Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fische und Menschen: Neunforn hat einen neuen Pfarrer

Die reformierte Kirchgemeinde Neunforn hat wieder einen Pfarrer. Die 66 Stimmberechtigten wählten Beat Müller im Anschluss an seinen Vorstellungsgottesdienst am Sonntag einstimmig ins neue Amt.
Therese Schurter
Der neugewählte Pfarrer Beat Müller mit seiner Frau Theresia. (Bild: Therese Schurter)

Der neugewählte Pfarrer Beat Müller mit seiner Frau Theresia. (Bild: Therese Schurter)

Im November 2018 hatte sich die eigens für diese Aufgabe gewählte Pfarrwahlkommission auf die Suche nach einer neuen Pfarrperson für die evangelische Kirchgemeinde Neunforn begeben. Bis Ende Februar 2019 war die Pfarrstelle ausgeschrieben.

Aus zehn eingegangenen Bewerbungen fiel die Wahl einstimmig auf Beat Müller, um ihn als Pfarrperson vorzuschlagen. Die Kirchenvorsteherschaft entschied, dazu eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung in der Kirche Oberneunforn abzuhalten.

Es herrschte schon zu Beginn eine lockere, fröhliche Atmosphäre in der Kirche. Dazu passte das beschwingte Orgelspiel von Organist Christof Riemle zur Einstimmung.

«Wie stellt sich ein Pfarrer vor?»

hatte sich Pfarrer Beat Müller überlegt und war zum Schluss gekommen: so wie ein anderer Handwerker auch. Und als Pfarrer möchte er zeigen, dass er an Gott glaubt.

Das Netz immer wieder auswerfen

Geschickt wurden die Besucher mit zahlreichen, auch einigen für die Neunforner weniger bekannten, Liedern aktiv einbezogen. Müller gestand, ein bisschen nervös zu sein, weshalb er eine ermutigende, nachösterliche Geschichte erzählen wolle. Es war ein Psalm, in dem die Jünger trotz einer glücklosen Nacht beim Fischen auf Jesus hörten und das Netz erneut auswarfen, diesmal auf der anderen Seite. Und siehe da, der Fang war erfolgreich.

«Was kann man daraus lernen?», fragte Müller in die Runde. Erstens solle man trotz widriger Umstände nicht aufgeben und immer mit Gott rechnen, auf ihn vertrauen. Und zweitens solle man manchmal versuchen, das gewohnte Muster zu durchbrechen, auch den eigenen Glaubensweg zu hinterfragen und Neues zu wagen. Diese Erkenntnisse wurden später an diesem Sonntag von den Kirchgängern noch mehrere Male aufgegriffen. Anscheinend hatte Beat Müller verständlich und unterhaltsam gepredigt, wenn das Gehörte im Gedächtnis blieb.

Ein gelernter Handwerker und dreifacher Vater

Der 53-jährige Beat Müller ist im Thurgau aufgewachsen. Nach einer handwerklichen Berufslehre studierte er Musik und arbeitete einige Jahre als Musiklehrer. Erst die «Wendungen des Lebens» führten ihn zum Theologiestudium und schliesslich ins Pfarramt.

Nach 14-jährigem Pfarrdienst in zwei kleineren Thurgauer Kirchgemeinden (Neukirch an der Thur und Braunau) folgte 2015 die Berufung auf die Diakoniestelle der Thurgauer Landeskirche, wo er mit viel Engagement die Kirchliche Beratungsstelle für Arbeitslose leitete.

Gleichzeitig vermisste er die Vielfalt der kirchgemeindlichen Arbeit, weshalb er wieder ein Einzelpfarramt in einer ländlichen Gemeinde führen wollte. Beat Müller ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. (ts)

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung abgehalten. Von insgesamt 508 stimmberechtigten Kirchgemeindemitgliedern waren 66 anwesend. Jemand interessierte sich für das Anforderungsprofil der gesuchten Pfarrperson. Präsidentin Esther Gredig las die sehr umfangreiche, hoch angesetzte Suchanzeige vor.

Beat Müller habe viele dieser Kriterien erfüllt. Die bisherigen 80 Stellenprozent würden beibehalten und neu auf 70 Prozent Pfarramt und 10 Prozent Katechet (Religion Schule) aufgeteilt. Bei der schriftlichen Wahl stand auf jedem der 66 Wahlzettel derselbe Name: Beat Müller. Die Pfarrwahlkommission wird sich nun auflösen und hoffentlich nicht so schnell wieder gebraucht werden.

Die Menschen bereits ins Herz geschlossen

Beat Müller richtete sein Wort als neu gewählter Pfarrer an die Gemeinde und freute sich zusammen mit seiner Frau Theresia. «Nach dem ersten Vorstellungsgespräch hatte ich die Menschen hier bereits ins Herz geschlossen», gestand er gerührt.

Beim nachfolgenden Apéro im Kirchgemeindehaus wurde die Gelegenheit genutzt, den neuen Pfarrer und seine Familie willkommen zu heissen und bereits ein bisschen näher kennen zu lernen. Einer der Anwesenden warnte ihn:

«Bitte nicht enttäuscht sein, wenn nicht jeden Sonntag so viele Fische – äh, Menschen – in der Kirche sind. Einfach das Netz wieder auswerfen und auf Gott vertrauen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.