Finanzieller Engpass beim Veranstalter der Motocross-WM-Rennen bei Frauenfeld spitzt sich zu

Der Motocross-Grand-Prix (MXGP) of Switzerland in Niederwil bei Frauenfeld schreibt Jahr für Jahr rote Zahlen. Der Verlust belaufe sich mittlerweile auf über eine Million Franken. So sollen nun auch Lieferanten auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Der Veranstalter beschwichtigt.

Samuel Koch
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Vogelperspektive auf den Parcours und das Fahrerlager des MXGP of Switzerland bei Frauenfeld im August 2017. (Bild: PD)

Vogelperspektive auf den Parcours und das Fahrerlager des MXGP of Switzerland bei Frauenfeld im August 2017. (Bild: PD)

Die Lage für die MXGP Suisse AG verschärft sich. Drei Mal haben die weltbesten Motocross-Fahrer auf der Anlage Schweizer Zucker in Niederwil bei Frauenfeld dank provisorischer Ausnahmebewilligungen um WM-Punkte gekämpft. Unter anderem wegen der Auflage, den Parcours und die Tribünen nach dem Anlass mit bis zu 30'000 Zuschauern für rund 250'000 Franken wieder zurückzubauen, resultiert beim Veranstalter bei einem jährlichen Budget von rund 1,6 Millionen Franken unter dem Strich aber jeweils ein Defizit.

Nun soll sich die finanzielle Schieflage laut «toponline.ch» derart zugespitzt haben, dass sich der Verlust auf 1,1 Millionen Franken angehäuft haben soll und Lieferanten auf finanzielle Forderungen verzichten sollen. «Die Gesellschaft ist überschuldet, und es müsste die Bilanz deponiert werden», heisst es demnach in einem Schreiben an einen der Lieferanten.

Verzicht, um Gang zum Konkursrichter zu vermeiden

Die Aktionäre hätten zwar beschlossen, die Gesellschaft zu sanieren. Dies gelinge aber nur, wenn Lieferanten auf einen Teil der Forderung verzichteten. Im besagten Schreiben ist die Rede davon, dass nur gut die Hälfte der Rechnung beglichen werden kann. Das OK bittet die Lieferanten im Schreiben darum, auf den Rest der Forderung zu verzichten, «um die Gesellschaft zu sanieren und den Gang zum Konkursrichter zu vermeiden».

Dass es um die Finanzen des MXGP-Veranstalters nicht zum besten steht, ist ein offenes Geheimnis. Willy Läderach, OK-Präsident und Präsident der privaten MXGP Suisse AG, wiegelt jedoch ab. «Wir haben alles bezahlt und keine offenen Rechnungen», beteuert er. Den Verlust nach den WM-Rennen im vergangenen August schlecke keine Geiss weg, es handle sich aber lediglich um einen fünfstelligen Fehlbetrag. Zudem hätten die juristischen Streitereien mit den Anwohnern, welche gegen die Rennen opponierten, den Veranstalter rund 50'000 Franken gekostet.

Lösungen mit Lieferanten gesucht und gefunden

Dass er auf rund eine Hand voll Lieferanten mit der Bitte zugegangen sei, auf einen Teil der Forderungen zu verzichten, negiert Läderach nicht. Aber: «Wir haben mit allen Beteiligten eine Lösung gefunden, und alle haben uns versichert, dass sie bei der Sanierung mithelfen wollen.» Alle, darunter auch der Weltmotorsportverband FIM und der MXGP-WM-Vermarkter Youthstream würden finanzielle Abstriche mit Beträgen in fünfstelliger Höhe zugunsten der MXGP Suisse AG hinnehmen. «Von einem Gang vor die Konkursrichter kann aber keine Rede sein.»

Auch die zehn Aktionäre der MXGP Suisse AG stünden weiterhin hinter ihrem Präsidenten. «Die bisherigen Darlehen sind allesamt erlassen, das war ein grosser Teil der Sanierung», sagt Läderach. Von privater Seite würden zudem neue Mittel zur Verfügung stehen, sobald die neue Bewilligung für die nächsten drei Jahre zur Verfügung stehe.

(Bild: Donato Caspari)
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Nebst den finanziellen Nöten steht auch die Bewilligung der zukünftigen WM-Rennen in Niederwil in den Sternen. Während der öffentlichen Auflage des neuen Gesuchs für den Bau eines Parcours für die nächsten drei Jahre sind über ein Dutzend Einsprachen eingegangen. Zuständig für eine Bewilligung für temporäre Bauten ausserhalb der Bauzone sind die kantonalen Behörden.