Frauenfeld
«Bei der Aktion geht es nicht ums Überleben, sondern um die Qualität»: Die Zauberkita will wegen Corona nicht beim Personal einsparen

Die Zauberkita mit zwei Standorten in Frauenfeld sowie einem in Hüttwilen hat über die Plattform lokalhelden.ch ein Crowdfunding gestartet. Die Spendenaktion hat Mitte März angefangen und ist per Donnerstag, 30. April, beendet. Bisher sind etwas über 39'000 Franken zusammengekommen.

Janine Bollhalder
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Fabienne Salathé, pädagogische Leiterin der Zauberkita Frauenfeld.

Fabienne Salathé, pädagogische Leiterin der Zauberkita Frauenfeld.

Bild: PD

Wie beeinträchtigt die Pandemie die Zauberkita?

Fabienne Salathé: Das Problem liegt nicht darin, dass wir zu wenige Kinder betreuen. Doch die Schwankungen der Wirtschaft haben enorme Auswirkungen auf unsere Belegung – die Anzahl Kinder verändert sich wellenartig. Mal haben wir sehr viele, mal eher wenige. Das ist auch abhängig davon, wo wieder gearbeitet werden kann. Und je nach Anzahl Kinder benötigen wir mehr oder weniger Personal – und das in kürzester Zeit. Wir haben keine Planungssicherheit mehr.

Werden im Zuge der Arbeit von zu Hause aus weniger Kinder in die Kita gebracht?

Das ist nicht der Fall. Arbeiten im Homeoffice plus Kinderbetreuung gestaltet sich oftmals schwierig. Verändert hat sich im Vergleich zu vor Corona, dass viele Personen, die ihren Job verloren haben, ihre Kinder fast per sofort aus der Kita nehmen. Hingegen wollen jene, die wieder arbeiten gehen können, möglichst sofort einen Kitaplatz.

Wie sind Sie auf die Idee mit dem Crowdfunding gekommen?

Wir wurden oft von unserem Umfeld auf die Situation angesprochen: «Wie geht es euch?» Auf unsere Schilderung der schwierigen Situation, hiess es: «Macht auf euch aufmerksam!» So haben wir das Crowdfunding ins Leben gerufen und gleichzeitig Unternehmen, die von der Krise nicht stark betroffen sind, um Spenden gebeten.

Anmerkung der Redaktion: Die Spendenaktion hat hier stattgefunden: www.lokalhelden.ch/kitahilfe.

Stand Donnerstag, 30. April, haben Sie etwas über 39'000 Franken eingenommen. Wie lange hält diese Summe die Kita finanziell über Wasser?

Es geht bei der Spendenaktion nicht in erster Linie ums Überleben, sondern um die Qualität. Die Kita könnte auch ohne das gesammelte Geld irgendwie weiter funktionieren. Allerdings müssten wir dann das Personal auf das Minimum reduzieren, da wir sämtliche Rücklagen längst aufgebraucht haben und kein gewinnbringender Betrieb sind. Doch wenn wir an Personal sparen, sparen wir auch bei der Kinderbetreuung. Für das Kita-Personal, die Eltern und vor allem die betreuten Kinder wäre das sehr einschneidend. Das gesammelte Geld erlaubt uns, den Betrieb in diesem Jahr wie gehabt weiterzuführen.

Kita unterstützten unter www.kitahilfe.ch