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Frauenfelder «Kaff» feiert Geburtstag

Am Wochenende feierte der Frauenfelder Kulturverein Kaff sein 15-jähriges Bestehen. Der «Daydance» am Samstag lud zum gemütlichen Beisammensein auf der Dachterrasse des Vereinshauses.
Maria Keller
Gemütliches Beisammensein: Am «Daydance» legt DJ Rayman die passende Musik auf. (Bild: Reto Martin)

Gemütliches Beisammensein: Am «Daydance» legt DJ Rayman die passende Musik auf. (Bild: Reto Martin)

Das Vereinshaus des Kulturvereins Kaff (Kulturarbeit für Frauenfeld) erinnert an diesem Samstag an eine bunt zusammengewürfelte Wohngemeinschaft. Auf der Dachterrasse an der Rheinstrasse 14 startet man beim «Daydance» langsam in den Tag, nachdem in der Nacht zuvor bis früh morgens gefeiert wurde.

«Liebt einander, dann lieben wir euch»

steht auf einer Wandtafel über dem Mischpult des DJs geschrieben. An den Wänden hängen zahlreiche Erinnerungsfotos von vergangenen Partys und Versammlungen.

Die Dekoration der Terrasse setzt sich zusammen aus wildem Gestrüpp dutzender Topfpflanzen, aneinandergereihten Babuschkas oder bunt gemusterten Teppichen, die den kahlen Steinboden bedecken. Eine WG mit Charakter, in der sich die Alternativszene aus Mitbringsel verschiedener Haushalte zusammensetzt.

Ausklinken oder Verantwortung übernehmen

Gefeiert werden 15 Jahre Kaff. Im Februar 2004 gründeten junge Erwachsene den Verein und veranstalten seither wöchentlich Konzerte, Partys, Jamsessions und zahlreiche weitere kulturelle Anlässe im Lokal an der Grabenstrasse 57.

«Das Kaff, das bedeutet für mich ein riesiger Kollegenkreis – die Kaff-Familie eben»

sagt Julien Pizzini. Erst vor drei Wochen hat der 27-Jährige die bisherige Präsidentin Sina Weibel in ihrem Amt abgelöst, zuvor war er bereits Vorstandsmitglied und etwa sechs Jahre lang an der Bar des Lokals tätig. «Ich bin in einem Alter, in dem ich mir klar wurde, dass ich mich entweder langsam ausklinken oder eben Verantwortung übernehmen würde», sagt er.

Eine Besucherin verziert den Boden beim «Daydance» im Vereinshaus. (Bild: Reto Martin)

Eine Besucherin verziert den Boden beim «Daydance» im Vereinshaus. (Bild: Reto Martin)

Pizzini hat sich für Letzteres entschieden und steht sogleich vor einer ersten Herausforderung. Soeben hat der Verein einen neuen Mietvertrag unterschrieben, befristet bis Ende April 2020. Die Suche nach einer neuen Lokalität ist bereits in die Gänge gekommen.

Froh ist Pizzini besonders über den tieferen Mietzins für das Lokal an der Grabenstrasse. «Durch die fairere Miete können wir ab sofort wieder unser Herzblut in die Veranstaltungen stecken und müssen nichts mehr halbpatzig machen.»

«Es gibt nichts Vergleichbares»

Das Motto an diesem Samstagnachmittag: Ein ruhiges Beisammensein, bevor am Abend an der Grabenstrasse die Party steigt. Dann spielt die Musik fünf Minuten die Strasse runter, im Kulturlokal. Bis dahin legt DJ Rayman unter einem Vordach der Terrasse Funk und House auf. Über ihm hängen bunte Glühbirnen und alte Lampenschirme, neben dem DJ-Pult werden an einer Bar Getränke verkauft.

Der Töggelikasten bleibt unbenutzt, die rund zwanzig Kaff-Besucher sitzen lieber über einem Glas Bier zusammen an einer grossen Sitzbank. «Die Leute, die Stimmung – in Frauenfeld gibt es sonst nichts Vergleichbares», sagt einer der Besucher.

«Das Kaff wird dringend gebraucht.»

Das Kaff biete jungen Leuten eine Plattform, gebe ihnen etwas zu tun, zu organisieren, sagt ein Helfer, der nebenbei Hackfleisch für die Tacos anbrät. «Sie lernen zusammen, etwas zu erreichen.» DJs seien ausserdem beliebter bei den Jugendlichen, bei Konzerten sei das Durchschnittsalter des Publikums auf über 30 gestiegen. Das Kaff geht mit diesem Trend mit und heuert vor allem DJs aus der Region an.

Zwei Locations, neunzehn Bands

Hier ist keine Hektik angesagt, der Tag ist noch lang. «Wir haben keinen Plan. Wir bleiben solange wir Bock haben und gehen danach noch weiter», heisst es. Von Freitag bis Sonntagabend soll die Jubiläumsfeier andauern, in zwei Locations und mit neunzehn Bands und DJs.

«Die Vorbereitung auf die dreitägige Feier war nicht ohne», sagt Pizzini. «Vier bis fünf Leute haben in den letzten drei Tagen vierzig Stunden in die Planung investiert.» Es soll sich gelohnt haben. Bereits am Freitag sei alles von A bis Z sehr gut verlaufen, sagt Pizzini.

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