Folgenreiche Sturmwarnung: Aadorfer Gewerbeverein sagt Weihnachtsmarkt ab

Weil Meteo Schweiz für diesen Samstag starke Sturmböen vorhersagt, sagt der Gewerbeverein Aadorf die 19. Ausgabe des Weihnachtsmarktes vom Samstag ab.

Olaf Kühne
Hören
Drucken
Teilen
Der Aadorfer Weihnachtsmarkt zieht jeweils 4000 bis 5000 Besucherinnen und Besucher an.

Der Aadorfer Weihnachtsmarkt zieht jeweils 4000 bis 5000 Besucherinnen und Besucher an.

(Bild: Olaf Kühne)

«BREAKING NEWS». Die Meldung auf der Facebook-Seite des Gewerbevereins Aadorf sticht ins Auge. Gestern Donnerstag erhielt der Verein, welcher heuer zum 19. Mal den Aadorfer Weihnachtsmarkt organisiert hatte, von Meteo Schweiz eine folgenreiche Sturmwarnung: Für den Samstag, den Durchführungstag des Weihnachtsmarktes, rechnen die Meteorologen des Bundes für den Raum Aadorf mit einem Sturm mit Böenspitzen zwischen 60 und 90 Stundenkilometern – just für die Zeit zwischen 11 und 17 Uhr.

Paul LüthiPräsident Gewerbeverein Aadorf

Paul Lüthi
Präsident Gewerbeverein Aadorf

(Bild: PD)

«Ich kann das schlicht nicht verantworten», sagt der Aadorfer Gewerbepräsident Paul Lüthi auf Anfrage unserer Zeitung. «Schon vergangenes Jahr hatten wir am Weihnachtsmarkt mit Winden zu kämpfen, und damals erreichten die Böen eine Spitzengeschwindigkeit von 48 Stundenkilometern.»

Das töne auf den ersten Blick zwar nach wenig, aber Lüthi erklärt, dass plötzliche Böen auf die Infrastruktur eines Marktes mit seinen Ständen und Zelten ganz anders wirken als ein gleichmässiger Wind. «Vielleicht kommt es nun halt nicht so schlimm wie befürchtet», sagt Lüthi weiter. «Aber lieber so als umgekehrt.»

4000 bis 5000 Besucher erwartet

Der Aadorfer Weihnachtsmarkt lockt Jahr für Jahr zwischen 4000 und 5000 Besucherinnen und Besucher in die grösste Hinterthurgauer Gemeinde, für diesen Samstag haben sich 140 Aussteller angemeldet. Weil deren Sicherheit über allem steht, habe man sich für die Absage entschieden – definitiv, wie Paul Lüthi betont: «Es gibt kein Verschiebedatum.» Vor der Absage habe man am Donnerstagmittag nochmals Rücksprache mit den Experten von Meteo Schweiz gehalten, ansonsten den Entscheid aber autonom getroffen.

«Ich als Präsident trage die Verantwortung», sagt Lüthi und erinnert an die tragischen Vorfälle am Eidgenössischen Turnfest 2013 in Biel mit sechs Schwerverletzten oder an das Open Air Frauenfeld 2012, wo wegen eines Sturmes während der Aufräumarbeiten gar eine Frau ums Leben kam.

Da die Wetterprognosen bereits für Freitag starke Winde vorhersagen, wäre schon das Einrichten des Marktes schwierig geworden, erklärt Lüthi weiter. «Am Freitagnachmittag stellen wir jeweils das Festzelt auf, welches wir auf Asphalt nicht mal richtig verankern können.»

Die kurzfristige Absage stellt den Aadorfer Gewerbepräsidenten und seine Mitstreiter nun aber vor weitere Herausforderungen. In der Region stehen Werbeplakate, welche das Organisationskomitee mit «Abgesagt» überkleben muss.

Zudem gelte es, die 140 Ausstellerinnen und Aussteller zu informieren. «Die meisten haben wir telefonisch noch nicht erreicht», erklärt Lüthi. Man habe alle per E-Mail angeschrieben. «Und am Samstagmorgen werden wir auf Platz sein für diejenigen, welche auch dieses E-Mail nicht gesehen haben.»

Rasante Verbreitung auf Facebook

Mit seiner Mitteilung auf Facebook hat der Gewerbeverein Aadorf bereits ein breites Publikum erreicht. Der Eintrag wurde innert kürzester Zeit über hundertmal geteilt (Stand Donnerstagabend) und ausnahmslos zustimmend kommentiert. «Es ist zwar schade – aber wenn etwas passieren würde, heisst es, warum habt ihr nicht ...?», schreibt beispielsweise eine Userin und bringt damit wohl die Überlegungen Paul Lüthis und seines Organisationskomitees auf den Punkt.