Frauenfeld
«Kinder und Eltern haben wochenlang mitgearbeitet»: Rock Academy öffnet ihr neues Bewegungszentrum, das die öffentliche Hand mitfinanziert hat

Ab sofort ist das Bewegungszentrum «motion factory» im Gewerbepark Morgenstern an der Autobahn für jedermann geöffnet. Einen Teil der fünfstelligen Investitionen hat die Stadt Frauenfeld aus dem Covid-19-Fonds gesprochen.

Samuel Koch
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Dimitri Isenring und Annika Schöni in den neuen Räumlichkeiten der «motion factory» im Gewerbehaus des Zaunteams.

Dimitri Isenring und Annika Schöni in den neuen Räumlichkeiten der «motion factory» im Gewerbehaus des Zaunteams.

Bild: PD

Gemeinsames Bewegen für jeden. Diesen Leitsatz verfolgen Dimitri Isenring und Annika Schöni mit ihrem neuen Bewegungszentrum «motion factory», das im Gewerbepark Morgenstern des Zaunteams aus der einstigen Rock-'n'-Roll-Tanzschule der Rock Academy entstanden ist. Im Alexander 4 an der Frauenfelder Grenze zu Felben-Wellhausen haben Isenring und Schöni mit ihrer GmbH während der Lockdown-Zeit ein neues Angebot auf die Beine gestellt. Während einer Begehung durch die hellen und einladenden Räumlichkeiten sagt Isenring:

«Vorher war die Tanzschule primär für Kinder da, jetzt sind wir auch offen für alle Erwachsenen.»
Dimitri Isenring, Gründer Rock Academy und Mitgründer «motion factory».

Dimitri Isenring, Gründer Rock Academy und Mitgründer «motion factory».

Bild: Thi My Lien Nguyen

Über eine Fläche von 700 Quadratmeter erstreckt sich das neue Bewegungszentrum direkt neben der Autobahn, wo nebst Tanz- auch Fitness-, Yoga- oder Pilateskurse stattfinden. Für den Innenausbau auf der dritten Etage – zuvor befand sich die Rock Academy auf rund 250 Quadratmetern im vierten Stock – haben die rund 160 Mitglieder der Rock Academy und deren Eltern angepackt. «Wir haben in den letzten vier Monaten sehr viel selber gemacht», sagt Isenring. Das heisst: Boden einlegen, Spiegel montieren, Mobiliar auf- und Material bereitstellen. «Die Kinder und Eltern haben wochenlang mitgearbeitet», sagt er. Den Zeitaufwand kann er nicht in Stunden beziffern.

Rund ein Viertel stammt aus Covid-19-Fonds

Dafür weiss er, wie viel ins neue Bewegungszentrum investiert worden ist, zwischen 80'000 und 100'000 Franken. 25'000 Franken davon entstammen dem städtischen Covid-19-Fonds, womit die Stadt den Überschuss aus der Rechnung 2019 als zusätzliches Auffangnetz gegen die Auswirkungen der Pandemie gespannt hat. «Von Rock'n'Roll alleine hätten sich die Investitionen nicht finanzieren lassen», sagt Isenring. Deshalb hat das Bewegungszentrum «motion factory» sein Angebot ausgebaut, um eine grössere Zielgruppe zu erreichen und auch Synergien zu nutzen. Es gehe nicht mehr nur um Tanz, sagt Isenring und ergänzt:

«Während die Kinder das Training besuchen, können die Eltern in einen Yogakurs gehen oder zur Kinesiologin.»

Die Tanz-, Yoga- oder Pilateslehrer sind im Stundenlohn angestellt oder bezahlen der «motion factory» Raummieten. Dafür dürfen sie für ihr eigenes Angebot werben, sagt Isenring, der als Tanz- und Mentaltrainer selbst einige der Kurse im Monatsplan gibt.

Schnuppern für einen Fünfliber

Jetzt wollen Isenring und seine Freundin Annika Schöni aber zuerst die Werbetrommel rühren. Denn während der Schnuppermonate bis zum definitiven Programmstart im August kostet jeder Kurs nur einen Fünfliber. Isenring sagt: «Wir wollen die Menschen dazu animieren, sich bei uns zu bewegen.»