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Frauenfelder Beiz gibt überzählige Menüs freitags «über d'Gass» ab

Auf der Plattform «Too good to go» bieten mittlerweile 14 Thurgauer Betriebe Lebensmittel an, die sie sonst entsorgen müssten, unter anderem das Brauhaus Sternen und die Drogerie Haas aus Frauenfeld und «pipo's bar» in Berlingen.
Stefan Hilzinger
Anti-Food-Waste im «Sternen» in Frauenfeld: Geschäftsführer Stefan Mühlemann gibt eine Foodbox heraus. (Bild: Andrea Stalder)

Anti-Food-Waste im «Sternen» in Frauenfeld: Geschäftsführer Stefan Mühlemann gibt eine Foodbox heraus. (Bild: Andrea Stalder)

Das Problem kennen viele Beizer: An manchen Mittagen ist die Gaststube gestossen voll, an anderen halb leer. Schwierig ist es da, die passende Menge an Zutaten zu planen. Eine Folge davon: An sich noch gute Lebensmittel wandern nach Küchenschluss in den Kompost. Das Problem kennt auch das Brauhaus Sternen in Frauenfeld. «Uns hat diese Verschwendung immer gestört», sagt Geschäftsführer Stefan Mühlemann. Auf Anfang Jahr nun hat die Brauereigaststätte ihre Betriebe in Frauenfeld und Winterthur von Tagesmenus auf Wochenmenus umgestellt.

«So können wir nicht benötigte Zutaten von einem Tag auf den anderen schieben», sagt Mühlemann. Und was dann am Freitag nach dem Mittag noch übrig ist, bietet das Brauhaus über die Plattform «Too good to go» zu ermässigtem Preis «über d’Gass» an. Die Idee dazu hatte 2016 eine Gruppe dänischer Studenten. Seit exakt einem Jahr hat die Firma eine Tochtergesellschaft in der Schweiz.

Kosten und CO2 einsparen

Die beiden Betriebe des Brauhauses sind seit rund zwei Monaten auf der Plattform registriert. Pro Betrieb und Woche seien seither freitags jeweils zwischen fünf und fünfzehn Portionen zu knapp sechs Franken über die Theke gegangen. «Wir sparen Kosten, müssen weniger Einfrieren und sparen CO2 ein», sagt Mühlemann. Diesen Freitag hatte das Brauhaus Frauenfeld zehn Menus im Angebot. Mühlemann:

«Es sind nicht unbedingt Stammkunden, die sich die günstigen Menus sichern.»

Es habe auch viele Studenten dabei oder Menschen, die sich ein Essen im Restaurant nicht einfach so leisten könnten, sagt er weiter. Viele brächten mittlerweile eigenes Geschirr mit, um die Mahlzeit abzuholen.

Vom Brot über Tofu bis zum Nussgipfel

Ebenfalls auf «Too good to go» registriert in Frauenfeld ist die Drogerie Haas. «Eine junge Mitarbeiterin hatte davon gehört. Wir fanden die Idee gut», sagt Geschäftsführer Noah Frehner. Es komme vor, dass Reformprodukte, Lebensmittel oder auch Tees vor dem Ablaufdatum stünden, die entsorgt werde müssten. Dank der Plattform könnten die Lebensmittel nun gerettet werden. «Das kann beispielsweise Brot, Joghurt, Tee oder auch Tofu sein.» Pro Tag bietet die Drogerie gegen Ladenschluss bis zu drei Essenspakete an.

Dritter Anbieter in der Region ist Philipp Kasper von «pipo’s bar» am Untersee in Berlingen. «Es gibt halt immer Sachen, die ablaufen.» So rette er nun etwa Würste, Salate, Brot oder auch mal einen Nussgipfel vor der Grüntonne, in der Regel ein Essenspaket täglich. «Stammkunden nutzen es oder auch wildfremde Passanten, die mein Angebot auf der App sehen».

Reservieren, zahlen und sich überraschen lassen

Studierende der Universität Kopenhagen entwickelten 2016 die App «Too good to go», auf der Gastro- und Lebensmittelbetriebe überzählige, kurz vor dem Datum stehende Esswaren vergünstigt anbieten können, statt sie wegzuwerfen. Seit 2018 ist die Firma mit einer Tochtergesellschaft in der Schweiz vertreten. «Es haben sich mittlerweile 1200 Betriebe registriert. Im Thurgau sind es derzeit 14», sagt Mediensprecherin Sara Osmani.

«Too good to go» finanziert den Betrieb der internationalen Plattform via Provision auf den vermittelten Mahlzeiten. Die Betriebe geben per App bekannt, wie viele Portionen sie aktuell anbieten. Die Nutzer der App können die Mahlzeiten reservieren, per Kreditkarte bezahlen und zur angegebenen Zeit abholen. Was genau sie im Paket erhalten, wissen sie jeweils nicht. Es gilt: «Wer zuerst kommt, mahlt zuerst». (hil)

Hinweis
Infos unter toogoodtogo.ch

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