Frauenfeld
«Es ist schön zu sehen, wie die Leute sich freuen, wieder ins Kino gehen zu können.» – Doch langfristig käme das Cinema Luna mit einem Drittel der Kapazität ins Straucheln

Das Cinema Luna in Frauenfeld darf seit Montag seine Kinosäle wieder öffnen. Der Kulturbeauftragte Christof Stillhard berichtet, wie er die Wiedereröffnung erlebt hat.

Janine Bollhalder
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Der Frauenfelder Kulturbeauftragte Christof Stillhard in einem Saal des Cinema Luna, das seit dem 19. April wieder Gäste empfangen darf.

Der Frauenfelder Kulturbeauftragte Christof Stillhard in einem Saal des Cinema Luna, das seit dem 19. April wieder Gäste empfangen darf.

Bild: Donato Caspari (02. Oktober 2019)

Wie lange war das Cinema Luna geschlossen?

Christof Stillhard: Mitte Dezember des vergangenen Jahres haben wir schliessen müssen – es sind also rund vier Monate, in denen wir keine Gäste haben empfangen dürfen.

Hat der Lockdown das Cinema Luna beeinträchtigt?

Dank unserer Reserven, der Kurzarbeit und Ausfallentschädigung haben wir den Lockdown einigermassen überstanden und keine Mitarbeiter entlassen müssen. Die Bilanz des vergangenen Jahres schliesst wahrscheinlich knapp mit einer schwarzen Null ab.

Wie haben Sie die ersten Tage zurück im Kinobetrieb erlebt?

Es ist schön zu sehen, wie die Leute sich freuen, wieder ins Kino gehen zu können. Wir dürfen nur beschränkt Plätze anbieten, aber diese sind gut besetzt.

Wie viele Plätze dürfen Sie effektiv anbieten?

Ein Drittel der Plätze darf besetzt werden. Bei uns sind das im kleinen Kinosaal zehn und im grossen Saal 26 Plätze.

Welche weiteren Einschränkungen gibt es?

Die Gäste müssen im Kinosaal eine Maske tragen sowie jeweils mindestens einen Sitz zwischen sich und anderen Kinobesuchern frei lassen. Ausserdem dürfen sie keine Esswaren oder Getränke konsumieren. Während der Vorstellungen gibt es auch keine Pausen mehr, um die Bewegung der Gäste zu minimieren. Die Einhaltung dieser Massnahmen wird vom Personal kontrolliert.

Ist ein Kinobetrieb auf diese Weise langfristig rentabel?

Nein. Das Kino lebt von den manchmal ausverkauften Kinosälen. Dies kompensiert dann auch die Filme, die weniger gut besucht sind. Derzeit leben wir von dem, was wir gerade einnehmen. Auf lange Frist wird dies aber unsere Kosten nicht decken und wir sind wieder auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Kinogeschäfts?

Ich erwarte Veränderungen. Grosse Studios wie etwa Disney haben während des Lockdowns begonnen, die Kinos in der Auswertungskette zu überspringen, und veröffentlichen ihre Filme gleich auf den Streamingdiensten.