Frauenfeld sagt knapp Ja zum umstrittenen Landverkauf für Twerenbold-Reiseterminal

Die Frauenfelder Stimmberechtigten haben mit 4053 Ja-Stimmen zu 3256 Nein-Stimmen den Verkauf des Grundstücks im Kurzdorf an das Reiseunternehmen Twerenbold gutgeheissen. Der Stadtrat begrüsst den Entscheid, die CH ist enttäuscht.

Rahel Haag
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Die Visualisierung zeigt die Dimensionen des geplanten Reiseterminals samt Wohnüberbauung entlang der Schaffhauserstrasse (Pappelallee) mit Sicht aus Westen. (Bild: PD/Architektur Strut)

Die Visualisierung zeigt die Dimensionen des geplanten Reiseterminals samt Wohnüberbauung entlang der Schaffhauserstrasse (Pappelallee) mit Sicht aus Westen. (Bild: PD/Architektur Strut)

Es ist denkbar knapp ausgegangen. Nur 797 Stimmen beträgt der Unterschied. Letzten Endes sprechen sich rund 56 Prozent der Frauenfelderinnen und Frauenfelder für und rund 44 Prozent gegen einen Verkauf des rund 9500 Quadratmeter grossen Grundstücks an der Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse an das Unternehmen Twerenbold aus.

Der Reiseveranstalter plant dort ein Betriebsgebäude mit Büros, eine Careinstellhalle mit Reiseterminal sowie eine Wohnüberbauung. Die Stimmbeteiligung liegt bei 46,8 Prozent.

An der Medienkonferenz der Stadt am Sonntagnachmittag im Frauenfelder Rathaus zeigt sich Stadtpräsident Anders Stokholm erfreut über das Resultat:

«Ich denke, es zeigt, dass die Stimmberechtigten das Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen hoch gewichtet haben.»

Er habe mit dem Resultat gerechnet, sei aber dennoch erleichtert, fügt Stokholm hinzu. Ausschlaggebend war seiner Meinung nach auch die Tatsache, dass das Unternehmen bekannt ist. Nun folge das Baubewilligungsverfahren. «Jetzt können wir vorwärts machen.»

Die Gegner sind enttäuscht

Charles Landert, Präsident der Gruppierung «Chrampfe & Hirne» (CH), ist enttäuscht. Die CH und Anwohner hatten sich gegen einen Landverkauf gewehrt. Landert sagt, dass es sich um eine komplexe Vorlage gehandelt habe. Offenbar sei das Vertrauen der Bevölkerung in den bürgerlichen Stadtrat gross, fügt er hinzu.

«Das Ergebnis mit einem Nein-Anteil von 44 Prozent zeigt aber, dass viele Stimmberechtigte der Parole von CH und der Grünen gefolgt sind. »

Auf politischer Ebene sei mit der Abstimmung in dieser Sache nun ein letztinstanzlicher Entscheid gefällt worden. Dieser sei für die CH bindend, sagt Landert. «Ob das Projekt auch vor der Baubehörde bestehen wird, ist dagegen offen.»

Vorgeschichte zum Landverkauf

  • 10. Juli 2018: Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat mittels Botschaft ein Ja für den Grundstückverkauf in Höhe von 5,7 Millionen Franken an Twerenbold.
  • September 2018: Anwohner im Sonnmatt-Quartier und «Chrampfe & Hirne» wehren sich dagegen.
  • 19. September 2018: Der Gemeinderat stimmt dem Verkauf mit 25 Ja gegenüber 9 Nein und zwei Enthaltungen zu. Das Behördenreferendum scheitert.
  • 2. November 2018: Die Gegner sammeln über 1000 Unterschriften und bringen somit eine Volksabstimmung zustande.
  • 16. November 2018: Der Stadtrat setzt die Abstimmung auf den 10. Februar 2019 fest.

Widerstand gegen Twerenbold Reisen: Gegner des Frauenfelder Busbahnhofs sammeln Unterschriften

Obwohl der Frauenfelder Gemeinderat dem Grundstückverkauf an den Reiseveranstalter Twerenbold in Höhe von 5,7 Millionen Franken zugestimmt hat, gelangt das Geschäft womöglich doch noch vors Stimmvolk. Anwohner im Sonnmatt-Quartier sowie die Gruppierung Chrampfe & Hirne sammeln Unterschriften fürs fakultative Referendum und gegen den geplanten Busterminal im Westen der Stadt Frauenfeld.
Samuel Koch

Der Weg für den Frauenfelder Busterminal ist geebnet

Die Mehrheit des Frauenfelder Stadtparlaments hat am Mittwochabend dem Grundstückverkauf für 5,7 Millionen Franken an den Reiseveranstalter Twerenbold zugestimmt. Somit entsteht im Quartier Sonnmatt ein Busbahnhof trotz Gegenwehr von Anwohnern und Tadel im Gemeinderat.
Samuel Koch

Frauenfelder Busterminal gerät ins Schlingern

Die Stadt Frauenfeld will ihr Grundstück im Westen der Stadt für 5,7 Millionen Franken an den Reiseveranstalter Twerenbold veräussern. Die Gruppierung «Chrampfe & Hirne» und Anwohner opponieren nun dagegen. An der Gemeinderatssitzung am 19. September fällt der Vorhang.
Samuel Koch