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Frauenfelder Gemeinderatsfraktionen stellen bei Stadtentlastung deutlich höhere Erwartungen an den Stadtrat

Die neuen Ergebnisse der vertieften Machbarkeitsstudie zur zentrumsnahen Stadtentlastung in Frauenfeld befriedigen nicht alle Fraktionen aus dem Stadtparlament.
Samuel Koch
Sagen Stadtrat, Gemeinderat und Stimmvolk definitiv Ja zur Variante 20, führt ein Tunnel mitten durch die Innenstadt. (Bild: Olaf Kühne)

Sagen Stadtrat, Gemeinderat und Stimmvolk definitiv Ja zur Variante 20, führt ein Tunnel mitten durch die Innenstadt. (Bild: Olaf Kühne)

Wohlwollen, aber auch Tadel. Das weht den Stadtoberen entgegen, wenn es um die Resultate des ersten Teilprojektes der vertieften Machbarkeitsstudie zur zentrumsnahen Stadtentlastung geht. Stadt und Kanton haben im Frühjahr 1,2 Millionen Franken in diese Untersuchungen investiert, um die zwei Varianten 20 (Vorstadttunnel vom Marktplatz bis zum Schweizerhofkreisel) und FrauenfeldPlus mit drei Alternativkonzepten auf ihren Nutzwert zu prüfen.

Wenig überraschend resultiert der grösste Nutzen mit dem Bau eines Vorstadttunnels. Dafür würden aber mit über 100 Millionen Franken auch die höchsten Kosten anfallen.

Heinrich Christ, Fraktionspräsident CH/GLP/Grüne. (Bild: PD)

Heinrich Christ, Fraktionspräsident CH/GLP/Grüne. (Bild: PD)

Kritisch gegenüber den Neuigkeiten aus dem Rathaus äussert sich die Fraktion CH/GLP/Grüne. Zwar bestätigten die Ergebnisse die Erwartungen der Fraktion. «Um aber die Situation zu beurteilen und eine Diskussion zu führen, benötigt es detailliertere Infos zur Kosten-Wirkungs-Analyse wie vor zwei Jahren», meint Fraktionspräsident Heinrich Christ und spricht von ungenügender Informationspraxis des Stadtrates.

Selbst die Mitglieder des Gemeinderates seien an der nicht-öffentlichen Sitzung Mitte September nicht detailliert ins Bild gesetzt worden. «Es braucht aber Infos, wie die Analyse erfolgt ist, für die Nachvollziehbarkeit und für die Glaubwürdigkeit», meint er.

Kaum mehr Erkenntnisse als vor zwei Jahren

Philipp Geuggis, Fraktionspräsident FDP. (Bild: PD)

Philipp Geuggis, Fraktionspräsident FDP. (Bild: PD)

Mehr von der vertieften Machbarkeitsstudie erwartet hat auch die FDP-Fraktion. «Gegenüber der Studie von vor zwei Jahren gibt es keine neuen Erkenntnisse», meint Fraktionspräsident Philipp Geuggis. Dennoch sei das Geld nicht aus dem Fenster geworfen. Er meint:

«Es ist aber nicht nachvollziehbar, was Alternativkonzepte wie Tempo 30 nützen sollen.»

Vielmehr müsse ein Teil des Verkehrs von der Oberfläche verschwinden, und das sei nur mit dem Bau eines Tunnels möglich. In nächster Zeit erhofft er sich bautechnische und finanzielle Detailangaben zur Tunnelvariante.

Christoph Tschanen, Fraktionspräsident SVP/EDU. (Bild: PD)

Christoph Tschanen, Fraktionspräsident SVP/EDU. (Bild: PD)

In dieselbe Kerbe schlägt Gemeinderat Christoph Tschanen für die SVP/EDU-Fraktion: «Bis jetzt fehlen Hintergründe über die Entstehung der Nutzwertpunkte.» Weiter moniert er die fehlende Dringlichkeit, obwohl seine Fraktion der Meinung ist, dass sich der Bund an den Kosten eines Tunnels zwingend beteiligen müsse. Tschanen schlägt eine mögliche Testphase vor.

«Warum testen wir nicht einmal ein Alternativkonzept, bevor wir uns fragen, ob wir überhaupt 100 Millionen Franken brauchen?»

Gleichzeitig lobt er die saubere Auswertung und die Auswahl für die Stimmbürger.

Christoph Regli, Sprecher Fraktion CVP/EVP. (Bild: PD)

Christoph Regli, Sprecher Fraktion CVP/EVP. (Bild: PD)

Wenig überrascht von den jetzigen Resultaten zeigt sich Gemeinderat Christoph Regli für die CVP/EVP-Fraktion, auch wenn er betonen will, dass seit Bekanntgabe keine fraktionsinterne Diskussion stattgefunden hat. «Die Frauenfelder Bevölkerung hat den grösstmöglichen Nutzen verdient», meint Regli.

Ein Tempo-30-Regime mit Verkehrshindernissen funktioniert seines Erachtens nicht und bringt kaum Nutzen. Sinnvoll dank genügend Nutzen sei einzig der Tunnel, wofür seine Fraktion weiterhin plädiert.

SP-Fraktion schwenkt in ihrer Haltung um

Pascal Frey, Fraktionspräsident SP. (Bild: PD)

Pascal Frey, Fraktionspräsident SP. (Bild: PD)

Hingegen hat nun die SP-Fraktion ihre Meinung geändert. Sie glaubt nicht, dass rund 20 Nutzwertpunkte mehr des Tunnels gegenüber dem Tempo-30-Regime Mehrkosten von rund 100 Millionen Franken rechtfertigen. «Wir sprechen uns im Moment für die Variante FrauenfeldPlus aus», teilt Fraktionspräsident Pascal Frey mit.

Seine Fraktion sei nicht grundsätzlich gegen einen Tunnel, aber die Kosten müssten sich in einem verhältnismässigen Rahmen bewegen, von flankierenden Massnahmen begleitet werden und eine Entlastungswirkung deutlich über 30 Prozent bringen.

Stefan Geiges, CVP-Gemeinderat und Isef-Mitglied. (Bild: PD)

Stefan Geiges, CVP-Gemeinderat und Isef-Mitglied. (Bild: PD)

Bestärkt in ihrem Bestreben für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit fühlt sich die Interessenvereinigung Stadtentlastung Frauenfeld (Isef). «Der Stadtrat ist auf Kurs, wir begrüssen seine Informationspolitik», sagt Isef-Mitglied und CVP-Gemeinderat Stefan Geiges. Der gute Variantenvergleich zeige, dass die zentrumsnahe Stadtentlastung eine Chance bietet, mit einer Verlagerung des Transitverkehrs die Altstadt autofrei zum Leben zu erwecken. «Nur so bekommt die Altstadt den Namen, den sie verdient.»

Verschiedene Nutzwerte

Das erste Teilprojekt der vertieften Machbarkeitsstudie hat Ergebnisse bezüglich Kosten und Nutzen der beiden Varianten TunnelPlus (Vorstadttunnel und Tempo-30-Regime; 100 bis 110 Mio. Franken; Nutzwert 35) und FrauenfeldPlus hervorgebracht. Letztere ist aber unterteilt in «Tempo 30» (5 bis 10 Mio.; 14), «Einbahn» (0 bis 1 Mio.; 0 bis 1) sowie Kombination «Einbahn und Tempo 30» (5 bis 10 Mio.; -1 bis -2).
Weitere Infos unter: www.stadtentwicklung-frauenfeld.ch

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