Frauenfeld huldigt einer Randsportart mit grossem Potenzial

Spannende Spiele in geselligem Ambiente und das Ganze auf Weltklasseniveau – das bot am Wochenende das mittlerweile 59. Internationale Neujahrsradballturnier in der Festhalle Rüegerholz.

Christof Lampart
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Erfreulich viele Zuschauer verfolgen das Radballturnier in der Rüegerholzhalle. (Bild: Donato Caspari)

Erfreulich viele Zuschauer verfolgen das Radballturnier in der Rüegerholzhalle. (Bild: Donato Caspari)

«Tack, tack, tack – Schuss – Tor!». Vier Ballberührungen und kaum fünf Sekunden nach dem Anspiel lag das Runde dort, wo es für die Jubelnden hingehörte: im gegnerischen Eckigen. Und tatsächlich: Wer schon immer einmal live einen Sport erleben wollte, der gefühlt die Geschwindigkeit des Eishockeys mit der Unmittelbarkeit des Beachvolleyballs kombiniert wissen wollte, kam am späten Sonntagvormittag in der Frauenfelder Festhalle Rüeggerholz bestens auf sein Kosten.

Die «Crème de la Crème» spielt mit

Allein das beiläufige Miterleben des beliebten Turniers der Frauenfelder Radballer war dazu angetan, sich für den rasanten Teamsport zu erwärmen. Zumal die Protagonisten nicht einfach irgendwelche Teams waren, sondern die internationale «Créme de la Créme» des Radballsports.

Allen voran die Titelverteidiger vom vergangenen Jahr von der RC Höchst. Wie gut die Vorarlberger sind, lässt ein Blick ins Programmheft ahnen: Österreicher Meister, Europameister und Weltmeister steht da – und das alles im zurückliegenden 2018.

Die Zuschauerkulisse ist gut für die Moral

Die klar verteilte Favoritenrolle hindert jedoch die Einheimischen Thomas Stojan und Severin Zimmermann vom ATB Frauenfeld nicht dran, gegen Möhlin Vollgas zu geben. Fair geht’s trotzdem zu und her; stürzt der Kontrahent, so wird nachher mit ihm abgeklatscht. Trainer Remo Sandmeier ist derweil zufrieden: «Die Zuschauerkulisse stimmt, und wir haben zum Auftakt gesiegt; das ist gut für die Moral.»

Neujahrsturnier 2019 der Radballer in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld. (Bilder: Donato Caspari)
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Neujahrsturnier 2019 der Radballer in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld. (Bilder: Donato Caspari)

Der Sieg war nicht eingeplant – denn eigentlich hätten nicht die Fricktaler ihre Auftaktgegner sein sollen, sondern die Vize-Weltmeister aus Deutschland. Doch zwei Tage vor dem Turnier mussten diese verletzungsbedingt absagen. Apropos Verletzungen: Wer sich wundert, dass die Velos oft fliegend gewechselt werden, sei gesagt, dass dies geschieht, um die Verletzungsgefahr zu mindern. Ein geschäftiger Mechaniker sagt erklärend:

«Wenn du mal eine abgebrochene Speiche in der Wade hast, dann weisst du auch, warum wir vorsorglich wechseln.»

Für Remo Sandmeier ist ein Wechsel auch aus einem anderen Grund nötig: «Wenn eine Speiche fehlt, kann man nicht mehr so hart schiessen». Ganz unabhängig davon zieht der Präsident der Frauenfelder Radballer Robert Bures, eine gute Bilanz: «Das ist heute wieder einmal Radballsport vom Feinsten.»

RADBALL: Auf höchstem Niveau

Am 58. Neujahrsturnier in Frauenfeld messen sich die besten Duos der Welt. Die Österreicher aus Höchst bezwingen im Elite-Turnier Weltmeister Stein aus Deutschland.
Remo Sandmeier