Anders macht Duzis mit Timo, Erik und Jan: Die Botschafter von Finnland, Schweden und Norwegen zu Besuch im Frauenfelder Rathaus

Hoher diplomatischer Besuch am Montagvormittag beim Frauenfelder Stadtpräsidenten Anders Stokholm, der ein süsses Leben führt, wie es in Finnland heisst. 

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Im Rathaus-Turmzimmer: Norwegens Botschafter Erik Førner, Finnlands Botschafter Timo Rajakangas, Stadtpräsident Anders Stokholm und Schwedens Botschafter Jan Knutsson. (Bild: Mathias Frei)

Im Rathaus-Turmzimmer: Norwegens Botschafter Erik Førner, Finnlands Botschafter Timo Rajakangas, Stadtpräsident Anders Stokholm und Schwedens Botschafter Jan Knutsson. (Bild: Mathias Frei)

Einen Käsehobel: Dieses Geschenk bekommt Stadtpräsident Anders Stokholm von Norwegens Botschafter in der Schweiz, Erik Førner, überreicht.

«Es war sehr nett.»

So bedankt sich der norwegische Diplomat und spricht von sparsamem Umgang mit Käse. Auch Timo Rajakangas, der finnische Botschaft für die Schweiz, und Jan Knutsson, Schwedens Botschafter in der Schweiz, haben Geschenke parat: Literatur aus beiden Ländern und finnische Musik.

Dann pressiert es ein wenig, der Regierungsrat wartet schon. Schnell die Hände geschüttelt. Man ist ja jetzt per Du. Nach der Kantonsregierung geht’s für die skandinavische Delegation in der Kartause zum Zmittag, am Nachmittag stehen noch Besuche bei der Stadler Rail in Bussnang – FØrner: «Wenn man in Norwegen Zug fährt, dann Stadler» – und im Napoleonmuseum (inklusive Weinverkostung) auf dem Programm.

Frauen in Finnland und Hip-Hop in Frauenfeld

Zumindest im Rathaus ist es am Montagvormittag mehr als nur ein Höflichkeitsbesuch. Anders Stokholm bricht mit ein paar Worten Dänisch sofort das Eis. Dänemark unterhält keine Botschaft mehr in der Schweiz.

«Wir sind alle ein wenig Botschafter für Dänemark.»

Das meint der Schwede Knutsson. Bei der Kaffeebestellung wundert sich Finnlands Botschafter Rajakangas über den Ausdruck «Kaffee crème». Die drei hohen Diplomaten zeigen sich enorm interessiert an Frauenfeld. Bei der lockeren Kaffeerunde in der Schützenstube geht es um die Frauenfrage (Finnland hat das Wahlrecht für Frauen bereits 1906 eingeführt), das Konzept der Bürgergemeinden und das Open Air Frauenfeld. «Frauenfeld ist gern klein, manchmal fühlen wir uns aber auch ganz gross», meint Stokholm und verkauft die Stadt gut.

Zwei Thurgauer stecken hinter dem Besuch

Botschafter Førner spricht von den Gemeinsamkeiten der nordischen und der Schweizer Mentalität. Für ihn und Knutsson ist es der erste offizielle Kantonsbesuch. Der Anstoss zum Ausflug in die Ostschweiz kam von Seiten Finnlands. Im Auftrag von Botschafter Rajakangas haben der Weininger Architekt Felice Romano, finnischer Honorargeneralkonsul für die Schweiz, und dessen Sohn Franco Romano als persönlicher Assistent des finnischen Botschafters diesen Besuch organisiert.

Der schwedische Botschafter Jan Knutsson, Philipp Jordi (Berater in Wirtschaftsfragen des finnischen Botschafters), der finnische Botschafter Timo Rajakngas, der norwegische Botschafter Erik Førner, Stadtpräsident Anders Stokholm, Franco Romano (persönlicher Assistent des finnischen Botschafters), Christa Elisabeth Kolden (persönliche Assistentin des norwegischen Botschafters) und Felice Romano, finnischer Honorargeneralkonsul für die Schweiz. (Bild: Mathias Frei)

Der schwedische Botschafter Jan Knutsson, Philipp Jordi (Berater in Wirtschaftsfragen des finnischen Botschafters), der finnische Botschafter Timo Rajakngas, der norwegische Botschafter Erik Førner, Stadtpräsident Anders Stokholm, Franco Romano (persönlicher Assistent des finnischen Botschafters), Christa Elisabeth Kolden (persönliche Assistentin des norwegischen Botschafters) und Felice Romano, finnischer Honorargeneralkonsul für die Schweiz. (Bild: Mathias Frei)

Stokholm führt die Diplomaten hinauf ins Turmzimmer. «Mit wem man hier oben ist, mit dem ist man per Du», erklärt der Stadtpräsident. Der finnische Botschafter hakt nach: «Nur hier oben?» – «Nein, immer und überall.» Die Runde lacht. Dann schweift der Blick aus den Fenstern über die Stadt hinweg. Dort, wo es raucht, sei die Zuckerfabrik. Die Botschafter sind offensichtlich beeindruckt. Und Rajakangas meint:

«Ein süsses Leben habt ihr hier.»

Und in Helsinki gebe es auf den Terrassen der Cafés Glatz-Schirme aus Frauenfeld, erklärt Felice Romano.