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Frau Sax aus Frauenfeld und ihr «Schweizer Verlag des Jahres»

Die Frauenfelder Buchhändlerin Marianne Sax übernimmt das VR-Präsidium des Zürcher Rotpunkt-Verlags. Dieser erhielt erst kürzlich eine Auszeichnung des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands.
Mathias Frei
Ihrem Bücherladen in der Frauenfelder Vorstadt bleibt sie auch in Zukunft treu: Marianne Sax. (Bild: Andrea Stalder)

Ihrem Bücherladen in der Frauenfelder Vorstadt bleibt sie auch in Zukunft treu: Marianne Sax. (Bild: Andrea Stalder)

«In der Wildnis.» Ab 11 Uhr sei sie dort, schreibt Marianne Sax. Die Inhaberin des Frauenfelder Bücherladens Sax ist dieses Wochenende auf einer mehrtägigen Wanderung im Val Grande zwischen Domodossola und Lago Maggiore. Das Tal wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nazis entvölkert, ist heute ein Nationalpark. Die Inspiration für diese Tour hat Marianne Sax aus einem kulturhistorischen Wanderführer, der im Zürcher Rotpunkt-Verlag erschienen ist. Eben dieser Verlag ist Anfang Juni als «Schweizer Verlag des Jahres» ausgezeichnet worden. Und bei eben diesem Verlag hat Marianne Sax per Ende Juli das Verwaltungsratspräsidium übernommen.

«Schön, dass Rotpunkt diese Auszeichnung erhalten hat.»

Das sagt die neue VR-Präsidentin. Dem Verwaltungsrat des mittelgrossen Schweizer Verlags gehört Sax schon seit anderthalb Jahren an. Ihre Vorgängerin im Präsidium, Judith Heinzmann, hatte das Amt seit 2004 inne. Wie lange sie mache, darüber habe sie sich keine Gedanken gemacht, sagt Sax. «Eine Amtszeitbeschränkung gibt es nicht.»

Früher eine Genossenschaft, heute eine AG

Der Rotpunkt-Verlag wurde 1976 im dezidiert linken Umfeld der POCH (Progressive Organisationen Schweiz) in Zürich gegründet. Erste Publikation war eine Sammlung von Reden Fidel Castros zu internationaler Politik. Im Jahr 1997 erfolgte die Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft, «zur Sicherung der verlegerischen Kontinuität». Die AG wird heute von über 600 Aktionären getragen. Das Aktienkapital beträgt 1,8 Millionen Franken. Das Programm des Verlags besteht heute einerseits aus dem politischen Sachbuch, andererseits aus der bekannten Reihe der Wander- und Freizeitführer und drittens aus der «Edition Blau» für Belletristik. Mittlerweile gibt der Rotpunktverlag rund 25 Publikationen pro Jahr heraus und gilt damit als mittelgrosser Schweizer Verlag. (ma)

Weitere Informationen unter www.rotpunktverlag.ch

Neu drei Thurgauer im Rotpunkt-Verwaltungsrat

Stefan Keller. (Bild: Donato Caspari)

Stefan Keller. (Bild: Donato Caspari)

Der Preis des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands wurde heuer zum zehnten Mal verliehen. Und als erster Verlag hat Rotpunkt nun zum zweiten Mal triumphiert. Zugleich hat sich der Zürcher Verlag neu formiert und wird immer thurgaulastiger. Mit Sax ist auch der Historiker und Journalist Stefan Keller in den VR gekommen. Und neu Einsitz hat Cornelia Mechler, Verwaltungsleiterin des Kunstmuseums Thurgau. Zwar kein Thurgauer, aber ebenfalls seit kurzem eine Verstärkung im VR ist Stefan Fritsch, der bis zur Pension Ende 2018 den Diogenes-Verlag administrativ leitete.

Marianne Sax darf für Rotpunkt als Glücksgriff bezeichnet werden. So gilt doch die ehemalige Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands als eine der am besten vernetzten Persönlichkeiten in der Branche. Kunden ihres Bücherladens in der Vorstadt müssen sich keine Sorgen machen. In dieser Beziehung ändert sich nichts. «Das liegt zeitlich grad noch drin», sagt die 54-Jährige.

«Die Vielseitigkeit des Verlagsprogramms macht es aus.»

Das sagt Sax. Sie schätze nicht nur die kulturhistorischen Wanderführer. «Das Klappern der Zoccholi», ein literarischer Wanderführer durchs Tessin, war ein Bestseller. Ein weiteres Standbein sind die kritischen Polit- und Gesellschaftssachbücher. In der «Edition Blau», der dritten Programmsäule, konnte Rotpunkt etwa mit Vincenzo Todisco überraschen, der für den Schweizer Buchpreis 2018 nominiert war.

Mit Förderverein näher an die Leserschaft

Das strategische Geschäft sei ihr täglich Brot als VR-Präsidentin, sagt Sax. In Sachen Vertrieb könne sie dem sechsköpfigen Verlagsteam durchaus weiterhelfen. Aber:

«Von der Gestaltung eines Verlagsprogramms verstehe ich nichts.»

Da werde sie sich keinesfalls einmischen. Traktanden für die vier bis fünf VR-Sitzungen jährlich gibt es genug. Ein Thema ist stets das Geld. Der Rotpunkt-Verlag hat als einer der ersten Schweizer Verlage Crowdfunding für einzelne Projekte betrieben. Die Zukunft wird für Marianne Sax die Gründung eines Fördervereins für den Rotpunkt-Verlag sein. «Wir wollen mit unseren Publikationen noch näher an die Leserschaft und andere Interessierte.» Vorbilder dafür sind etwa der Förderverein des Verlags Der gesunde Menschenversand oder ProWOZ bei der Wochenzeitung.

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