Frauenfeld
Trotz Verzicht einen Mehrwert schaffen: Die diesjährige ökumenische Kampagne behandelt das Thema Klimagerechtigkeit

Die beiden Frauenfelder Kirchgemeinden wollen in der diesjährigen Fastenzeit mit dem Thema Klimagerechtigkeit zum Überdenken des eigenen Konsums anregen. Mit verschiedenen Aktionen sollen zusätzlich Spenden generiert werden, die in Asien Verwendung finden.

Sophie Ade
Drucken
Teilen
Die Mitglieder der Kampagne sind bereit und präsentieren ihr Plakat beim «Suure Winkel» neben der evangelischen Kirche.

Die Mitglieder der Kampagne sind bereit und präsentieren ihr Plakat beim «Suure Winkel» neben der evangelischen Kirche.

Bild: Sophie Ade

Es ist ein Aufruf zur Solidarität. Und zum kleinen Verzicht. «Wir auf der nördlichen Seite der Erdhalbkugel beeinflussen mit unserem Überkonsum auch das Klima auf der Südhalbkugel», erläutert Christof Kaiser, Leiter des Hausdienstes in der katholischen Kirchgemeinde, die diesjährige ökumenische Kampagne.

Das Thema Klimagerechtigkeit ist auch auf dem rosaroten Plakat thematisiert, welches ein Paar beim Grillen zeigt und in dessen Schatten die Auswirkungen davon. Samuel Kienast, Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde, sagt:

«Auch wenn der Schwerpunkt aktuell auf Corona liegt, dürfen wir das Thema Klima nicht aus den Augen verlieren.»
Samuel Kienast, Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde.

Samuel Kienast, Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde.

Bild: PD

Eingeläutet wird die Kampagne mit dem Gottesdienst am Sonntag, 21. Februar, in der Stadtkirche, welcher der Wortschöpfung «Klimagerechtigkeit» nachgehen will. «Mit diesem Auftakt wollen wir das Thema unter die Leute bringen und sie dazu bewegen, zu überdenken, welche Spuren ihr Konsum hinterlässt und wo Verzicht möglich wäre», erzählt Kienast. Dabei ginge es jedoch nicht darum, dass die Leute am Ende mit einem schlechten Gewissen nach Hause gehen, sondern eher von der Lust zu einer Veränderung heimgesucht werden.

Als Höhepunkt der Kampagne steht diesmal ein «Outdoor»-Suppentag im Vordergrund. «Beim ‹Suure Winkel›und der Alten Kaplanei halten wir Gemüsesuppe, Kaffee und Kuchen für die Leute bereit und freuen uns auf sie», sagt Kaiser. Dieses Jahr müsse zwar auf Bänke und wohlige Wärme in einem Raum verzichtet werden, doch mit der Möglichkeit, die Suppe vor Ort zu geniessen oder sie nach Hause mitzunehmen, hoffen die Kirchgemeinden trotzdem auf viele Spenden.

Gezielte Unterstützung in Asien

Bei der katholischen Kirchgemeinde fliessen die Spenden, die im Rahmen von der Fastenopfer-Kampagne zusammengekommen sind, nach Asien. Genauer Indien. Dort soll das Geld in den Dörfern, die am Rand der Gesellschaft leben, zur Errichtung eigener Sparkassen verhelfen. Damit soll in zukünftigen finanziellen Notsituationen ein Darlehen vergeben und die Aufnahme eines externen Wucherzinses vermieden werden können. Kaiser sagt:

«Auf diesem Weg sollen sich die Leute von der Abhängigkeit lösen und zu einem Leben ausserhalb der Verschuldung finden.»
Christof Kaiser, Leiter des Hausdienstes in der katholischen Kirchgemeinde.

Christof Kaiser, Leiter des Hausdienstes in der katholischen Kirchgemeinde.

Bild: PD

Auch bei der evangelischen Kirchgemeinde sollen die gesammelten Spenden im asiatischen Raum Verwendung finden. Das Berufsbildungszentrum in Laos bietet Schülern die Möglichkeit, ihre Ausbildung auch nach der obligatorischen Schulzeit fortzusetzen. «Durch gezielte Weiterbildung sollen die Leute auch hier zu einem Selbstversorger werden und sich so eine bessere Zukunft ermöglichen», beschreibt Kaiser das langfristige Ziel.

Mit Aktionen wie dem Benefiz-Jassturnier oder der Pilgerreise sollen ebenfalls Geldbeträge für die Spendenprojekte zusammenkommen. Dazu zählt auch die Kampagne «Lokales Brot gegen globalen Hunger», bei der mit dem Kauf bei lokalen Bäckereien ebenfalls Geld gespendet werden kann.

Ob diese weiteren Möglichkeiten allerdings durchgeführt werden können, liegt nicht in den Händen der Verantwortlichen. Sozialdiakon René Oettli sagt:

«Wir überlassen es der Situation und schauen einfach, was möglich ist.»

Die neusten Entwicklungen und Entscheide sind jeweils auf den Websites der beiden Kirchgemeinden vorzufinden.

Mehr Informationen unter: www.kath-frauenfeldplus.ch/fastenopfer und www.evang-frauenfeld.ch/brot-fuer-alle