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Wenn das Stimmvolk so will, erhält Frauenfeld ein neues 33-Millionen-Franken-Hallenbad mit maritimem Flair

Die Stadt Frauenfeld präsentiert das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb für die Hallenbadsanierung, die rund 33 Millionen Franken kostet. Es gibt noch offene Fragen, wie zum Wellness-Bereich oder zum Verkehr.
Samuel Koch
Blick auf den ebenerdigen Haupteingang des Frauenfelder Hallenbads von Osten her. Der jetzige Parkplatz vor dem Hallenbad weicht einer Schlaufe für den Stadtbus. (Bilder: PD/Architekten Koller, Kintat, Bienert)

Blick auf den ebenerdigen Haupteingang des Frauenfelder Hallenbads von Osten her. Der jetzige Parkplatz vor dem Hallenbad weicht einer Schlaufe für den Stadtbus. (Bilder: PD/Architekten Koller, Kintat, Bienert)

Am Meer liegt Frauenfeld nicht. Dennoch soll die Bevölkerung bald in den Genuss eines maritimen Flairs kommen, wenn es nach dem Namen des Siegerprojekts für den Neubau des sanierungsbedürftigen Frauenfelder Hallenbads geht. «Tag am Meer» der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Koller, Bienert, Kintat aus Baden und Zürich heisst das von einer Fachjury zum Sieger gekrönte Projekt, das mit einem offenen und anonymen Architekturwettbewerb ermittelt worden ist.

Am Donnerstagnachmittag hat die Stadt nicht nur das Siegerprojekt vorgestellt, sondern auch alle Vorschläge, die bis 16. März in der Konvikthalle ausgestellt sind.

Die geplante Hallenbad-Konstruktion von Westen her mit Blick über das jetzige Freibad.

Die geplante Hallenbad-Konstruktion von Westen her mit Blick über das jetzige Freibad.

Die Notwendigkeit für die Sanierung des Hallenbads ist unbestritten, denn das Dach genügt nach über 40 Jahren Betrieb den statischen Anforderungen nicht mehr. Nun soll das Hallenbad mit einem Neubau an gleicher Stelle für Kosten von rund 33 Millionen Franken erneuert werden. Einen Teil der vom Stadtrat geplanten Vorfinanzierung hat der Gemeinderat im Dezember zwar bachab geschickt.

Dennoch sagt Ruedi Huber, Stadtrat Werke, Freizeitanlagen und Sport: «Im Eigenkapital ist Geld da.» Frauenfeld könne das Projekt stemmen – in der Rechnung 2017 weist die Stadtkasse rund 154 Millionen Franken Eigenmittel aus.

Bau mit Holzfassade und im Minergie-Eco-Standard

Christof Helbling, Stadtarchitekt.

Christof Helbling, Stadtarchitekt.

Das Siegerprojekt überzeugt laut Fachjury durch «die harmonische Einbettung in die Umgebung, die stimmige Fassadengestaltung, die funktionalen innen- und aussenräumlichen Qualitäten und die kompakte Anordnung des Raumprogramms». Zudem besteche es durch die gute Funktionalität und hohe Wirtschaftlichkeit, wie Jurymitglied Kay Kröger sagt.

Die Jury setzte sich aus Fach- und Sachpersonen und Begleitenden wie Badibetreibern oder Vereinsvertretern zusammen. Für Stadtarchitekt Christof Helbling weisen alle 70 eingereichten Projekte hohes Niveau auf:

«‹Tag am Meer› aber erfüllt die Anforderungen am besten.»

Trotzdem kann es nur einen Sieger geben, der punkto Kosten, innerbetrieblichen Abläufen, aber auch baulichen Aspekten mit Holzfassade und Minergie-Eco-Standard am besten abschneidet.

Stadtrat Urs Müller, Vorsteher Bau und Verkehr, die Architekten Christian Koller, Susann Kintat und Volker Bienert sowie Stadtrat Ruedi Huber, Vorsteher Werke, Freizeitanlagen und Sport, begutachten in der Konvikthalle das Modell des Siegerprojekts. (Bilder: Andrea Stalder)

Stadtrat Urs Müller, Vorsteher Bau und Verkehr, die Architekten Christian Koller, Susann Kintat und Volker Bienert sowie Stadtrat Ruedi Huber, Vorsteher Werke, Freizeitanlagen und Sport, begutachten in der Konvikthalle das Modell des Siegerprojekts. (Bilder: Andrea Stalder)

Für die drei Architekten Koller, Bienert und Kintat sei die Aufgabe anspruchsvoll, aber spannend gewesen, sagt Volker Bienert. Er meint:

«Wir zielten auf ein ruhiges, angemessenes und bescheidenes Projekt mit vernünftigem Bau und ökonomischem Betrieb als Kerninteressen.»

Deshalb auch die maritime Namensgebung. «Es ist eine Ehre und schön, dass wir den Zuschlag erhalten haben», meint Christian Koller, «aber es kommt auch sehr viel Arbeit auf uns zu.»

Grössere Becken und eine Indoor-Rutschbahn

Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport.

Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport.

Mit den Anforderungen der Stadt war auch eine qualitativ hohe Arbeit der Architekten gefordert. «Der wichtigste Anspruch lag im Drehscheibenkonzept», meint Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport. So musste das Architektentrio den Haupteingang so gestalten, dass er als Drehkreuz für Hallen- und Freibad, fürs Restaurant, für Garderoben sowie für die Betriebs- und Technikräume dient.

Das Innenbecken erfährt eine Vergrösserung von derzeit 670 auf 1000 Quadratmeter, womit Schwimmer neu auf acht statt wie bisher auf sechs Bahnen ihre Längen ziehen können. «Zudem gibt es im Hallenbad neu eine Rutschbahn», sagt Hugentobler. Und das Sprudelbad erfährt im Innern ebenso eine Vergrösserung. «Es ist das Gesamtpaket, das bei ‹Tag am Meer› stimmt», meint er.

Das 25-Meter-Becken im Hallenbad soll neu 8 statt wie bisher 6 Bahnen breit sein.

Das 25-Meter-Becken im Hallenbad soll neu 8 statt wie bisher 6 Bahnen breit sein.

Optional in die Pläne eingeflossen ist ein Wellnessbereich, der zu einem möglichen Magnet für Besucher werden könnte, jedoch die Stadt nicht in Eigenregie betreiben will. Deshalb sucht sie einen Partner. «Sämtliche Eingaben sind mit und ohne Wellnessbereich erfolgt», sagt Ruedi Huber.

So haben gerade Projekte, welche etwa diesen optionalen Bereich im Hallenbad-Dach integrierten, weniger gut abgeschnitten. «Wir wollen uns die Option offenhalten», sagt Huber. Die Zusatzkosten würden sich auf rund 1,65 Millionen Franken belaufen.

Sanierung Hallenbad: Abstimmung im Frühjahr 2020 geplant

Nach einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2016 und der Berücksichtigung aller Ansprüche von Stadt, umliegenden Gemeinden sowie allen Wassersportvereinen befand der Frauenfelder Gemeinderat im vergangenen April, dass das sanierungsbedürftige Hallenbad mit einem Neubau für 33 Millionen Franken am bisherigen Standort erneuert werden soll. Ausserdem sprach sich das Stadtparlament für die Durchführung eines offenen Architekturwettbewerbs mit Kosten in Höhe von 350'000 Franken aus. Nun hat die Fachjury das Projekt «Tag am Meer» zum Sieger gekürt. In den kommenden Wochen arbeitet das städtische Hochbauamt am Vorprojekt weiter, sodass der Stadtrat dem Volk möglichst im Frühjahr 2020 eine pfannenfertige Botschaft zur Abstimmung vorlegen kann. Nach einer Ausschreibung für die Arbeiten soll der Baustart noch im selben Jahr erfolgen und das neue Hallenbad zwei Jahre später fertiggestellt sein. (sko)

Offene Fragen gibt es auch beim Verkehr, zumal der Parkplatz vor der Badi einer Stadtbusschlaufe weichen soll und Gemeinderäte sich im Januar mit einer Motion für ein Parkhaus starkmachten. «Dazu wird der Stadtrat zu gegebener Zeit Stellung nehmen», sagt Urs Müller, Stadtrat für Bau und Verkehr.

Im Fokus für Badigäste stünde weiter der Parkplatz ennet der Murg bei der Talackerstrasse. «Aber klar, dieser Parkplatz dort ist nicht auf eine Spitzenabdeckung wie etwa an heissen Sommertagen ausgelegt», meint Müller. Ziel sei eine Erschliessung, die für die Anwohner möglichst keinen Mehrverkehr zur Folge hat.

Hinweis
Alle Projekte des Architekturwettbewerbs sind von Fr, 8. März, bis Sa, 16. März, in der Konvikthalle öffentlich ausgestellt. Mindestens ein Mitglied des Preisgerichts ist jeweils anwesend, um den Besuchern Fragen zu beantworten. Öffnungszeiten: Mo-Do, jeweils 17-19 Uhr, zusätzlich am Mi, 10 bis 12 Uhr, Fr, 17 bis 19 Uhr und samstags 10 bis 12 Uhr, 14 bis 16 Uhr.

In der Konvikthalle sind sämtliche eingereichten Architekturvorschläge zu besichtigen.

In der Konvikthalle sind sämtliche eingereichten Architekturvorschläge zu besichtigen.

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