aufstockung ist nicht dringlich», sagt Stokholm. Gleichwohl sei der Kulturfonds auf Vermächtnisse, Legate und Spenden Privater angewiesen.

«Musig i dä Stadt», Bankplatz/Freie Strasse: Freitag, 31.August, und Samstag, 1.September.
www.musigidaestadt.ch