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Thurgauer Politiker regen einen Vorstoss für Schwulenrechte an

In Frauenfeld diskutierten Politikerinnen und Politikern über die Situation von Schwulen und Lesben im Kanton Thurgau.
Christof Lampart
Nina Schläfli (SP), Karin Bétrisey (Grüne), Reto Ammann (GLP), Moderator Stefan Milius, Dominik Diezi (CVP) und Anders Stokholm (FDP) am Podium. (Bild: Christof Lampart)

Nina Schläfli (SP), Karin Bétrisey (Grüne), Reto Ammann (GLP), Moderator Stefan Milius, Dominik Diezi (CVP) und Anders Stokholm (FDP) am Podium. (Bild: Christof Lampart)

Die Ausgangslage war interessant: Es ging um die Situation der Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LGBTI) im Thurgau. Doch «zünden» tat das Podium in Frauenfeld nicht wirklich.

Das dürfte vor allem daran gelegen haben, dass an dem von «Network», einem Verein rund um «Gay Leadership», organisierten Podium nur Politikerinnen und Politiker teilnahmen, welche für die Anliegen der Schwulen, Lesben-, Bi-, Trans- und Intersexuellen Verständnis zeigten. Eine gegnerische Position war nicht vorhanden, womit der Diskussion die «Würze» fehlte.

Auch der eine oder andere provakante Einschub des Moderators Stefan Millius vermochte keine Kontroverse zu lancieren. Es hätte sicherlich geholfen, wenn nicht nur im Publikum, sondern auch auf dem Podium LGBTI-Vertreter Platz genommen hätten. Doch auch hier: Fehlanzeige.

Kann ein Label die Lösung sein?

Tatsächlich betonten alle die grossen Fortschritte, die in Sachen gesellschaftlicher Anerkennung der LGBTI-Szene in der Schweiz gemacht wurden. Der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) sagte:

«Als ich vor 21 Jahren als Pfarrer in Stein am Rhein ein schwules Paar traute, war dies ein Thema. Heute sind wir da schon viel weiter.»

Nina Schläfli (SP) erklärte ihr Engagement für die LGBTI-Bewegung damit, dass «gesellschaftliche Anliegen mir schon immer wichtig waren». Klar, dass sich da auch der Grünliberale Reto Ammann nicht kontrovers äussern wollte: «Für mich ist es selbstverständlich, dass Ausgrenzungen gesellschaftlich kein Thema mehr sein dürfen.»

Allerdings hielt er nichts von der Einführung des «Swiss-LGBTI»-Labels für Firmen. «Es kann doch nicht sein, dass ich mich für so was labeln muss», so Ammann. Viel wichtiger sei der reale Einsatz für Akzeptanz und gegen Diskriminierung der LGBTI-Community am Arbeitsplatz und der Gesellschaft.

Rechtsfragen müssen zuerst geklärt sein

Der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi (CVP) erklärte, dass er als Richter viel mit Familienrecht-Fragen zu tun gehabt habe – und sich deshalb auch mit der «Ehe für alle» intensiv auseinandergesetzt habe und diese auch befürworte. Für ihn ist klar, dass die rechtliche Gleichstellung das Fundament sein müsse, auf dem die gesellschaftliche Akzeptanz dann aufbauen könne.

Die Grüne Karin Bétrisey forderte die anderen Politiker in der Runde auf, «dass wir nun doch alle einen überparteilichen Vorstoss im Grossen Rat unternehmen sollten». Allerdings sollte dieser gut gemacht sein, weshalb es auch die Mitarbeit der LGBTI-Community brauche. Kantonsrätin Bétrisey sagte ans Publium gewandt:

«Teilt uns mit, was eure Anliegen und Bedürfnisse sind.»

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