Fischingen

Wachablösung im Kulturdenkmal: Das Kloster Fischingen hat einen neuen Direktor

Der Matzinger Gemeindepräsident Walter Hugentobler wird Direktor des Klosters Fischingen. Werner Ibig geht im Sommer 2021 in Pension.

Olaf Kühne
Drucken
Teilen
Der alte und der neue Klosterdirektor: Werner Ibig und Walter Hugentobler. Hinter ihnen stehen Vereinspräsident Bruno Hubatka und Pater Gregor Brazerol.

Der alte und der neue Klosterdirektor: Werner Ibig und Walter Hugentobler. Hinter ihnen stehen Vereinspräsident Bruno Hubatka und Pater Gregor Brazerol.

Bild: Olaf Kühne

Man konnte es aus seiner Medienmitteilung herauslesen: Vergangene Woche gab der Matzinger Gemeindepräsident seinen Rücktritt per Mai 2021 bekannt. Diesen Schritt begründete er mit einer noch geheimen neuen Stelle, die «verschiedene Gebiete vereint, in welchen ich in den letzten 40 Jahren aktiv war: Bildung, Kultur, Gastronomie, Seminare».

Diese Aufzählung liest sich wie der Stellenbeschrieb des Direktors des Klosters Fischingen. Und just in dieser Funktion wurde Walter Hugentobler am Donnerstagmorgen den Medien präsentiert – standesgemäss in der frisch renovierten Klosterbibliothek. Diese Renovation ist eines der Projekte des noch amtierenden Klosterdirektors Werner Ibig, welches die Grösse der sprichwörtlichen Fussstapfen zeigt, in welche Walter Hugentobler tritt. Hat doch Werner Ibig die Hinterthurgauer Institution in den vergangenen 20 Jahren massgeblich geprägt.

Die Bedeutung der bevorstehenden Wachablösung zeigte sich auch in den gestern anwesenden Personen: Nebst Ibig und Hugentobler waren auch Bruno Hubatka, Präsident des Vereins Kloster Fischingen, und Pater Gregor Brazerol, Prior der im Kloster eingemieteten Benediktinergemeinschaft, mit von der Partie.

60 Bewerbungen auf die Stelle

Vereinspräsident Hubatka berichtete von 60 Bewerbungen, die man erhalten habe, «brauchbar» seien aber nur 20 gewesen. Für seine Bewerbung brauchte Hugentobler indes einen Moment. Das Stelleninserat des Vereins habe ihn zwar sofort begeistert, trotzdem habe er es für zwei Wochen zur Seite gelegt. «In dieser Zeit passierte etwas in meinem Hinterkopf.» Schon länger habe für ihn festgestanden, dass er nicht bis zur Pensionierung Gemeindepräsident von Matzingen bleiben wolle. Und um etwas völlig Neues anzufangen, sei mit seinen 57 Jahren wohl bald die letzte Gelegenheit.

Hugentoblers Alter war für den Vereinsvorstand denn auch kein Hindernis, sondern vielmehr ein Einstellungsgrund. «Wir wollten jemanden, der viel Erfahrung hat, mit dem Thurgau bestens vertraut ist und über ein gutes Beziehungsnetz verfügt», sagte Vereinspräsident Hubatka. Bedingungen, die Hugentobler zweifelsfrei erfüllt. Sass der Sozialdemokrat doch 20 Jahre lang im Thurgauer Grossen Rat, vor zehn Jahren war er gar Kantonsratspräsident und damit «höchster Thurgauer».

Zudem betonte Hubatka, dass man in der heutigen Zeit sowieso nicht mehr für 20 Jahre planen könne. «Die acht Jahre, die Walter Hugentobler voraussichtlich wirken wird, sind für uns ein guter Zeitrahmen», sagte er. Dem pflichtete auch Pater Gregor bei: «Es ist ein wichtiges Zeichen für uns, dass wir für diese Zeit eine Perspektive haben.»

Auch wenn Hugentobler seine Stelle erst im kommenden Juli antreten wird, die Übernahme von seinem Vorgänger läuft bereits. «Wir machen das punktuell, das war mir sehr wichtig», sagte Werner Ibig. «Allerdings muss ich noch vieles aufbereiten, das nur in meinem Kopf gespeichert ist.»