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Frauenfeld soll in den nächsten 30 Jahren um 7000 Personen wachsen

Auf 25 Hektaren umgenutzten Flächen von Armee und Stadt zwischen dem Frauenfelder Bahnhof und Autobahn hat es Platz für ein neues Quartier zum Wohnen und Arbeiten
Stefan Hilzinger
In der Szenografie des Künstlers Matthias Gnehm verkehren auf der autofreien Langdorfallee nordöstlich des Bahnhofs künftig Trolleybusse. Links die Murg und der Murg-Auen-Park. (Bild: PD/Stadt Frauenfeld)

In der Szenografie des Künstlers Matthias Gnehm verkehren auf der autofreien Langdorfallee nordöstlich des Bahnhofs künftig Trolleybusse. Links die Murg und der Murg-Auen-Park. (Bild: PD/Stadt Frauenfeld)

Wer sich von den flackernden Scheinwerfern und der übermotivierten Moderatorin nicht allzu stark irritieren liess, bekam am Samstagvormittag in der Militärsporthalle ein nahrhaftes städtebauliches Menü präsentiert. Es geht um die künftige Entwicklung des Murgbogens zwischen Bahnhof und Autobahn. Zwischen 150 und 200 Frauenfelderinnen und Frauenfelder nahmen an dem Informationsanlass der Stadt teil.

Frauenfeld wird weiter wachsen, sagte Stadtbaumeister Christof Helbling. «Wir müssen Aadorf in Frauenfeld unterbringen», sagte er bildhaft. Raumplanerin Nina Stieger lieferte die Zahlen: «In den nächsten Jahrzehnten wird die Bevölkerung um 7000 Personen wachsen, die Zahl der Arbeitsplätze um 5500», sagte sie.

Besucherinnen nehmen die gezeichneten Visionen unter die Lupe. (Bild: Stefan Hilzinger)

Besucherinnen nehmen die gezeichneten Visionen unter die Lupe. (Bild: Stefan Hilzinger)

Gegen 60000 Personen sollten künftig im Thurgauer Hauptort einen Platz zum Arbeiten oder Wohnen finden. Die Zahlen seien laut Helbling und Stieger nicht aus der Luft gegriffen, sie leiteten sich aus der kantonalen Richtplanung her.

Transformationsflächen als grosse Chancen

Und wohin nun mit diesem neuen Aadorf in Frauenfeld? 25Hektaren an sogenannter Transformationsfläche werden dort in den nächsten Jahren und Jahrzehnten frei, informierte Stadtbaumeister Helbling. Es geht um Parzellen, die der Eidgenossenschaft gehören (Stadtkaserne, Zeughaus, Militärsporhalle) und auch um Flächen im Besitz der Stadt (Werkhof), die umgenutzt werden können.

Hier könne die Stadt wachsen, ohne dass in bestehenden Wohngebieten verdichtet werden müsse – das stosse ohnehin nicht überall auf Gegenlieben, sagte Helbling. Was die Stadt am Samstag der Öffentlichkeit vorstellte, sind gezeichnete Visionen, wenn nicht gar Utopien aus der Hand des Szenografen und Comiczeichners Matthias Gnehm.

Starke Bilder als Dankanstösse

Ob nun etwa die beiden Türme an einer künftigen Langallee je gebaut werden oder ob auf der Allee je Trolleybusse verkehren werden, hat derzeit offensichtlich noch wenig Bedeutung. Und ob der schräge Turm im Hintergrund der Tower eines künftigen Frauenfelder Flughafens ist, wie jemand einwarf, sicher auch nicht. Stadtrat Andreas Elliker sagte:

«‹Seid Ihr wahnsinnig!?›, warf mir jemand beim Anblick der beiden Türme an den Kopf.»

«Doch wir brauchen diese starken Bilder, um Ihre Meinungen abzuholen», sagte der Vorsteher des Departements Bau und Verkehr. Er danke schon allen, die sich den Rundgang (siehe Kasten) anschauen werden «und Zeit und Hirnschmalz» in die städtebauliche Entwicklung im Kurz- und Langdorf investieren werden.

Im halbdunklen Halbrund in der Militärsporthallen stellte die Stadt ihre Visionen für den Murgbogen vor.

Im halbdunklen Halbrund in der Militärsporthallen stellte die Stadt ihre Visionen für den Murgbogen vor.

Stadtpräsident Anders Stokholm befragte dann den oder anderen Anwesenden nach seinen Wünschen. Er selbst war sichtlich erfreut, auf dem Zukunftsbild der Stadtkaserne den gläsernen Neubau des historischen Museums zu entdecken. Manche der Befragten wünschten sich etwa noch mehr Fläche für Spiel und Sport, andere gaben zu bedenken, dass künftig «der Rollator zum Stadtbild gehören wird», was bei Planungen berücksichtig werden müsse.

Alles an Wünschen und Anregungen wird nun in die weiteren Schritte aufgenommen, betonten die Behördenmitglieder. «Wir geben nicht einfach den Tarif durch, diese Zeiten sind vorbei», sagte Stadtpräsident Stokholm.

Sechs rote Rahmen, ein Rundgang und eine Umfrage

Die roten Rahmen in der Stadt sorgten schon vor dem Anlass am Samstagvormittag für heisse Diskussionen in den sozialen Medien. Es sind die sechs Stationen der Murgbogen-Tour, zu der die Stadt einlädt, um sich selbst ein Bild der möglichen künftigen Entwicklung zwischen Bahnhof/Stadtkaserne und Autobahn zu machen.

Auf den Rahmen hat es sogenannten QR-Codes. Mit einem passenden App auf dem Smartphone abfotografiert, führt der Code direkt zur passenden Stelle auf der neuen Website murgbogen.ch. Dort zeigen sich dem Betrachter Ansichten des betreffenden Standortes von früher und heute sowie der Zukunft aus der Feder des Szenografen Matthias Gnehm.

Einer der Rahmen hängt am Geländer des Balierestegs. Hier gäbe es gemäss Zeichner Gnehm künftig eine Flaniermeile entlang des Flusses. Der Rundweg enthält weitere Stationen etwa bei der Kaserne, der Zeughausbrücke, der Industriestrasse und am Standort des nicht realisierten Turms im Murgauenpark.

Der Stadtrat fordert dazu auf, seine Meinung zum möglichen künftigen Erscheinungsbild des Murgbogens abzugeben. Es gibt dazu eine Online-Umfrage auf der Website. Man kann dem Stadtrat auch handschriftliche Kommentare auf eigens vorgedruckten Karten zukommen lassen. (hil)

Hinweis
www.murgbogen.ch

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