Frauenfeld erhält eine Krippe aus Holz, ganz nach Tiroler Tradition

Das Geschenke an Frauenfeld sei ein Symbol für Freundschaft und Friede, sagt der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel.

Stefan Hilzinger
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Josef von Nazareth (Noce Noseda) höchstpersönlich stand bei der Gestaltung der Krippe beratend zur Seite.

Josef von Nazareth (Noce Noseda) höchstpersönlich stand bei der Gestaltung der Krippe beratend zur Seite. 

(Bild: Stefan Hilzinger

«Ich war dabei, damals. Ich weiss, wo Maria stand und wo Spitzbub Jesus lag», sagt Josef von Nazareth. Eben hatten Stadtpräsident Anders Stokholm und der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel die Krippe mit fast mannsgrossen Figuren enthüllt, als sich der Zimmermann aus Galiläa persönlich ans Volk wandte.

Eine grosse Schar Schaulustiger wohnte der Übergabe des weihnachtlichen Geschenks an Frauenfeld gestern Abend vor dem Schloss bei. Er, Josef, habe sich ausserordentlich gefreut, dass er als als Berater für das Kufsteiner Freundschaftsgeschenk an Frauenfeld zugezogen wurde, umso mehr als die Krippe aus Holz sei.

Auftakt zur Frauenfelder Adventszeit

Das grad Josef, gespielt vom Schauspieler Noce Noseda, einen Auftritt bei der Enthüllung der Krippe hatte, ist kein Zufall. Die Theaterwerkstatt Gleis 5 führt in der nun beginnenden Adventszeit wiederum das humorvolle Krippenspiel «Josef, Josef» auf.

Mit dem stattlichen Präsent löst Kufstein ein Versprechen vom Sommer vor einem Jahr ein. «Wir schenken Frauenfeld als Dank für die damalige Solidarität ein Symbol, das für Freundschaft und Frieden steht», sagt Bürgermeister Krumschnabel.

Grundstein für Städtepartnerschaft

Er erinnert an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als unterernährte Kinder aus der Stadt am Inn in Frauenfelder «buchstäblich aufgepäppelt wurden, so dass die eigenen Eltern sie manchmal nicht mehr erkannten». Die Hilfsaktion von vor mehr als 70 Jahren legte den Grundstein für die bis heute bestehende Partnerschaft der beiden Gemeinden.

Die Enthüllung der Krippe war auch Startschuss für die Frauenfelder Weihnachtsbeleuchtung «Geschichten-Lichter». Bürgermeister Krumschnabel, Stadtpräsident Stokholm und Simon Biegger von der Interessengemeinschaft Frauenfelder Innenstadt schoben die Stecker ineinander, so dass an der Tanne hinter der Krippe die Lichter angingen. Diese leuchtet nun statt des üblichen Weihnachtsbaums vor dem Schloss.

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