Glosse

Frauenfeld hat noch Brot

Murgspritzer:  Warum «Die Post» in Bern ihr Kerngeschäft mit Brot und in Frauenfelder mit Pizza ergänzt.

Stefan Hilzinger
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Stefan Hilzinger, Redaktor

Stefan Hilzinger, Redaktor

Die Not muss gross sein in unserer Bundesstadt Bern. Vor lauter Geschäftigkeit kommen die im öffentlichen Dienst Beschäftigten in der Unesco-geschützten Kapitale offenbar nicht zum Einkaufen. Morgens sollen viele öfters ohne Ankeschnitte, dafür komplett unterzuckert und übel gelaunt zum Dienst erscheinen.

Da fragt man sich schon, wie es unter diesen Umständen gelingen soll, mit der EU anständige Verträge auszuhandeln. Es hilft auch nichts, wenn der Magen vor lauter Milchggaffe völlig übersäuert ist.

Doch nun erhalten die Berner Beamten Linderung und zwar von «Die Post». Die Firma hat gestern mitgeteilt, dass sie in Zusammenarbeit mit der Confiserie Eichenberger in Bern und der Agglomeration einen Brotlieferdienst anbietet.

Seit Anfang Februar bringt der Pöstler auf Bestellung nicht nur Briefe und Päckli, sondern auch chüschtigs Brot und Züpfe. «Ziel ist es, mit Dienstleistungen wie der ‹Brotpost› das postalische Kerngeschäft zu ergänzen und zu stützen», schreibt «Die Post».

In der Thurgauer Kapitale kennt man solche Probleme nicht. Keine Spur von einem Versorgungsnotstand beim täglichen Brot. Im Gegenteil: In aufstrebenden Wohnquartieren des gehobeneren Mittelstandes, wie in Huben oder der Walzmühle, öffnen neue Bäckereien ihre Türen. Und ja: «Die Post» ist hier punkto Geschäftsidee schon einen Schritt weiter als in Bern. Sie setzt gleich auf Pizza.