Frauenfeld
Ein Spielplatz mit seltenen Bewohnern: Führungen offenbaren spannende Geschichten des Murg-Auen-Parks

Trotz Dauerregen sind die Führungen der Regio Frauenfeld Freizeit & Tourismus durch den Murg-Auen-Park am Samstag gut besucht. Die Teilnehmer ziehen ein positives Fazit.

Andreas Taverner
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Stadtführerin Andrea Hofmann Kolb zeigt den Besuchern besondere Stellen im Murg-Auen-Park.

Stadtführerin Andrea Hofmann Kolb zeigt den Besuchern besondere Stellen im Murg-Auen-Park.

Bild: Andreas Taverner

Eigentlich hat der verregnete 1. Mai nicht gerade zu einem einstündigen Spaziergang eingeladen. Die beiden Führungen – organisiert von der Regio Frauenfeld Freizeit & Tourismus – durch den Murg-Auen-Park sind dennoch gut besucht. 14 Personen kommen mit der Stadtführerin An­drea Hofmann Kolb etwas nass, aber total zufrieden zum Start-und Endpunkt, dem Pavillon, zurück. Immerhin neun Personen wollen sich in der zweiten Gruppe in die Geschichte des Parks einweihen lassen.

«Man ist schnell im Murg-Auen, hat seine Ruhe und kann die Leute beobachten», schwärmt eine ältere Dame, die unweit des Parks wohnt. Sie und manche der Teilnehmer sind schon einige Male im Park gewesen, jedoch kennen sie längst nicht alle interessanten Orte.

Schwarzpappel ist vor Biber geschützt

Nachdem die Anwesenden einem kurzen Abriss über die lange Geschichte des Parks zugehört haben, geht es zur ersten Attraktion. «Hier ist eine sehr seltene, weil reinrassige Schwarzpappel», erklärt Hofmann Kolb. Der Zaun um die Pappel soll den Biber, der etwas weiter vorne in Richtung Autobahn einen Damm errichtet, von der wertvollen Schwarzpappel fernhalten.

Nebst der Bachforelle kommt auch die sehr seltene Nase hier vor. Es ist ein Fisch, der 25 bis 40 Zentimeter gross werden kann und ein Gewicht von bis zu 1000 Gramm erreicht. Er habe erst vor kurzem der Nase beim Laichen zusehen können, schildert einer der Teilnehmer seine Beobachtung. «Ein Zeichen, dass es dem Park gut geht», wie Hofmann Kolb bemerkt.

Stadtführerin Andrea Hofmann Kolb erklärt, welche Fische in den Gewässern in und um den Murg-Auen-Park vorkommen.

Stadtführerin Andrea Hofmann Kolb erklärt, welche Fische in den Gewässern in und um den Murg-Auen-Park vorkommen.

Bild: Andreas Taverner

Kurz nach der Feuerstelle im Buebewäldli erfahren die Teilnehmenden, dass hier – am höchsten Punkt – ein 30 Meter hoher Turm errichtet werden sollte. Einige Minuten später kann die im Entstehen begriffene Biberburg bewundert werden. «Einmal wurde die Biberstauung bei sehr starkem Niederschlag fortgeschwemmt», weiss die Führerin zu berichten.

Erst drei statt fünf Brücken gebaut

Weiter geht es über die nächste Brücke. Sie ist eine von fünf vom Ingenieurstar Jürg Conzett entworfenen Brücken, von denen aber aus Kostengründen bis jetzt nur drei gebaut wurden. Auf ihr sei ein idealer Ort, um den seltenen Eisvogel zu ­beobachten. «Hier stehen die Fotografen mit ihren Teleobjektiven und warten, bis sich der Vogel blicken lässt», erklärt Hoffmann Kolb. Sie sagt:

«Einen separaten Spielplatz für die Kinder braucht es nicht.»

Denn der Spielplatz sei hier überall. Nach gut einer Stunde ist die Führung zu Ende. «Ich laufe nun bewusster durch den Park», meint eine Besucherin. Eine weitere erfuhr von einer Kollegin, dass heute eine Führung stattfindet. Sie ist extra aus Winterthur angereist und zieht trotz Dauerregen eine positive Bilanz. «Super war es, schön und lehrreich», sagt sie und beeilt sich, damit sie noch den Zug zurück nach Winterthur erwischt.

Regio Frauenfeld Freizeit & Tourismus bietet diverse öffentliche Führungen an, die auch privat gebucht werden können. Weitere Informationen und Daten der Führungen: regiofrauenfeld-tourismus.ch