Frauenfeld leistet mit einem Beitrag über 35'000 Franken Hilfe zur Selbsthilfe im Kongo

Der Gründer der begünstigten kongolesischen Organisation COOBIDIEP ist Joseh Kalamba. In Frauenfeld kennt man ihn als Aushilfspriester bei der Pfarrei St.Anna.

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Joseph Kalamba, ehemaliger Aushilfspriester der Pfarrei St.Anna Frauenfeld. (Bild: PD)

Joseph Kalamba, ehemaliger Aushilfspriester der Pfarrei St.Anna Frauenfeld. (Bild: PD)

(red) Die Städte Schaffhausen, St.Gallen, Winterthur und Frauenfeld arbeiten in der Auslandhilfe eng zusammen. Jährlich alternierend nehmen die Städte Gesuche von Hilfsprojekten entgegen und empfehlen der Städtepartnerschaft ein Projekt zur Unterstützung. Dies teilt das Departement für Gesellschaft und Soziales der Stadt Frauenfeld mit. Der Unterstützungsbeitrag der Städtepartnerschaft beläuft sich pro Jahr auf insgesamt 275'000 Franken. Auf Winterthur entfallen 108'000 Franken, auf St.Gallen 84'000 Franken, auf Schaffhausen 48'000 Franken und auf Frauenfeld 35'000 Franken. Für die Bearbeitung der Unterstützungsgesuche ist heuer Schaffhausen verantwortlich.

Das in diesem Jahr ausgewählte Ernährungsprojekt «Demokratische Republik Kongo – Haushalte befreien sich nachhaltig von Hunger und extremer Armut» wird durch die Stiftung Fastenopfer in Zusammenarbeit mit COOBIDIEP, einer lokalen Partnerorganisation, umgesetzt. COOBIDIEP wurde 1994 durch den katholischen Priester Joseph Kalamba gegründet. Er studierte unter anderem in der Schweiz und arbeitete von November 2016 bis Januar 2017 zur Aushilfe als Priester bei der Pfarrei St.Anna in Frauenfeld. Kalambas Organisation ist lokal stark verankert, wirkt mit Unterstützung von Fastenopfer seit mehr als 24 Jahren im Kongo und hilft, die Lebens- sowie Ernährungssituation zu verbessern. COOBIDIEP hat sich dem Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe» verschrieben. Das unterstützte Projekt überzeuge durch eine ökologisch nachhaltige, breit abgestützte Ausrichtung und durch eine Vielzahl an direkt und indirekt Begünstigten, heisst es.

Das Projekt konzentriert sich auf die Region um Kamutanga im schwer erreichbaren Zentrum des Landes. Dieses Gebiet ist fast nur zu Fuss oder mit dem Motorrad erreichbar. Die Bevölkerung lebt von der traditionellen Brandrodung, der Jagd und dem Sammeln. Sie leidet unter grossem Nahrungsmangel. Hier setzt das Projekt an. Durch die Aktivitäten zur Erhöhung der Ernährungssicherheit wird die Grundlage für eine langfristige Verbesserung gelegt. Ebenfalls tragen die Einführung von Sparkassen dazu bei, die gerechtere Verteilung der Arbeit und Ressourcen zwischen den Geschlechtern, das Konfliktmanagement innerhalb der Dorfgruppen sowie der Fokus auf die Ausbildung von jungen Agronomen.

Bund der Steuerzahler schiesst gegen Frauenspital in Kongo

In einer Zusammenarbeit mit Winterthur, Schaffhausen und St. Gallen hat die Stadt für 2017 eine Spende für eine Winterthurer Stiftung vorgesehen. Nun wird Kritik laut, das unterstützte Hilfswerk habe einen christlichen Hintergrund.
Mathias Frei