Frauenfelder Escape-Room bietet neues Spiel mit Zeitmaschine an

Das «Escape Frauenfeld» eröffnet einen neuen Raum. Seit Montag können Besucher des Escape-Rooms eine Science-Fiction-Geschichte erleben und aus der Zukunft in die Gegenwart zurück fliehen. Die Idee stammt vom Autor Steve Schild.

David Grob
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Ideengeber Steve Schild und Geschäftsführerin Jenny Centeno vor der Zeitmaschine im neuen Escape-Room. (Bild: David Grob)

Ideengeber Steve Schild und Geschäftsführerin Jenny Centeno vor der Zeitmaschine im neuen Escape-Room. (Bild: David Grob)

Das Jahr 2150. Ein verriegelter Raum mit einer Zeitmaschine. Soldaten Neu-Germaniens dringen immer tiefer in die Bergfestung ein und versuchen, in den Raum zu gelangen. Eine Stunde bleibt, um die Zeitmaschine in Gang zu bringen und zurück in die Gegenwart, ins Jahr 2018, zu fliehen.

Dies die Ausgangslage für die interaktive Geschichte, die Besucher seit Montag im neu eröffneten Raum vom Escape-Room-Veranstalter Escape Frauenfeld an der Rheinstrasse 37 erleben können. «Wir haben eine Woche lang umgebaut», sagt Jenny Centeno, Geschäftsführerin von «Escape Frauenfeld». Das Mobiliar des alten Raumes sei erst entfernt worden, dann seien die neuen Elemente eingebaut worden. Zentral im Raum steht ein mächtiger schwarzer Zylinder, ein umfunktionierter Boiler, der nun die Zeitmaschine darstellt.

Was sind Escape-Rooms?

Escape-Rooms boomen. Mehrere Personen werden in einem Raum eingeschlossen und erleben eine interaktive Geschichte. In der Regel gilt es, einen Ausweg aus dem Raum, oder einen bestimmten Gegenstand zu finden. Mit Teamwork, Köpfchen und Kreativität lösen die Besucher unter Zeitdruck Rätsel und kommen so der Lösung näher. Escape Rooms sind 2007 in Japan entstanden und haben über den Pazifik schliesslich Nordamerika erreicht. Zwei Jahre später entstand der erste Escape-Room in Budapest. 2013 schliesslich wurde der erste in der Schweiz eingerichtet. (dar)

Raum als Bereicherung

Die Idee für den Raum stammt vom Elgger Steve Schild, Autor des Science-Fiction-Romans «Gefangene der Zukunft». «Der Raum basiert auf einer Nebengeschichte aus meinem Buch», sagt Schild. Besucher des neuen Escape-Rooms müssten das Buch aber nicht gelesen haben, um den Raum spielen, und die Geschichte verstehen zu können. Vielmehr sei die Geschichte, welche die Besucher im Raum erleben, eine in sich geschlossene Nebenhandlung des Romanplots. «Der Raum ist eine Bereicherung der Buch-Story», meint er.

Schild trat mit seiner Idee an die Brüder Dominik und Michel Dotti heran, den Kontakt hatte ein gemeinsamer Freund vermittelt. «Die Dotti-Brüder haben diverse neue Rätsel erdacht und konstruiert», sagt Jenny Centeno. Die Rätsel entstehen im Geheimen und in der Freizeit – beide Brüder betreiben ihr «Escape Frauenfeld» neben ihrer beruflichen Tätigkeit. «Sie verkriechen sich jeweils in ihrer Werkstatt und bauen später die Elemente in den Raum ein», sagt sie. Ihr Aufwand sei riesig.

Zusammenarbeit ist notwendig

Der Raum wurde bereits von verschiedenen Gruppen getestet, unter anderem auch von Ideengeber Schild. «Ich hatte keine Ahnung wie der Raum aussieht», sagt er, der den Raum bereits am Sonntag mit seiner Frau und seiner Tochter testen konnte. Zwar habe er die Inspiration für den Raum geliefert, sei aber bei der Umsetzung nicht beteiligt gewesen. «Insofern war es interessant zu sehen, wie meine Ideen und die Geschichte in den fertigen Raum verwandelt wurden», sagt Schild, der sich von der Umsetzung begeistert zeigt. Die Aufgaben seien knifflig, aber sicher lösbar. «Zusammenarbeit ist aber definitiv notwendig», meint Schild. Alleine könne man den Raum nicht spielen. Vier Personen nennt Centeno als ideale Anzahl an Spielern im Raum. Dann seien sicher alle beschäftigt.

«Es war interessant zu sehen, wie meine Ideen und die Geschichte in den fertigen Raum verwandelt wurden.»

Steve Schild, Ideengeber des neuen Escape-Rooms.

Seit anfangs 2017 gibt es das «Escape Frauenfeld», im Februar eröffnete ein zweiter Raum, der den Drogenbaron Pablo Escobar und dessen Drogenimperium thematisiert. Nun sollen anfangs des nächsten Jahres zwei weitere Räume entstehen, wovon einer von bis zu 30 Personen gleichzeitig bespielt werden kann. «Wir wollen damit grössere Gruppen ansprechen, Klassen oder Polterabende zum Beispiel», sagt Centeno. Der grosse Raum soll in der Nähe des Marktplatzes entstehen.

Mehr Infos unter: http://www.escapefrauenfeld.ch/

Steve Schild – Autor und Mars-Kolonialist in spe

Als «Visionär» bezeichnet sich Steve Schild auf seiner Website. Zweifelsohne ist Schild ein umtriebiger Mann. Der 33-Jährige hat bereits ein Buch veröffentlicht, arbeitet derzeit an einer Fortsetzung – geplant ist eine Trilogie –, und ist einer von 100 Kandidaten für ein privates Mars-Programm. Die niederländische Stiftung Mars One setzt sich zum Ziel, 2032 eine erste Kolonie auf dem Mars anzusiedeln, begleitet durch eine TV-Dokumentation. 24 der 100 Kandidaten sollen einst einen Platz im Programm erhalten und würden fortan auf dem Mars leben – denn eine Rückkehr auf die Erde ist nicht geplant. (dar)

Mehr Infos unter: www.steveschild.ch